Redaktion der pilger

Mittwoch, 09. November 2022

Mehrheitsvotum für mutigen Weg

Abermals fand die Versammlung in gemischter Form statt und wurde per Youtube-Kanal ins Internet übertragen. (Foto: der Pilger/FR)

Diözesanversammlung beschließt Rahmenkonzept für Finanzen und Strategie des Bistums Speyer bis 2030

Mit großer Mehrheit hat die Diözesanversammlung des Bistums Speyer das Rahmenkonzept zu Einsparungen beschlossen und dem Speyerer Bischof zur Umsetzung empfohlen. Die Diözesanversammlung (DV) tagte am 4. und 5. November im Ludwigshafener Heinrich Pesch Haus.

Bei 73 Ja-Stimmen, einmal „Nein“ und sieben Enthaltungen wurden Kernaussagen und strategische Überlegungen zur Einsparung von 15 Prozent oder 30 Millionen Euro bis zum Jahr 2030 auf den Weg gebracht. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zeigte sich sehr dankbar für dieses eindeutige Votum und „die Ehrlichkeit beim Mit-Reden und Mit-Entscheiden“. In seinen Dank schloss er die Vorsitzende der Diözesanversammlung, Gabriele Kemper, als „wesentlichen Motor des gesamten Prozesses“ ein. Sie hatte die Diözesanversammlung mehrfach motiviert, mutig neue Wege zu gehen: „Wir müssen uns bewegen – auch wenn Wandel selten ohne Zweifel kommt, ohne Durststrecken – oder gelegentliches Scheitern. Wir brauchen eine kräftige Portion Mut und die gemeinsame Bereitschaft zum Blick nach vorn.“ Kemper erhielt zum Abschluss der eineinhalbtägigen Beratungen lang anhaltenden Applaus.

Die Diözesanversammlung hat sich nach Worten von Bischof Wiesemann als „fähiges und kompetentes Organ für die Weiterentwicklung des Bistums“ erwiesen. Er betrachte das nun vorliegende Votum als klaren Auftrag für die weiteren Beratungen zum Bistumshaushalt. Das Votum wird nun an den Diözesansteuerrat weitergeleitet als Grundlage für die Entscheidung über den Haushaltsplan 2023 sowie die weitere Finanzplanung.

Dass die DV zwei Jahre nach ihrer Gründung noch in einem Findungsprozess steht, wurde in dieser Sitzung deutlich: Mehrmals wurde seitens des Vorstands betont, die DV-Delegierten trügen Verantwortung für das große Ganze, für grobe Linien, nicht aber für einzelne Haushaltsposten und Detailfragen. Diese oblägen der Verwaltung und dem Diözesansteuerrat. So warb Generalvikar Markus Magin mit Blick auf den historisch gewachsenen Haushalt dafür, dessen Komplexität nicht durch noch mehr Zahlen und Details zu vergrößern. Mehrfach war aus dem Plenum die Kritik geäußert worden, man könne ohne Detailkenntnisse nicht entscheiden.

Magin bat zugleich um das Vertrauen der Delegierten und sagte zu, die DV auch weiterhin eng in den Strategieprozess einzubinden. So soll dem Gremium die nun zu erarbeitende Umsetzungsplanung für die Jahre bis 2030 vorgelegt werden. Diese wird die Sparziele und strategischen Überlegungen in konkrete Handlungsanweisungen ummünzen. Magin versprach auch, größere Einzelmaßnahmen in dem synodalen Gremium beraten zu wollen.   

Der erste Entwurf des Rahmenkonzeptes war Anfang Oktober in einer DV-Sitzung vorgestellt und in den zurückliegenden Wochen intensiv diskutiert worden. Die DV-Mitglieder hatten die Möglichkeit, Optimierungsvorschläge zu machen. Diese Vorschläge, zuletzt 36 an der Zahl, wurden ausgewertet und großteils eingearbeitet.

Millionenförderung für innovative Ideen

Neu ist vor allem ein zusätzlicher Innovationsetat in Höhe von rund einer Million Euro. Hinzu kommen die Personalkosten für Innovationsprojekte. In Pfarreien und weiteren kirchlichen Institutionen und Initiativen suchen Haupt- und Ehrenamtliche nach neuen Wegen, wie die Segensorte-Vision lebendig werden kann. Der Etat soll dazu ermutigen, solche Ideen zu erproben, damit Kirche in einer sich rasch verändernden Gesellschaft präsent bleibt.

Zugleich sollen veraltete Strukturen modernisiert und die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Landeskirche vertieft werden. Das verabschiedete Rahmenkonzept empfiehlt Einsparungen vor allem in der Bistumsverwaltung, bei den 70 Kirchengemeinden sowie in Tagungshäusern. Der prozentuale Anteil der Zuschüsse an die Caritas soll – trotz der Sparvorgaben – gegenüber den ersten Vorschlägen leicht steigen. Zudem setzte sich die DV ein, auch in Zukunft zehn Millionen Euro im Jahr in Kindertagesstätten zu investieren – die Refinanzierung der weiteren Kosten muss durch die Kommunen gesichert werden. Darüber wird derzeit mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland verhandelt. Das Bistum verantwortet derzeit 235 katholische Kitas mit 16 000 Plätzen. Einen Antrag, das Kita-Thema zu verschieben, bis die Verhandlungen mit den Ländern abgeschlossen sind, verwarf das Gremium mehrheitlich. Ein Aufschub hätte bedeutet, inzwischen in anderen Arbeitsfeldern zehn Millionen Euro abzuschneiden.

Beratungen und Begegnungen der DV-Mitglieder wurden überschattet durch die Nachricht vom Tod des langjährigen Pressesprechers und Leiters der Öffentlichkeitsarbeit im Bistum, Markus Herr (Seite 17). Der 53-Jährige war unter anderem Mitglied des Allgemeinen Geistlichen Rates, des Lenkungskreises für den Strategieprozess und der Diözesanversammlung gewesen. (is/hm)

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