Silbermöwe

Donnerstag, 09. Juli 2020

Zeichen der Solidarität

Am 12. Juli in Frankenthal: Sonderkollekte für Corona-Opfer in Nigeria – Verbundenheit mit Kaplan

Sauberes Trinkwasser ist gerade in Corona-Zeiten wichtig. In der Heimatpfarrei von Pater Christogonus Keke im Südosten Nigerias gibt es einen Brunnen, er wird von Menschen der gesamten Umgebung genutzt. Meist ist es Aufgabe der Kinder, das Wasser vom Brunnen nach Hause zu bringen. Aber oft gibt es kein Benzin für die Pumpe. (Foto: Christogonus Keke)

Der Vorsitzende der EU-Bischofskommission, der Luxemburger Kardinal Jean-Claude Hollerich, hat in diesen Tagen seine Solidarität mit den Christen in Nigeria zum Ausdruck gebracht. „Meine Gedanken und mein Herz sind bei den vielen jungen Menschen, die aufgrund von Gewalt und mangelnden sozioökonomischen Perspektiven gezwungen sind, das Land zu verlassen“, heißt es in einem Brief Hollerichs an die nigerianischen Bischöfe. Und der Erzbischof verweist auf die Corona-Pandemie, die die Situation in dem bevölkerungsreichsten Land Westafrikas zusätzlich dramatisch verschärft.
Das Bistum Speyer ist über acht Priester aus Nigeria, die in den Pfarreien der Diözese arbeiten, in besonderer Weise mit dem westafrikanischen Land verbunden. Die Mehrzahl der jungen Priester gehört einem einheimischen Orden an, der im christlich geprägten Südosten Nigerias (Biafra) beheimatet ist.
Einer von ihnen ist Pater Dr. Christogonus Keke, der seit Oktober 2016 im Dienst der Diözese Speyer als Kaplan in Frankenthal in der Seelsorge arbeitet. Der junge Ordensmann, der in Würzburg promoviert hat, war zur Zeit des Ausbruchs der Corona-Pandemie auf Heimaturlaub in Nigeria und konnte dann nicht mehr rechtzeitig ausreisen: Ausgangssperre – alle Wege zu den Flughäfen wurden gesperrt und alle Flugverbindungen eingestellt. Zu allem Unglück erkrankte Pater Christogonus auch noch an Malaria. Jetzt hofft er, Ende Juli mit einer französische Fluglinie nach Deutschland zurückkehren zu können.
Über Internet hält Pater Christogonus Keke Kontakt zum Bistum Speyer und „seiner“ Pfarrei in Frankenthal. Die Schilderungen aus seiner Heimatregion beschreiben wie in einem Brennglas die Situation insgesamt. „Armut und Hunger sind globale Phänomene, von denen Millionen Menschen betroffen sind. Aber die Art und Weise, wie sie Familien in armen Ländern seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie betreffen, ist unterschiedlich“, schreibt er. Wie internationale Organisationen feststellen, beobachtet auch er, dass schlechte und korrupte Regierungen wie Brandbeschleuniger der Krise wirken.
Laut UN-Angaben hat Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas, Indien als das Land mit der höchsten Anzahl von Menschen, die in extremer Armut leben, überholt. Mehr als die Hälfte der rund 200 Millionen Bürger leben in extremer Armut und leiden unter akutem Hunger.
Die Situation verschlechtere sich infolge der Ausgehverbote und anderer Maßnahmen zur Verringerung der Ausbreitung des Corona-Virus vor allem für die arme Bevölkerung, so Pater Christogonus. Die Mehrheit der Nigerianer seien Tagelöhner und Niedriglohnempfänger mit unzureichenden Ersparnissen, um ihre Familien auch nur für kurze Zeit zu ernähren. „Vor dem Ausbruch der Pandemie waren über 23 Prozent arbeitslos, viele haben aufgrund der Corona-Krise ihren Arbeitsplatz verloren, und kleine Händler dürfen ihr Geschäft aufgrund der Sperrung nicht fortsetzen“, berichtet Pater Christogonus. Dies habe unter anderem zu um sich greifendem Hunger, zu einer Zunahme von Verbrechen und einer wachsenden Zahl von Selbstmorden geführt. „Manchmal kämpfen die Menschen fast wie Tiere um Lebensmittel.“
Seinen erzwungen langen Heimaturlaub nutzt der Ordensmann zur Hilfe, wo er nur kann. Und er bekennt, dass er sich den Menschen in seiner Heimat noch nie so eng verbunden gefühlt habe, wie in diesen schweren Monaten.
Seine Bilanz ist klar: „Die Ernährungs-, Wirtschafts- und Gesundheitssituation in vielen armen Familien in Nigeria ist kritisch, und gerade die Ärmsten brauchen dringend Hilfe.“
„Wir in Frankenthal fühlen uns mit Pater Christogonus, der Mitglied unseres Seelsorgeteams ist, natürlich besonders verbunden. Wir vermissen ihn nicht nur, sondern sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei ihm – und bei den Menschen in Nigeria“, unterstreicht Pfarrer Stefan Mühl. Aber auch ein Zeichen konkreter Solidarität ist den Frankenthaler Katholiken wichtig. Pfarrer Mühl: „Am Sonntag, 12. Juli, werden wir in allen Gottesdiensten eine Sonderkollekte für die Corona-Opfer, für die notleidenden und hungernden Menschen in Nigeria abhalten.“

Hinweis: Spenden können unter dem Stichwort „Frankenthal, Corona-Opfer Nigeria“ auch auf das Konto Bistum/Silbermöwe bei der LIGA-Bank Speyer, IBAN: DE25 7509 0300 00000363 40, überwiesen werden.

Redakteur:  rn

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