Redaktion der pilger

Mittwoch, 07. September 2022

Für immer vereint

Gemeinsam in die Zukunft: Clara und Philippus Herrmann heirateten im Kloster Huysburg in Sachsen-Anhalt. (Foto: privat/Anne Dittmer)

Wie geht das eigentlich: dass zwei Menschen sich nicht nur die ewige Treue versprechen, sondern auch wirklich miteinander glücklich werden? Drei Ehepaare aus drei Generationen erzählen, was das Geheimnis ihrer Liebe ist und wie der Glaube ihre Ehe stärkt.

Clara und Philippus Herrmann | Grüne Hochzeit

„Wir müssen uns Zeit nehmen, gemeinsam etwas zu machen“

Clara Herrmann steckt mitten in ihrem Referendariat zur Gymnasiallehrerin. „Es ist unglaublich viel Arbeit. Die ständigen Prüfungssituationen sind eine große Belastung. Ohne dich hätte ich es mental und körperlich gesund überhaupt nicht geschafft“, sagt sie zu ihrem Ehemann Philippus. Er lächelt sie an, berührt kurz ihre Hand. Die Ehe mit Philippus schenkt ihr den nötigen Halt.

Das Paar aus Dresden hat im Dezember 2020 standesamtlich geheiratet, Ende August 2021 folgte die katholische Trauung. 65 Gäste hatten sie dazu auf das Kloster Huysburg in die Nähe von Halberstadt eingeladen. Auch wenn es teilweise kühl und regnerisch war, sei es ein tolles Fest gewesen, schwärmen beide. „Das war die erste Entdeckung, die wir gemeinsam in unserer Ehe gemacht haben: Wir haben einen tollen Freundes- und Familienkreis“, sagt Philippus. Es sei das erste Mal gewesen, dass alle zusammengekommen seien. „Und alle konnten miteinander, haben gefeiert und Spaß gehabt. Es war eine tolle Stimmung“, sagt Clara.

Mittlerweile ist bei dem Paar der Alltag eingekehrt. „Vor der Hochzeit waren wir ganz mit der Planung für das Fest beschäftigt“, sagt Philippus, der in der IT-Branche arbeitet. Seitdem habe es, vor allem wegen der Corona-Pandemie, kaum Höhepunkte gegeben. „Es ist halt Alltag. Und wir müssen beide gerade viel arbeiten.“ Er glaube aber, dass ihre Beziehung sich gerade jetzt entwickle. „Wir haben gelernt, dass unsere Ehe auch ein Stück weit Arbeit ist. Wir müssen dafür etwas investieren und uns Zeit nehmen, gemeinsam etwas zu machen“, sagt Philippus. Zum Beispiel besuchen sie einen Standard-Tanzkurs. „Das tut uns gerade richtig gut“, sagt Clara.

Die beiden kennen sich schon seit ihrer Teenagerzeit über ihre Kirchengemeinde in Dresden und die gemeinsame Ministranten- und Jugendarbeit. Aber erst 2015, als Philippus schon im Studium und Clara in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr war, hat es gefunkt.

Während eines Urlaubs in der Toskana hat Philippus Clara einen Heiratsantrag gemacht. „Wir wollten zu einer Wanderung aufbrechen und ich hatte unsere Rucksäcke noch einmal kontrolliert. Dabei entdeckte ich dann die Schmuckbox“, sagt Clara. Bis zur eigentlichen Frage habe es dann aber noch einige Stunden gedauert – in denen sie sich Gedanken gemacht hat. „Wir hatten bis dahin nie zusammengewohnt. Und ich habe mich schon gefragt, ob das ein Risiko für die Ehe sein könnte.“ Letztlich hat sie aber mit vollem Herzen Ja gesagt: „Sich ganz für einen Menschen zu entscheiden, ist ja immer ein unabsehbares Risiko.“

Dieses Risiko wollen beide bewusst mit Gott wagen. „Der Glaube ist für uns ein Fixpunkt, auch in der Ehe, der uns Halt und Orientierung gibt“, sagt Philippus. Er kennt viele Paare, die eine gute Beziehung führen, ohne gläubig zu sein. „Ich glaube aber, dass es vieles einfacher macht, wenn man den gleichen Glauben teilt. Es verbindet uns“, sagt er. Ihre katholische Traumesse sei eine echte Rarität in ihrer Region gewesen. „Für unsere konfessionslosen Freunde war es schon etwas Besonderes, eine kirchliche Trauung zu erleben. Der gemeinsame Gesang, das Gebet – das war für viele ein bewegender Moment“, sagt Clara.

In Erinnerung ist ihnen die Predigt ihres Traupfarrers geblieben. „Er sagte, dass die Liebe mehrere Facetten hat, nicht nur das anziehende Äußerliche, sondern auch das Helfende und Freundschaftliche“, erzählt Philippus. Es sei schön, das nun täglich erfahren zu können. „Wir haben uns entschieden, gemeinsam den Weg zu gehen. Die Ehe ist eine gemeinsame Entdeckungsreise. Wir wissen nicht, wohin sie uns führen wird, wo Täler und Gipfel sein werden“, sagt er.

Ein Vorbild seien ihnen Claras Großeltern, die schon 55 Jahre miteinander verheiratet sind. Philippus sagt: „Sie führen eine tolle Ehe. Das ist auch unsere Hoffnung: dass wir nach so vielen Jahren immer noch so vertraut miteinander sind.“ (Kerstin Ostendorf)

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