Redaktion der pilger

Dienstag, 12. April 2022

Ein Tier mit tiefer Symbolik

Putzige Tiere – zwei Lämmchen liegen im Gras. (Foto: ountrypixel/AdobeStock.com)

Das (Oster-)Lamm ist stark mit dem christlichen Glauben verbunden

Lamm Gottes und guter Hirte: Schafe spielen in der Bibel an vielen Stellen eine wichtige Rolle. Das tun sie auch im Leben von Markus Metzger, dort aber eine ganz andere und nicht nur zu Ostern: Er vermietet Schafe als „Rasenmäher“.

Der 49-Jährige hat insgesamt 85 Ziegen und Schafe, er kennt seine Tiere, viel mehr möchte er nicht haben. Mit „fast schon industrieller Schafzucht“ von Herden bis zu 1 500 Tieren wolle er nichts zu tun haben, sagt er. Sein Sohn Leonhardt, der den Tieren ihre Namen gibt, stimmt ihm zu. „Das ist zu viel“, sagt er. Und schiebt hinterher, dass er die Ziegen lieber mag als die Schafe: „Die sind lustiger und intelligenter.“

Der weiß-schwarze Border Collie Abby treibt die Herde am Rande der Wiese in Rödermarks Stadtteil Ober-Roden in Hessen zusammen, während Herdenschutzhund Emil, ein großer, heller Pyrenäenberghund, gemütlich im Gras liegt. Als die Ziegen und Schafe im Pferch stehen, schaut Metzger hier nach einer Klaue, inspiziert dort eine Nase. „Die Tiere schubsen sich, da gibt es auch mal kleine Verletzungen. Die muss ich dann versorgen.“

Metzger schlachtet auch, aber das Geschäft mit den Osterlämmern ist nicht sein Haupterwerb. Er beschäftigt sich vorrangig mit Weidehaltung und Naturpädagogik. Behörden bitten ihn etwa um die Beweidung von schwierigen Flächen. Das können Waldränder sein, bei denen es darum geht, den Wald offen zu halten und invasive Pflanzen zurückzudrängen. Je nach Pflegeziel entscheidet er, ob Ziegen oder Schafe besser geeignet sind. Während sich die Schafe auf Gras konzentrieren, fressen die Ziegen auch mal an der Rinde von Bäumen und Sträuchern oder nagen Knospen ab.

Der ausgebildete Tierwirt vermietet die Tiere auch tage- und wochenweise an Facility-Unternehmen, die für ihre eigenen Kunden Wiesen, Böschungen oder große Rasenflächen pflegen müssen. „Es gibt Gelände, da sind die Schafe unschlagbar“, sagt Metzger. Wenn etwa ein mit großen Steinen bestücktes Wiesengelände etwas steiler abfällt, sei das von Hand schwierig zu mähen.

Biblisches Tier und Christus-Symbol

Schafe gelten den Menschen seit Tausenden von Jahren als genügsam, leicht zu zähmen und als guter Lieferant für Wolle, Milch und Fleisch. In der Bibel kommt das Tier rund 140 Mal vor. In der christlichen Ikonographie ist das Lamm Gottes ein Symbol für Christus. Oft trägt es ein rotes Kreuz auf weißem Grund, eine Siegesfahne, die für die Auferstehung an Ostern steht, für den Sieg Christi über den Tod, wie Pfarrerin Karin Becker aus Wackernheim erklärt.

Jesus ist aber nicht nur Lamm, sondern auch Hirte. In der Bibel heißt es: „Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich“. (...) Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir“, (Johannes 10,14 und 27). Das Lamm ist eines der bekanntesten Ostersymbole. Es steht für für das Sterben Jesu am Kreuz.

Schon in der Antike waren junge Schafe klassische Opfertiere. Im Alten Testament gibt Gott Mose genaue Anweisungen, wie Opferlämmer zu töten sind. Juden schlachten zum Pessachfest, das im Frühling zum Gedenken an den Auszug aus Ägypten gefeiert wird, ein Lamm. Auch im christlichen Altertum legte man zu Ostern Lammfleisch unter den Altar. Es wurde geweiht und am Auferstehungstag als erste Speise verzehrt.

Das Gleichnis vom Lamm Gottes, dem Agnus Dei, ist das ganze Kirchenjahr über in Eucharistiefeiern präsent, bei der die Gemeinde bittet: „Christe, Du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarme Dich unser.“

Theologin Becker hat ein besonderes Verhältnis zu Schafen: Bis vor einigen Jahren besaß sie selbst eine Schafherde mit rund 30 Tieren, ein Lamm hat sie sogar in ihrer Wohnung aufgezogen. „Schafe sind Persönlichkeiten“, sagt sie. Das weiß auch Markus Metzger. Auf die Idee, seine Schafe zu vermieten, kam er, als ein Spaziergänger beim Anblick seiner Herde sagte, die könne er mal in seinem Garten gebrauchen. (Renate Haller/epd)

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