Redaktion der pilger

Mittwoch, 07. Juli 2021

Kirche bedeutet Gemeinschaft

Ein Treffen auf dem Synodalen Weg. Das Kreuz der Versammlung hat Wegweiser-Funktion. (Foto: KNA)

Der „Synodale Weg“ ist im Evangelium begründet

„Mit diesem Evangelium beginnt das, was im Sinne Jesu ‚Kirche‘ ist, und es setzt sich seitdem fort bis in unsere Tage: dass Menschen ausgesandt werden mit der Weisung Jesu, mächtig zu sein über die unreinen Geister, Kranke zu heilen und den Menschen zu sagen: ‚Das Gottesreich ist nahe. Kehrt um!‘“ (Eugen Drewermann)

Während der Zeit seines öffentlichen Wirkens ist Jesus mit seinen Jüngern auf dem Weg. Die Jüngerthematik ist zentral für das Markusevangelium. Von der Berufung an (1,16) sind die Jünger praktisch immer mit Jesus zusammen bis zu Gefangennahme Jesu. Da fliehen sie, nur Petrus bleibt noch. Doch bis zum Hahnenschrei wird auch er sich äußerlich von Jesus abgewendet haben. An die Stelle der Zwölf treten dann Simon von Cyrene und einige Frauen. Die Frauen bleiben. Sie stehen in Sichtweite des Kreuzes, sind beim Begräbnis dabei und im geöffneten leeren Grab, wo sie als erste durch den Engel die Botschaft von der Auferstehung Jesu hören. Erst dann fliehen auch sie voller Schrecken.

Wenn Markus von den Jüngern spricht, dann spricht er von den Zwölf, den Vier (Petrus, Andreas, Jakobus, Johannes), den Drei (Petrus, Jakobus, Johannes), den Zwei (Jakobus, Johannes), von Simon Petrus und von Jüngerinnen, von denen drei namentlich genannt werden: Maria von Magdala; Maria, die Mutter des Joses und Salome. Die Frauen bilden unter dem Kreuz zusammen mit dem römischen Hauptmann die Kirche ab, die sich zu Jesus als dem Sohn Gottes bekennt.

Im heutigen Evangelium ruft Jesus die Zwölf zu sich und schickt sie auf den Weg, sozusagen ins Praktikum. Sie sollen Erfahrungen machen mit all dem, was sie von Jesus gelernt haben. Sie sollen anfangen Kirche zu bauen, würden wir heute sagen. Sie werden zu zweit ausgesandt, nicht alleine. Zu zweit kann man sich gegenseitig aufrichten und stützen. Vor Gericht galt im Judentum auch erst das Zeugnis von zwei Männern. Jesus stattet die Zwölf mit Vollmacht aus, mit seinem Geist, der befreit von dem, was die Menschen plagt und bedrückt und der von den Ungeistern befreit, die das Leben eng und dunkel machen. Durch die Anweisung, (fast) nichts für unterwegs mitzunehmen, wird ihr Vertrauen auf Gott gefordert. Er wird für sie sorgen. Sie werden Unterstützer finden. Einem Ort, an dem sie nicht erwünscht sind, sollen sie ganz einfach den Rücken kehren, ihn zurücklassen und weitergehen. Die Zwölf dürfen die Erfahrung machen, dass ihr Tun im Namen Jesu wirksam ist, dass Jesu Wort durch sie bei den Menschen ankommt und heilt. „Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranken mit Öl und heilten sie“ (6,13).

Auch heute geht Kirche nur zusammen. Kirche bedeutet Gemeinschaft. Immer. Es braucht den Austausch, die Ermutigung, die Weggemeinschaft, die Hilfe und das Füreinanderdasein. Jesus ist nicht in der Wüste geblieben und nicht allein umhergezogen. Er hat von Anfang an seine Anhänger in das Verständnis seiner Aufgaben einbezogen. Er hat sie geschult und dann ausgesandt. Denn die Frohe Botschaft wird immer von Mensch zu Mensch weitergesagt und bezeugt. Kirche wächst dort, wo Menschen etwas von dem Glauben und der Liebe weitergeben, womit sie selbst erfüllt sind.

