Redaktion der pilger

Donnerstag, 24. November 2022

Beide Seiten unter Druck

Aussprache: Im Vatikan trafen sich die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz mit den Leitern der vatikanischen Behörden. (Foto: kna/Vatican Media/Romano Siciliani)

Bischof Bätzing zieht nach dem Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe in Rom eine gemischte Bilanz

Erstmals trafen in Rom die deutschen Bischöfe und Kurienkardinäle persönlich aufeinander, um über den Synodalen Weg zu diskutieren. Deutlich wurde: Der Vatikan lehnt die meisten Reformideen ab. Der Synodale Weg darf aber dennoch weitergehen.

Die Protokolle der Debatte von deutschen Bischöfen und Kurienkardinälen könnten einst in die Kirchengeschichte eingehen. Zum ersten Mal hatten deutsche Bischöfe in Rom ein Forum, den Entscheidern in der Zentrale der katholischen Weltkirche Forderungen des Synodalen Weges vorzutragen. Und zum ersten Mal mussten diese ihre Bedenken und Einwände den Bischöfen ins Gesicht sagen.

Beiden Seiten scheint daran gelegen zu sein, dass ihre Argumente öffentlich zur Kenntnis genommen werden. Der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing hat mit der Veröffentlichung seines Statements den ersten Schritt getan. Nun sind die Kurienkardinäle Luis Ladaria und Marc Ouellet an der Reihe, ihre Grundsatzreden öffentlich machen. Darüber hinaus soll es ein von allen Beteiligten unterzeichnetes Protokoll der Debatte geben.

Für vatikanische Verhältnisse bedeutet das einen Quantensprung an Transparenz. Künftig können auch Reformbefürworter aus anderen Ländern darauf zurückgreifen, was die Deutschen in Rom den Kurienkardinälen eröffneten. Gleichzeitig können von nun an in Deutschland die konservativen Kritiker des Synodalen Weges für sich in Anspruch nehmen, dass sie aus der Kurie viel Rückendeckung erhielten.
Allerdings sind die Mehrheitsverhältnisse spiegelverkehrt: Während aus der Deutschen Bischofskonferenz rund zwei Drittel für weitreichende Änderungen in Kirchenrecht und Morallehre gestimmt haben, ist im Vatikan die Zahl derer, die für eine Frauenweihe oder die Segnung von homosexuellen Paaren stimmen würden, ziemlich überschaubar.

Papst Franziskus nahm nicht an der Diskussion zum Synodalen Weg teil

Die Mehrheiten in beiden Lagern stehen offenbar unter Druck. Bätzing sprach in Rom mit Sorgenfalten auf der Stirn von der „Ungeduld des Gottesvolkes“ in Deutschland. In katholischen Gemeinden sowie an theologischen Fakultäten zeigen immer weniger Menschen Verständnis für die Positionen des römischen Lehramts in der Frauenfrage oder in der Sexualmoral. So ist es eher unwahrscheinlich, dass die Reformkräfte sich damit zufriedengeben werden, wenn die Bischöfe nach ihren Gesprächen in Rom berichten, es sei ihnen gelungen, die Türen für eine Fortsetzung des Synodalen Weges offenzuhalten.

Diese Türen wenigstens vorübergehend zu schließen, war das Ansinnen des ebenfalls von Sorgen geplagten Kardinals Ouellet. Er schlug ein Moratorium für den Synodalen Weg vor, also eine zeitlich begrenzte Aussetzung der Reformdebatte. Bätzing deutete dies als einen Versuch des Vatikans, einen befürchteten „Flächenbrand“ einzuhegen, der von den deutschen Reformforderungen ausgehend weite Teile der Weltkirche erfassen könnte.

Entgegen der Erwartungen hat Papst Franziskus an der Diskussion am Freitag nicht teilgenommen. Er hatte sich tags zuvor mit den deutschen Bischöfen getroffen. Länger als geplant sprachen sie dabei über das Selbstverständnis des Priesteramtes und über die Rolle der Laien in der Kirche. Aspekte des Synodalen Weges wurden nur am Rand aufgegriffen.

Zum Abschluss des Ad-limina-Besuchs zog Bischof Bätzing eine gemischte Bilanz. Als Erfolg verbuchte er die Tatsache, dass über alle strittigen Themen offen gesprochen worden sei. Er räumte aber ein, dass bislang kein verbindlicher Kurs für einen Fortgang der Gespräche über die Forderungen des Synodalen Weges vereinbart worden sei. Es stehe der Vorschlag eines Runden Tischs im Raum.

Seitens der Kurie habe es „klare Ansagen“ gegeben, die man ernst nehme, sagte Bätzing. Es seien rote Linien benannt worden, die aus Sicht der Kurienchefs nicht überschritten werden dürften, dazu zähle die Frage der Priesterweihe von Frauen. Als Nächstes würden die Bischöfe und die Laienverbände in Deutschland sich mit dem auseinandersetzen, was in Rom besprochen wurde. (Ludwig Ring-Eifel)

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