Redaktion der pilger

Mittwoch, 02. Februar 2022

Teil einer deutschlandweiten Initiative

Mit Kerzen in den Händen treffen sich die Beterinnen und Beter jeden Mittwochabend vor der Wallfahrtskirche in Oggersheim. (Foto: Kiem)

In Oggersheim betet jeden Mittwoch eine Gruppe von Menschen den Rosenkranz für Frieden und Zusammenhalt

Es ist ein festes Ritual. Jeden Mittwochabend um 18 Uhr trifft sich eine Gruppe von Menschen vor der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Ludwigshafen-Oggersheim – mit brennenden Kerzen in den Händen und brennenden Anliegen in den Herzen.

Die Teilnehmer eint ein gemeinsames Ziel: Sie möchten für den Frieden und die Einheit der Menschen in der aktuellen Coronazeit beten. Im Zentrum steht dabei der Rosenkranz. Die Beterinnen und Beter folgen damit einem Aufruf der Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“, die am 8. Dezember 2021 an den Start ging. Seitdem wenden sich deutschlandweit jeden Mittwoch Menschen an die Mutter Jesu – in mittlerweile rund 640 Orten.

Jeder ist eingeladen, sich zu beteiligen
Die Initiatioren möchten mit ihrer Aktion „unser Land, das aktuell eine der schwersten Krisen seiner Geschichte erlebt, der Gottesmutter anvertrauen, und sie um Hilfe für alle Bürger bitten“, wie es auf ihrer Webseite www.deutschland-betet-rosenkranz.de heißt. Sie selbst beschreiben sich als eine Gruppe von Christen, die in keiner Weise organisiert ist und ohne jegliche Vorgaben außerhalb des Gebetszwecks handelt. Ihnen gehe es darum, sich nicht nur zuhause oder in den Kirchen Maria zuzuwenden, „sondern ein öffentliches Zeichen des Gebetes“ an jedem Ort zu setzen – in allen Städten, Gemeinden und Dörfern. Eingeladen sei jeder, dem die Zukunft des Landes am Herzen liege, entweder indem er sich einer bereits bestehenden Gruppe anschließt oder eine eigene Initiative startet.

Wo in Deutschland bereits ein öffentlicher Rosenkranz gebetet wird, verrät die Homepage der Initiative. Dort sind sämtliche Standorte eingetragen, die über die Suchfunktion oder mittels einer Deutschlandkarte ausfindig gemacht werden können. Gleichzeitig bietet die Webseite die Möglichkeit, neue Gebetstreffen hinzuzufügen. Darüber hinaus informiert die Homepage über den Ursprung, die Wirkung sowie den Ablauf und die unterschiedlichen Arten des Rosenkranzgebets. Ein eigener Kanal auf dem Messenger-Dienst Telegram versorgt zudem die Nutzer mit aktuellen Informationen.

Maria Kries: „Das brauchen wir für unsere Zeit“
Auf der Webseite ist auch die Oggersheimer Gruppe vermerkt. Ins Leben gerufen hat sie Maria Kries. Die 58-Jährige  ist von der Wirkungsweise und der Kraft des Rosenkranzgebets überzeugt. Als Beispiel nennt sie die sogenannte „Rosenkranzrevolution“ Mitte der 1980er-Jahre auf den Philippinen. Damals hätten sich die Menschen nach einem Aufruf des Erzbischofs von Manila mit Rosenkränzen in ihren Händen auf der Straße versammelt und für ihre Freiheit in dem von Diktator Ferdinand Marcos regierten Land gebetet. Mit Erfolg. Das Rosenkranzgebet habe den unblutigen politischen Wandel mit vollzogen.

„Als ich von der deutschlandweiten Gebets-Initiative erfuhr, dachte ich mir: Das brauchen wir für unsere Zeit.“ Denn Unfriede herrsche in unter den Menschen. „Statt dass sie zusammenhalten, lassen sie sich spalten“, kritisiert Maria Kries. Dabei habe jeder gut Gründe für seine Entscheidung – egal ob geimpft oder ungeimpft. Dies gelte es zu respektieren. „Wir müssen einander lieben, das ist der zentrale Auftrag Gottes“, appelliert die 58-Jährige an die Vernunft der Menschen. „Er möchte, dass wir uns zu ihm hinwenden.“ Dies zeige sich in dieser bewussten Zeit, in der wir leben, besonders deutlich.  

Die Oggersheimer Gruppe ist seit dem deuschlandweiten Start der Aktion mit von der Partie. „Waren wir am 8. Dezember neun Personen, die den Rosenkranz beteten, so sind aktuell im Schnitt mehr als 20 Personen vom Kindesalter bis etwa 70 Jahren dabei“, freut sich die gebürtige Österreicherin, deren Heimatland in Sachen Rosenkranzgebet eine Vorreiterrolle einnimmt. In dem neun Millionen Einwohner zählenden Land treffen sich derzeit jeden Mittwoch Beterinnen und Beter an etwa 240 Orten.

Der Rosenkranz wird im Gehen gebetet
Rund 45 Minuten dauert in Oggersheim ein Rosenkranzgebet, das einem ganz bestimmten Ablauf folgt. „Zunächst beten wir vor der Wallfahrtskirche den ,Engel des Herrn‘“, erläutert Maria Kries. „Danach folgt das Beten des Rosenkranzes im Gehen, wobei vor jedem der fünf Geheimnisse einer Rosenkranz-
einheit ein geistlicher Impuls steht.“ Die Wegstrecke, die die Gruppe dabei zurücklegt, führt durch den Kirchgarten von Maria Himmelfahrt, um den Marienbrunnen und endet vor der Wallfahrtskirche. Den Abschluss bilden dann Gebete und ein Lied.

„In unsere Bitten schließen wir immer auch Menschen und Institutionen mit ein, seien es Kranke, die Politik oder die Kirche“, betont Maria Kries. Dass der Rosenkranz unter freiem Himmel gebetet wird, findet sie wichtig. „Denn etwas, was in der Öffentlichkeit stattfindet, bleibt eindrücklich. Außerdem sollen sich die Menschen eingeladen fühlen, sich uns anzuschließen.“

Maria Kries ist selbst immer wieder überrascht, wer sich an den Gebetstreffen beteiligt. „Viele, die kommen, kenne ich nicht. Die meisten erfahren durch Mund-zu-Mund-Propaganda oder über die Webseite der Initiative von dem Angebot.“

Sie selbst sei im Gebet mit dem Herzen dabei. „Ich denke, dass sich die Welt verändern wird. Irgendwann gehen wir in eine neue Zeit hinein, in der es Frieden und Liebe zwischen den Menschen gibt. Durch das Beten können wir das unterstützen.“(pede)

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