Redaktion der pilger

Montag, 02. Februar 2026

Gemischte Bilanz

Der Synodale Weg ist zunächst zu Ende. (Foto: kna-bild / Nico Kurth)

Katholisches Reformprojekt Synodaler Weg beendet

Ende einer langen Etappe: Zum Abschluss des Synodalen Wegs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland zogen die Teilnehmer eine gemischte Bilanz. Einig war man sich: Die Reformbemühungen
müssen weitergehen.

Nach sechs Jahren ist der Synodale Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland zu einem formalen Ende gekommen. Zum Abschluss am Samstag in Stuttgart zeigten Bischöfe, Ordensleute und Laien große Einigkeit, dass die Reformbemühungen fortgesetzt und verstetigt werden sollen. Kontrovers beurteilten die rund 180 Teilnehmenden die Wirksamkeit des bisherigen Dialogs sowie die Umsetzung der gefassten Beschlüsse. Dazu zählen Forderungen nach mehr Mitbestimmung und Befugnissen für Laien, der Zugang von Frauen zu Weiheämtern, Segnungen für homosexuelle Paare und eine bessere Missbrauchsprävention. 

Das Präsidium des Synodalen Wegs zog eine positive Bilanz. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sagte: «Es geht um Erneuerung und um Umkehr der Kirche. Das verbindet den synodalen Prozess auf Weltebene mit dem Synodalen Weg in Deutschland.» Das Prinzip der Synodalität schwäche nicht die Autorität der Bischöfe sondern stärke sie.  

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, erinnerte an den Missbrauchsskandal als Auslöser des Prozesses. Die Kirche könne nun mit einem Mehr an Menschenrechten und Teilhabe ihre Aufgabe in der Gesellschaft wirkungsvoller angehen, sie müsse ein Gegengewicht gegen undemokratische Tendenzen in der Welt sein. Sie lobte das gute Miteinander zwischen Bischöfen und Laien und dankte dem scheidenden Bischofskonferenzvorsitzenden Bätzing dafür.

Unmut und Enttäuschung

Unmut und Enttäuschung gab es in den vergangenen drei Tagen unter den Teilnehmern, etwa über das Ausbleiben von Antworten aus Rom auf Briefe des Synodalen Wegs. Ein Monitoring zur Umsetzung der Beschlüsse ergab, dass zwar viele Bistümer damit begonnen haben, bis zu einer umfassenden Umsetzung aber vielerorts noch ein weiter Weg sei. Als Hindernisse wurden knappe personelle und finanzielle Ressourcen genannt. Mehrere Teilnehmer warnten, dass der Frust bei vielen Katholiken wachse.

Johannes Norpoth, Mitglied im Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz, beklagte weiterhin bestehende massive Defizite bei der Missbrauchsaufarbeitung. Es gebe aber auch positive Effekte: «Dass wir heute hier sitzen und offen über Macht und Gewaltenteilung, über Geschlechtergerechtigkeit, über die Sexuallehre dieser Kirche und über die Lebensform des Klerus sprechen, ist keine
Selbstverständlichkeit.»

Enttabuisierung von Themen

Eine vorgestellte Evaluation der Katholischen Universität Eichstätt untersuchte die Effekte des Synodalen Wegs aus Sicht der Teilnehmer; etwa die Hälfte beteiligte sich daran. Demnach haben die Befragten mehrheitlich den Eindruck, dass der Synodale Weg nur «einen geringen Beitrag zur Behebung systemischer Ursachen sexualisierter Gewalt oder im Wiedergewinnen verloren gegangenen Vertrauens in der Kirche» erbracht habe. Einen «großen Beitrag» habe der Synodale Weg hingegen zur Enttabuisierung von Themen und zur Anerkennung diskriminierter Gruppen geleistet.

In einer Abschlusserklärung hielt die Versammlung fest: «Eine hoffnungsfrohe Kirche, die nichts mehr verschleiert und sich erneuert, kann wirksamer eintreten für eine Welt, die Zukunft hat.» Es sei notwendig gewesen, «verletzendes Handeln, missbrauchsbegünstigende Strukturen und eigene Schuldverstrickung offenzulegen». Die Rede war von einem Lernprozess bei dem trotz großen Engagements nicht alles «glatt aufgegangen» sei. «Es gab Spannungen, Pannen und Krisen auf diesem Weg, Bemühungen wurden zunichte gemacht, Menschen verletzt. Und doch steht am Ende in vielen Hinsichten das Gelingen.» Ein neues Miteinander sei auf den Weg gebracht worden.

Fortsetzung in Synodalkonferenz

Ab November wollen Bischöfe und Laien in einem neuen nationalen Beratungs- und Beschlussgremium, der Synodalkonferenz, ihren Reformdialog verstetigen. Dazu bedarf es allerdings noch einer Zustimmung der Bischöfe und des Vatikans.

Der Synodale Weg war 2019 unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ins Leben gerufen worden. Initiiert hatten ihn die Deutsche Bischofskonferenz gemeinsam mit dem Laien-Dachverband ZdK. Der Vatikan zeigte  im Verlauf des Prozessesimmer wieder Grenzen auf, zuletzt kam es aber zu einer Annäherung.


Karin Wollschläger (KNA)

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