Kultur

Donnerstag, 05. Juli 2018

Zwei neue Welterbestätten in Deutschland

Lange Debatten über den Naumburger Dom und die Wikingerstätten enden erfolgreich

Der gotische Dom St. Peter und Paul von Naumburg steht ab sofort auf der Welterbeliste der Unesco. Foto: Pixabay

Naumburg hat es geschafft. Neben den Domen von Köln, Aachen, Speyer und Hildesheim gehört der dortige Dom jetzt zum Weltkulturerbe der Unesco. Neu auf der Liste sind auch die Wikingerstätten Haithabu und Danewerk nahe Schleswig. Die Weltkulturorganisation beschloss bei ihrer Tagung am ersten Juli in der Hauptstadt von Bahrain, Manama, ihre Aufnahme in die Welterbeliste. Insgesamt gehören damit 44 deutsche Baudenkmäler zum Weltkulturerbe.
Für die Bewerbung aus Sachsen-Anhalt war es bereits der dritte Anlauf.

Zweimal war die Aufnahme des Naumburger Doms St. Peter und Paul vergeblich beantragt worden, zuletzt im vergangenen Jahr in Krakau. Sie umfasste dabei nicht nur den Dom, sondern auch die hochmittelalterliche Kulturlandschaft an Saale und Unstrut. Die weltweite Bedeutung dieser Landschaft sei nicht ausreichend belegt worden, argumentierten die Experten. Doch Naumburg ließ sich nicht entmutigen und formulierte den Antrag zweimal neu.
In diesem Jahr standen allein der Naumburger Dom im Mittelpunkt, sein Westchor mit den weltberühmten zwölf Stifterfiguren und die Beziehungen des Bauwerks zu seinem Umfeld. Damit schaffte es der gotische Dom  auf die Welterbeliste.

Er wird zu den bedeutendsten Kathedralbauten des europäischen Hochmittelalters gezählt. Bekannt ist die heute evangelische Kirche vor allem wegen der lebensgroßen Stifterfiguren des Naumburger Meisters aus dem 13. Jahrhundert. Unter ihnen ist die Darstellung der Markgräfin Uta von Naumburg besonders berühmt. Sie zieht jährlich 150 000 Dombesucher in ihren Bann. Das Danewerk im Norden Schleswig-Holsteins war vom 7. bis zum 12. Jahrhundert die südliche Grenzbefestigung des dänischen Reiches. Die rund 30 Kilometer lange Anlage, sozusagen der Limes der Wikinger, reichte von Hollingstedt bis Haithabu bei Schleswig. Etwa ein Fünftel der Wälle ist noch erhalten.

Die nahe Wikingersiedlung Haithabu war mit zeitweise bis zu 2 000 Bewohnern einer der wichtigsten mittelalterlichen Siedlungsplätze in Nordeuropa. Die Stadt wurde 1066 zerstört und geriet weitgehend in Vergessenheit Der Ort wurde seit 1900 archäologisch ausgegraben. 1985 richtete das Land Schleswig-Holstein ein Wikingermuseum ein. Einen internationalen Antrag von Wikingerstätten gemeinsam mit Island, Dänemark, Lettland und Norwegen hatte das Welterbekomitee 2015 zur weiteren Überarbeitung zurückgewiesen.
Auch weitere neue Stätten hatte das Welterbekomitee in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen. Darunter sind unter anderem das viktorianische und Art Deco-Ensemble von Mumbai, der prähistorische Fundort Göbekli Tepe in der Türkei, die buddhistischen Bergklöster in Südkorea und die verborgenen christlichen Stätten in der Region Nagasaki in Japan. (kna)

Redakteur:  Redaktion

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