Redaktion der pilger

Mittwoch, 14. September 2022

25 Jahre Kreuzwallfahrt

Kolpingsfamilien aus dem Bistum hatten im Vorfeld der Wallfahrt Puzzleteile gestaltet, die im Gottesdienst zu einem großen Kreuz zusammengesetzt wurden. (Foto: Landry)

Festgottesdienst des Kolping-Diözesanverbandes mit Bischof Wiesemann in der Priesterseminarkirche

Mit einem Festgottesdienst in der Kirche des Priesterseminars St. German in Speyer feierten die Kolpingsfamilien der Diözese Speyer das 25-jährige Jubiläum der Kreuzwallfahrt in Speyer.

In einem feierlichen Einzug zogen Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann mit den Konzelebranten Ehrenpräses Domkapitular i.R. Gerhard Fischer, Diözesanpräses Michael Baldauf und Diakon Andreas Stellmann in die gut besuchte Seminarkirche ein. Angeführt wurde die Prozession von den Bannerträgern der einzelnen Kolpingsfamilien, begleitet von den Trägern einzelner Puzzleteile, die die Teile während des Gottesdienstes zu einem Kreuz zusammensetzten.

Am 16. Februar 1997 zog eine nicht enden wollende Prozession von Kolpingbrüdern und -schwestern – beladen mit selbstgestalteten überdimensionalen Kreuzen – vom Altpörtel zum Speyerer Dom und hielten dort feierlich Einzug. Viele von ihnen waren die ganze Nacht zu Fuß unterwegs gewesen, um das Kreuz nach Speyer zu bringen. Ein beeindruckendes Zeichen der Verbundenheit des Kolpingwerkes mit dem Bistum. Für den damaligen Diözesanpräses und Initiator der Kreuzwallfahrt, Domkapitular i.R. Gerhard Fischer, war es ein Höhepunkt seines geistlichen Wirkens im Diözesan-Kolpingwerk.

25 Jahre später stand wieder das Kreuz im Mittelpunkt des feierlichen Gottesdienstes. Das Kreuz soll ein Zeichen christlicher Hoffnung sein in einer Zeit, die angesichts vieler Krisen von Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln geprägt ist.

Im Vorfeld sollten sich die 48 örtlichen Kolpingsfamilien in einem Bibelabend mit dem vorher zugeteilten Evangelium des aktuellen Lesejahres auseinandersetzen. Das Evangelium selbst sollte auf einem 45 mal 50 Zentimeter großen Puzzleteil aus Holz niedergeschrieben und farblich gestaltet werden. Der Phantasie und Kreativität der einzelnen Kolpingsfamilien waren keine Grenzen gesetzt. Auf der Rückseite vieler Puzzleteile wurden von vielen noch Gedanken zum Evangelientext oder einfach nur künstlerische Akzente zur entsprechenden Kolpingsfamilie gestaltet.

Da die Puzzleteile alle die gleichen Maße und Form hatten, konnten sie im Laufe des Gottesdienstes zu einem großen Kreuz zusammengesetzt werden. Die einzelnen Teile ergeben ein Ganzes und stehen für die einzelnen Kolpingsfamilien und Personen. Bewusst wurde darauf verzichtet, die Ränder des Kreuzes zu glätten. Es sollte ein offenes Kreuz sein, offen für neue Ideen und neue Schwerpunkte in der Arbeit des Verbandes, vor allem aber offen für neue Interessierte für das weltweite Wirken des Katholischen Sozialverbandes.

In seiner Predigt ging Bischof Wiesemann auf das Evangelium vom Tage ein. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn und barmherzigen Vater stehe der Mensch im Mittelpunkt, der auf die bedingungslose Liebe des Vaters vertrauen darf. In diesem Sinne habe auch der Gesellenvater Adolph Kolping gehandelt. Ihm sei es nicht um Ideologien, sondern um den konkreten Menschen in seiner konkreten Lebenssituation gegangen. Kolping stelle den Mensch in den Mittelpunkt seines Wirkens, und in dieser Verantwortung stehe auch heute noch das Kolpingwerk und jede einzelne Kolpingsfamilie. Wiesemann rief das Kolpingwerk dazu auf, sich weiterhin da in der Gesellschaft zu engagieren, wo die Not am größten ist. Dieser Auftrag bliebe immer aktuell.

Vor dem Jubiläums-Gottesdienst am Nachmittag hatte der Diözesan-Vorstand ein Unterhaltungsprogramm zusammengestellt. Es bestand die Möglichkeit, entweder an einer Stadtführung oder einer Schifffahrt teilzunehmen. Anschließend gab es ein gemeinsames Mittagessen im Naturfreundehaus in Speyer. Mit diesen Angeboten sollte vor allem wieder das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden, das unter den Auswirkungen und Einschränkungen der Corona-Pandemie sehr gelitten hatte.

Nach dem Gottesdienst hatte die Vorstandschaft des Diözesanverbandes zu einem Umtrunk im Hof des Priesterseminars eingeladen, bei dem die Gelegenheit bestand, in geselliger Runde – zu der sich auch der Bischof gesellte – den Tag Revue passieren zu lassen. (KOL)

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