Stiftung Mutter und Kind

Dienstag, 05. Oktober 2021

Corona-Pandemie hat die schwangeren Frauen stark belastet

Caritasverbände Rheinland-Pfalz präsentieren die Jahresauswertung der katholischen Schwangerschaftsberatung in vier rheinland-pfälzischen Diözesen

Die katholische Schwangerschaftsberatung von Caritas und Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) in Rheinland-Pfalz hat im Corona-Jahr 2020 rund 7650 Ratsuchende beraten. Damit lag die Zahl der beratenen Frauen und Männer trotz weitreichender pandemiebedingter Kontaktbeschränkungen etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Dies zeigt die Jahresauswertung der Zahlen der Beratung für das vergangene Jahr. 
„Wir waren auch während der Lockdowns immer für die Frauen da und konnten durch Telefon- und Online-Beratung den Bedarf decken“, sagt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Caritas-verbände Rheinland-Pfalz (AGCV), Nicola Adick. „Zwar haben sich die Präsenz-Beratungen coronabedingt von 42 Prozent in 2019 auf rund 27 Prozent in 2020 reduziert, aber dafür ist die Zahl der Telefon- und Onlineberatungen stark angestiegen. So konnten wir die Ratsuchenden in ihren schwierigen Lebenslagen gut unterstützen“, so Adick. Allerdings sei eines sehr deutlich geworden: „Die Veränderung von Beratungssettings hin zur Online-Beratung verlangt auch eine Anpassung der Finanzierungslogiken von Beratung. Hier gilt es die neue Onlineberatung als gleichwertig an zu erkennen.“
Die Pandemie habe sich nämlich massiv auf die Situation schwangerer Frauen und junger Familien ausgewirkt. Die Angst vor einer Ansteckung und die Auswirkungen auf das ungeborene Kind habe die Ratsuchenden insbesondere zu Beginn der Pandemie stark beschäftigt. Außerdem sei die Versorgung durch Hebammen in der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett an manchen Standorten nur eingeschränkt gegeben gewesen, da Hausbesuche nicht stattfinden konnten. „Auch Geburtsvorbereitungskurse konnten – wenn überhaupt – nur online stattfinden. So konnten die Frauen Fragen zum Ablauf der Geburt, zu Vor- und Nachsorge nicht klären“, beschreibt die AGCV-Vorsitzende die Probleme. Außerdem habe die Frage, ob der Partner während der Geburt dabei sein dürfe, die Frauen stark verunsichert. „Väter waren bei der Geburtsvorbereitung weitestgehend außen vor, weil sie zu Vorsorgeterminen nicht nichtkommen durften.“
Auch die Erreichbarkeit von Ämtern und Behörden, wie Job-Center, Familienkasse und Ausländeramt sei eingeschränkt gewesen, so dass sich die Bewilligung von finanzieller Unterstützung verzögert habe. „Insbesondere für Migrantinnen war durch Corona die Beschaffung von Nachweisen aus dem Ausland sehr erschwert“, berichtet Adick. 

In Rheinland-Pfalz gibt es 34 Einrichtungen der katholischen Schwangerschaftsberatung mit 41 Vollzeitstellen. Das Land fördert davon 35 Stellen. Sechs Vollzeitstellen finanzieren die vier Diözesen aus Kirchensteuermitteln. Für schwangere Frauen in Notsituationen wurden 2020 von den Bischöflichen Hilfsfonds der vier Diözesen insgesamt 552.597 Euro an Hilfsgeldern ausgezahlt. Die häufigste Problemlage in der Beratung aller ratsuchenden Frauen ist die finanzielle Situation (71,1 Prozent), gefolgt von Fragen zu sozialrechtlichen Ansprüchen (66,9 Prozent). Das durchschnittliche Alter der ratsuchenden Frauen lag bei 28,7 Jahren. 49,3 Prozent der Frauen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, 50,7 Prozent eine ausländische, davon kamen 29 Prozent aus dem nichteuropäischen Ausland. 
Dabei steht das Angebot der Kath. Schwangerenberatung für alle Frauen, unabhängig von Weltanschauung oder Religion offen. 

 

Stichwort Arbeitsgemeinschaft der Caritasverbände Rheinland-Pfalz: 
Die Arbeitsgemeinschaft der Caritasverbände in RLP, ist der Zusammenschluss der fünf Diözesancaritasverbände Trier, Speyer, Mainz, Limburg und Köln. Ziel der Kooperation ist es, die Sozialpolitik in Rheinland-Pfalz mit zu gestalten und in diesem Sinne sowohl Lobbyarbeit für Benachteiligte und Schwache als auch für die kirchlich-caritativen Dienste und Einrichtungen und ihre Träger zu betreiben. Die Caritasverbände beschäftigen in Rheinland-Pfalz nahezu 60.000 hauptberufliche und 14.000 ehrenamtlichen Mitarbeitende in rund 1900 Einrichtungen und Diensten. 

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