Mittwoch, 07. Januar 2026
Erinnern – Gedenken – Mahnen

Die Juden bildeten die größte Gruppe unter den Verfolgten des Nazi-Regimes. Das Foto zeigt die neue Synagoge in Speyer. (Foto: Klaus Landry/Archiv der pilger)
Katholische Erwachsenenbildung mit drei Veranstaltungen zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Kinder benötigen Schutz und Fürsorge. In der Regel erfüllen Eltern diese Aufgabe. Doch wenn Bevölkerungsgruppen staatlich gezielt verfolgt werden oder Kinder in Kriegszeiten aufwachsen, gehen Schutz und Fürsorge häufig verloren. Vor diesem Hintergrund stellt eine Gedenkstunde mit Begleitprogramm zum diesjährigen Erinnerungstag für die Opfer des Nationalsozialismus die Jüngsten in den Mittelpunkt und betrachtet Kindheiten in den Jahren 1933 bis 1945. Die Veranstaltungen der Reihe „Erinnern – Gedenken – Mahnen“ finden in Speyer in Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, der Stadt Speyer, der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz und der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Speyer statt. An der Gedenkstunde am NS-Gedenktag, 27. Januar, um 18 Uhr in der Synagoge Beith-Shalom der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz (Am Weidenberg 3) wirken die Oberbürgermeisterin der Domstadt, Stefanie Seiler, sowie Schülerinnen und Schüler von Speyerer Schulen mit.
Der deutsche Spielfilm aus dem Jahr 2016 „Nebel im August“ beruht auf einer wahren Begebenheit. Er erzählt die Geschichte des 13-jährigen Ernst Lossa, der der ethnischen Minderheit der Jenischen angehört, die seit Jahrhunderten in Europa leben und früher ein nomadisches Leben führten. Ernst wird 1933 seiner Familie entrissen und in ein Kinderheim eingewiesen, später in weitere Einrichtungen und schließlich in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee verlegt. Dort gilt er als „schwer erziehbar“. Was zunächst als (staatlich verordnete) Fürsorge erscheint, entpuppt sich bald als Teil der NS-Medizinverbrechen, in deren Rahmen Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen systematisch ermordet werden. Ernst versucht, mit Mut, Lebensfreude und seinem Sinn für Gerechtigkeit einem System, das jeglicher Menschlichkeit entbehrt, etwas entgegenzuhalten und sich und seine Freundinnen und Freunden zu retten. Der Film wird am Freitag, 30. Januar, um 19 Uhr im Alten Stadtsaal (Rathaushof, Maximilianstraße 12) gezeigt. Im Anschluss an die kostenfreie Vorführung findet ein Gespräch mit der Historikerin mit Schwerpunkt NS-Geschichte Leonie Otters statt, die den geschichtlichen Hintergrund des Films beleuchtet, Fragen beantwortet und zu einem offenen Austausch aller Teilnehmenden einlädt. Anmeldung unter Telefon 06232/102-180, E-Mail: keb@bistum-speyer.de oder www.keb-speyer.de (Veranstaltungen/Erinnern – Gedenken – Mahnen).
„Kinder im Krieg: Die fürsorgliche Begleitung von Kindern in Krisenzeiten durch Janusz Korczak“ lautet der Titel eines Vortrags mit Professor Dr. Agnieszka Maluga am Dienstag, 3. Februar, um 19.30 Uhr im Friedrich-Spee-Haus (Edith-Stein-Platz 7). Janusz Korczak war ein polnischer Arzt und Kinderbuchautor - und ein Jahrhundertpädagoge: Als Leiter eines jüdischen Waisenhauses in Warschau verwirklichte er seine Ideen zu Kinderrechten – und begleitete „seine“ Kinder im August 1942 letztlich in die Gaskammern von Treblinka. Die Professorin für das Lehrgebiet „Bildung, Erziehung, Betreuung und Prävention in der Kindheit“ an der Hochschule Koblenz sowie Vorsitzende der Deutschen Korczak Gesellschaft e.V. spannt einen Bogen von Korczaks Erfahrungen als Militärarzt im Ersten Weltkrieg bis zur Begleitung der Kinder im Warschauer Ghetto. Hierfür nutzt sie die Aufzeichnungen in seinem „Ghetto-Tagebuch“ und Erinnerungen von Zeitzeugen. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden sind erbeten. Anmeldung unter Telefon 06232/102-180, E-Mail: keb@bistum-speyer.de oder www.keb-speyer.de (Veranstaltungen/Erinnern – Gedenken – Mahnen). (KEB/Pilger)







































