Redaktion der pilger

Mittwoch, 05. Oktober 2022

Sparvorschläge vorgestellt

Die Diözesanversammlung fand im Pastoralseminar St. German in Speyer statt – mit der Möglichkeit, sich auch von zu Hause aus einzuwählen. (Foto: Fraleoni/der pilger)

Kürzungspläne sind Hauptthema in Diözesanversammlung des Bistums

Erstmals seit Bestehen dieses neuen Gremiums haben sich Delegierte der Diözesanversammlung (DV) am 1. Oktober persönlich getroffen. Corona hatte solche Sitzungen bisher verhindert. Allerdings gab es auch am vergangenen Samstag die gut genutzte Möglichkeit, online mit dabei zu sein. Auch die interessierte Öffentlichkeit war per Youtube-Kanal zugeschaltet.

Mit Spannung wurden die Sparvorschläge seitens des Lenkungskreises des Strategieprozesses erwartet. Das Ziel, so Generalvikar Markus Magin, laute, den Bistumshaushalt bis 2030 um 15 Prozent oder 30 Millionen Euro zu reduzieren. „Dies ist eine Vorgabe des Diözesansteuerrates.“ Wird das Ziel verfehlt, so lebt das Bistum auf Kosten seiner Rücklagen und seiner Zukunft.

Zunächst wurde durch Kathrin Schek und Manfred Heitz vom Hauptausschuss der DV das weitere Verfahren erläutert: Die verschiedenen diözesanen Gremien (die in der DV zusammengefasst sind) haben nun knapp einen Monat Zeit, sich mit den Vorschlägen zu befassen. Mittels Eingaben können Verbesserungsvorschläge eingebracht werden. Diese werden in ein Konzept gegossen, welches am 4. und 5. November von der DV beraten wird. Am Ende, so die Hoffnung der Verantwortlichen, soll eine Entscheidung und ein klares Votum an den Bischof stehen. Karl-Heinz Wiesemann bat die DV ausdrücklich um eine Mitgestaltung. Dabei, so der Bischof, gehe es um eine Art „Perspektive auf das Ganze“: „Das ist sicher gemeinhin eine Art bischöfliche Perspektive, die aber jede und jeder hier einnehmen sollte.“

Schwerpunktsetzung statt Sparen nach Rasenmäher-Prinzip

Bewusst, so Markus Magin, habe man sich gegen das gleichmäßige Einkürzen von 15 Prozent in allen Bereichen entschieden. „Dieses Rasenmäher-Prinzip macht irgendwann keinen Sinn mehr.“ An diese Stelle tritt, orientiert an der Bistumsvision „Segensorte“ und den von der DV verabschiedeten strategischen Zielen, eine Schwerpunktsetzung. Den Aufgabenbereichen werden unterschiedliche Kürzungsraten auferlegt. Nicht überall wird der Lenkungskreis genaue Vorgaben machen: Für Caritasverband und Domkapitel wird nur über verminderte Zuschüsse entschieden. Die beiden eigenständigen Rechtsträger entscheiden eigenverantwortlich, wie sie die Kürzungen auffangen. Die Caritas muss statt derzeit 11,5 Mio. Euro Zuschuss mit 10,1 Mio. rechnen (minus zwölf Prozent), das Domkapitel soll 1,6 Mio statt bisher zwei Mio. erhalten.

Vergleichsweise hoch fällt der Kürzungsvorschlag im Bereich Erwachsenenbildung und Tagungshäuser aus: Um 34 Prozent (1,7 Mio. Euro) soll gekürzt werden, das Aufgeben von Einrichtungen ist nicht geplant. Ebenfalls um 34 Prozent, aber in absoluter Zahl 2,6 Millionen Euro, soll im Bereich Schule reduziert werden. Tiefe Einschnitte soll der Kita-Bereich verzeichnen, für den Zuschüsse um 8,5 Mio. auf dann zehn Mio. Euro abgesenkt werden. Das Bistum will eine neue Trägerstruktur für Kitas gründen und die Verhandlungen mit den Ländern über die Kita-Finanzierung zu einem guten Ende führen. Die Schlüsselzuweisungen an Kirchengemeinden sollen um 23 Prozent (oder 12,8 Mio. Euro) sinken, u.a. folgt eine Reduktion von kirchlichen Gebäuden aller Art daraus. Weniger gekürzt wird in den Bereichen „Übergemeindliche Seelsorge“ (minus acht Prozent), bei „Überdiözesanen Aufgaben“ (minus 15 Prozent oder 0,7 Millionen Euro) sowie in den „Diözesanen Pflichtaufgaben“, zu der auch die Verwaltung zählt. Die Einsparung liegt bei einem Prozent. Wenn verschiedene andere Aufgabenbereiche reduziert worden seien, so Kanzleidirektor Wolfgang Jochim, könne nachgeführt die Verwaltung verkleinert werden, was weitere Spareffekte bringe.

Mut zum Blick nach vorne und zum Wandel sind nötig

In ihren Begrüßungsworten am Morgen hatten sowohl DV-Vorsitzende Gabriele Kemper als auch Bischof Dr. Wiesemann auf Veränderung eingestimmt: „Wir brauchen den Mut und die gemeinsame Bereitschaft zum Blick nach vorne“, so Kemper. Sie zitierte ein Gedicht von Lothar Zenetti über den Wandel in der Kirche (siehe Seite 10 unten). Der Text gipfelt in dem Satz: „Nein, alles soll so bleiben, wie es ist!“ – Bischof Wiesemann  räumte ein, dass die bevorstehenden Einsparungen „ein maßgeblicher Eingriff in die Gestalt des Bistums sind. Aber wir müssen uns den Fakten stellen und uns gemeinsam dieser Aufgabe stellen“, bezog der Bischof alle Delegierten mit in die Zukunftsfragen ein. (hm)

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