In einem Liedtext von Wilhelm Willms heißt es: „Wer bringt dem Menschen, der blind ist, das Licht? Wer reicht dem Menschen, der Angst hat, die Hand? … Wer geht den Weg, der die Mühe lohnt? – Den Weg wollen wir gehen. Die Liebe geht mit uns: Auf dem langen und steinigen, auf dem weiten und unbequemen, auf dem Weg, der die Mühe lohnt.“

Am Ersten Advent 2019 hat die Kirche in Deutschland einen Gesprächsprozess begonnen, den sie den „Synodalen Weg“ nennt – vor allem getragen von der Deutschen Bischofskonferenz, dem Zentralkomittee der deutschen Katholiken und anderen Gremien. Die Zielsetzung des Synodalen Weges formuliert die Präambel der Satzung: „Als getaufte Frauen und Männer sind wir berufen, die ,Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes‘ (Tit 3,4) in Wort und Tat zu verkündigen, sodass die Menschen die Frohe Botschaft in Freiheit hören und annehmen können. Wir wollen auf dem Synodalen Weg die Voraussetzungen dafür verbessern, dass wir diese Aufgabe glaubwürdig erfüllen können.“

Es könnte ein steiniger Weg werden, der aber die Mühe lohnt. (Regina Mettlach)

Artikel teilen:

Weitere Nachrichten

28.07.21
Redaktion der pilger

Selbst handeln

Jesus appelliert an unsere Glaubenskraft
21.07.21
Redaktion der pilger

Große Solidarität nach der Flut

Der Ruf nach mehr Klimaschutz wird zunehmend lauter
21.07.21
Redaktion der pilger

Hilferuf aus Indien

Pater Franklin Rodrigues bittet um Unterstützung
21.07.21
Redaktion der pilger

Künstlerischer Zweiklang

Zweibrücken und Pirmasens präsentieren gemeinsame Doppelausstellung
21.07.21
Redaktion der pilger

Sich annehmen und neue Wege gehen

„Men‘s Spirit Group“ ist eine neues Angebot für Männer mit und ohne...
21.07.21
Redaktion der pilger

Sogar über Jesus herrschen wollen

Anfrage an das Selbstverständnis der Kirche
15.07.21
Redaktion der pilger

Schlechtes Gewissen nach Austritt

Warum Thomas Wolf nach zehn Jahren wieder in die Kirche eingetreten ist
15.07.21
Redaktion der pilger

Welche Zukunft wollen wir?

Es ist wichtig, dass Christen sich im Bundestagswahlkampf einmischen
14.07.21
Redaktion der pilger
News-Feed (RSS) von der Zeitungsseite in die Webfamilie

Die dritte Kneipp-Kita im Land

Kindertagesstätte in Herxheim zertifiziert – Wasser, Bewegung, gesundes Essen
14.07.21
Redaktion der pilger

Bauen, falten, malen

Kreatives Ferienprogramm für Kinder im mpk
14.07.21
Redaktion der pilger

Gottes Werberin

Eva Jung ist davon überzeugt, dass Glaube und Werbung gut zusammenpassen
14.07.21
Redaktion der pilger

Wie Schafe ohne Hirten

Die Menschen suchen nach Orientierung
07.07.21
Redaktion der pilger

Tacheles zu Altersvorsorge geredet

Die „Allianz gegen Altersarmut“ hat sich in einem Workshop mit den Auswirkungen der...
07.07.21
Redaktion der pilger

Ein Stück Dom für zu Hause

Besondere Dom-Steine zum Welterbe-Jubiläum sind in Speyer schnell ausverkauft
07.07.21
Redaktion der pilger

Menschen nicht im Abseits lassen

Pandemie verschärft die Armut: Erzbischof Leonardo Steiner berichtet aus Manau
07.07.21
Redaktion der pilger

Pfälzer ist Sprecher der Hilfswerke

Pfarrer Pirmin Spiegel aus dem Bistum Speyer mit zusätzlicher Aufgabe
07.07.21
Redaktion der pilger

