Diözesanes Forum VII

"Keine wirkliche Alternative"

„Wir haben dem vorliegenden Konzept zugestimmt, weil wir neben allen Fragen und Zweifeln die Hoffnung haben, dass sich etwas bewegt in unserer Kirche“, resümiert die Vorsitzende des Diözesan-Katholikenrates, Maria Faßnacht den Prozess und das Ergebnis der Beratungen zu „Gemeindepastoral 2015“. Sie lobt die „offene Gesprächsatmosphäre und das gute Klima“ zwischen allen, die an den Beratungen beteiligt waren. Doch dies, wie auch die Einstimmigkeit bei der Schlussabstimmung, dürfe nicht über Probleme hinwegtäuschen, „die vor allem uns Ehrenamtlichen bei der Umsetzung des neuen Seelsorgekonzeptes unter den Nägeln brennen. Wir werden mit einer Realität von Kirche vor Ort konfrontiert, die uns massiv herausfordert“, sagt Faßnacht und verweist auf das schwindende Ansehen von Kirche, rückläufiges Engagement, Entfremdung der Menschen von der Kirche, Überalterung, auf die Probleme bei der Weitergabe des Glaubens und auf die Frage, warum zunehmend Menschen bei Sinnfragen nicht mehr Antworten bei der Kirche suchen.

Selbstkritisch fragt sie: „Kann unsere Kirche durch „Gemeindepastoral 2015“ wieder an Akzeptanz gewinnen?“ Hat sich der enorme Aufwand gelohnt? Erleben wir einen Aufbruch in unserer heutigen Gesellschaft?“ Der Katholikenrat habe den einzelnen Schritten von „Gemeindepastoral 2015“ zugestimmt, „aber manchmal auch schweren Herzens“. „Denn mit dem Blick auf das Gesamtkonzept gab es ja keine wirkliche Alternative, so Maria Faßnacht, die eine weiterhin bestehende „Klerikerzentriertheit“ feststellt. Diese mache sich auch an der Tatsache fest, dass sich die Zahl der neuen größeren Pfarreien an der Zahl der zur Verfügung stehenden Pfarrer ausrichtet. Doch wie werde es weitergehen, wenn die Zahl der Priester weiter zurückgehe?, so die Katholikenrats-Vorsitzende mit Hinweis auf die Zölibatsfrage.

Für den Katholikenrat und seine Vorsitzende steht jedoch fest, „dass wir uns von einem alten Kirchenbild verabschieden müssen, und das fällt vielen, die in Gemeinde und Pfarrei aktiv sind, nicht leicht“. Wenn es gelinge, ein neues Kirchenbild zu vermitteln, „bei dem Kirche auch in Zukunft nahe bei den Menschen ist“, werde dieser schmerzliche Prozess jedoch um vieles leichter, ist sich das oberste Gremium, das die Ehrenamtlichen in Pfarreien und Verbänden im Bistum vertritt, sicher. „Wir glauben, dass dies nur gelingen kann, wenn Haupt- und Ehrenamtliche vertrauensvoll im Team zusammenarbeiten und sich weit öffnen für die Bedürfnisse vor Ort“, so Maria Faßnacht. Sie betont die Notwendigkeit von Dialog und „Kommunikation auf Augenhöhe. „Mehr als je muss bei uns gelten: Ehrenamtliche brauchen durch Hauptamtliche Unterstützung, Begleitung und Wertschätzung sowie den Freiraum, pastorales Leben vor Ort zu gestalten.“ Ausdrückliche Erwähnung findet in diesem Zusammenhang bei ihr die Bedeutung der kirchlichen Verbände, vor allem der Jugendverbände.

Maria Faßnacht bedauert eine große „Entfernung der Kirche von den Lebenswelten der Menschen“ und die Tatsache, dass die unmittelbare Begegnung mit den Menschen schwindet. „Haben die neu geschaffenen Strukturgrößen nicht längst die Grenze überschritten, bis zu der eine sinnvolle pastorale Praxis möglich ist?“, fragt sie. Und: Können die Seelsorger die im Bereich der Gemeinde lebenden Menschen kennenlernen und deren alltägliche Lebenswirklichkeit wahrnehmen?“ Trotz aller Fragen und Zweifel habe man dem Konzept zugestimmt in der Hoffnung auf Bewegung in der Kirche.

Ausdrücklich setzt sich der Katholikenrat für eine Weiterführung der diözesanen Foren ein, um in regelmäßigen Abständen Umsetzung und Auswirkungen von „Gemeindepastoral 2015“ zu überprüfen. Die Foren könnten der Ort sein, „über die Zukunft unserer Kirche zu beraten, und um gesellschaftliche Fragen in den Blick zu nehmen, wie Papst Franziskus fordere, so Maria Fastnacht, deren Ansprache verlesen wurde, da sie noch durch eine schwere Erkrankung beeinträchtigt ist. Sie nahm jedoch an dem Forum in Landau teil.

Statement im Wortlaut

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Künftige Pfarreien und Gemeinden im Bistum

Eine Übersicht über Pfarreien und Gemeinden im Bistum Speyer nach dem Konzept "Gemeindepastoral 2015" finden Sie in dieser pdf-Datei zum Download.

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