„Kultur des Ehrenamts“ etablieren

Bistum Speyer möchte freiwilliges Engagement durch konkrete Maßnahmen dauerhaft...
05.07.21
Redaktion der pilger

Ein Garten für alle Menschen

Der Garten der Religionen wurde offiziell am 24. September 2015 eröffnet....
05.07.21
Redaktion der pilger

„Wir feiern jeden Freitag Schabbat“

Viele Deutsche hätten noch nie einen Juden „live und in Farbe“ getroffen. Das sagt...
05.07.21
Redaktion der pilger

Brandaktuell

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land
30.06.21
Redaktion der pilger
News-Feed (RSS) von der Zeitungsseite in die Webfamilie

Wer ein großes Feuer in sich trägt

Pfarrei Germersheim feiert den 200. Geburtstag ihres Namenspatrons Paul Josef...
30.06.21
Redaktion der pilger

Nur verschoben

In Duttweiler wird der Weltgebetstag nachgefeiert
28.06.21
Redaktion der pilger

Wandel – JETZT!

Online-Werkstatt zur öko-sozialen Transformation am 9. Juli von 15 bis 21 Uhr
24.06.21
Redaktion der pilger

Christen in der Vorreiterrolle

Großes Ziel für die Zukunft von Menschheit und Erde
24.06.21
Redaktion der pilger

Eucharistiewürdig?

US-Bischöfe überlegen, Politikern die Kommunion zu verweigern
24.06.21
Redaktion der pilger

Solilauf wieder virtuell

Unterstützung für Bau eines neuen Kindergartens in Uganda
24.06.21
Redaktion der pilger

Zutrauen lässt aufleben

Wie Jesus das tote Mädchen auferweckt und sich sorgt, dass sie zu essen bekommt
24.06.21
Redaktion der pilger
News-Feed (RSS) von der Zeitungsseite in die Webfamilie

Auf Spuren von Paul Josef Nardini

Fahrt für Leserinnen und Leser von „der pilger“ vom 1. bis 3. September
16.06.21
Redaktion der pilger

Papst mahnt Nachhaltigkeit an

Botschaft an UN-Ernährungsorganisation
16.06.21
Redaktion der pilger

Altes Gemälde aufpoliert

Förder- und Freundeskreis Maria Rosenberg ermöglicht Restaurierung
16.06.21
Redaktion der pilger

Kommen stärkere Stürme?

Ruhe wird es allein in Jesus Christus geben
16.06.21
Redaktion der pilger

„Es muss alles auf den Tisch“

Der Theologe Peter Dabrock erklärt, wie die Fehler der Politik in der Pandemie...
16.06.21
Redaktion der pilger
News-Feed (RSS) von der Zeitungsseite in die Webfamilie

Mit Mut und Kraft Neues ausprobieren

Generalpräses bestärkt die Kolpingfamilien
16.06.21
Redaktion der pilger

Bettelorden in Speyer

Vor 800 Jahren kamen die ersten Franziskaner nach Deutschland
09.06.21
Redaktion der pilger

Geduld und Sachverstand

Mit dem Eidechsenfänger Marco Wagemann auf Spurensuche
09.06.21
Redaktion der pilger

Aus Kleinem wächst Großes

Gedanken zum Sonntag: Gott lässt mich die Welt als das Wachsen des Gottesreiches...
09.06.21
Redaktion der pilger
News-Feed (RSS) von der Zeitungsseite in die Webfamilie

Sehnsucht nach Begegnung

Das Wallfahrtsfest in Maria Rosenberg fand zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen...
09.06.21
Redaktion der pilger

Wallfahrtskirche 200 Jahre alt

Mitten im Dorf, in der Häuserfront, steht in Herxheimweyher die Kirche St. Antonius...
09.06.21
Redaktion der pilger

Friedenskonzepte im Blick

Vor der Bundestagswahl. Podiumsdiskussion mit Politikerinnen und Politikern aus der...
09.06.21
Redaktion der pilger

Nach fast 100 Jahren

Die letzten beiden Patres der Spiritaner verlassen Speyer. Kirchliches Leben in der...
Treffer 1 bis 40 von 4293