Redaktion der pilger

Mittwoch, 14. Dezember 2022

Fragen und Antworten zu Weihnachten

Krippenszene aus der Kirche St. Wolfgang in Erfweiler bei Dahn. (Leserfoto: Nikolaus Marco (zg))

Von Ochsen und Eseln, Bäumen und Krippen – und von einer Geburt

Alle Jahre wieder feiern Milliarden Menschen in aller Welt Weihnachten, nicht nur fromme Christen. Warum wird das Fest gefeiert? Und warum ausgerechnet an diesem Termin? Was hat es mit Tannenbaum und Krippe auf sich? Und was mit Ochs und Esel? Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) beantwortet wichtige Fragen rund um das Fest.

Was bedeutet der Begriff „Weihnachten“?

Das Wort „Weihnachten“ kommt aus dem mittelhochdeutschen und heißt so viel wie „geweihte, heilige Nächte“. In anderen Sprachen erinnern Begriffe wie Christmas, Natale, Navidad oder Noel an Christus oder an die Geburt.


Wie kommt der Termin des Festes zustande?

Das Datum der Geburt Jesu ist unbekannt. Aufgrund unterschiedlicher Traditionen feiern Katholiken, Protestanten und ein Teil der orthodoxen Christen am 25. Dezember nach dem Gregorianischen Kalender. Der andere Teil der Orthodoxie ist beim 25. Dezember nach dem älteren Julianischen Kalender geblieben. Das entspricht dem 7. Januar im Gregorianischen Kalender. Erstmals belegt ist die Feier am 25. Dezember im Jahr 336. Einige Historiker gehen davon aus, die Kirche habe den Termin bewusst gewählt, um das von den römischen Kaisern 274 eingeführte heidnische „Geburtsfest des unbesiegbaren Sonnengottes“ („sol invictus“) um die Wintersonnenwende neu zu deuten. Jesus wird auch oft als „Licht der Welt“ charakterisiert.

Was steht zu Weihnachten in der Bibel?
Die Vorstellungen von Weihnachten hat vor allem der Bericht des Evangelisten Lukas geprägt. Bei ihm finden sich die populären Erzählungen von der Herbergssuche, der Geburt im Stall und von den Hirten auf den Feldern, denen ein Engel verkündet: „Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt“. Das Ganze soll sich bei Bethlehem zugetragen haben. In der knapp zehn Kilometer von Jerusalem entfernten palästinensischen Stadt steht heute die Geburtskirche. Im Matthäus-Evangelium wird Jesu Geburt nur kurz erwähnt, bei Markus und Johannes kommt sie hingegen gar nicht vor.

Warum stellen Menschen eine Krippe auf?
Lange wurde angenommen, der Brauch gehe vor allem auf den heiligen Franziskus von Assisi zurück, der im 13. Jahrhundert mit lebenden Tieren und Menschen die Weihnachtsgeschichte nachstellte. Dabei orientierte er sich am Lukas-Evangelium mit dem Kind in der Futterkrippe, Maria, Josef, Hirten und Schafen. Franz wollte den Menschen konkret vor Augen führen, was damals geschah. Ein wichtiger Aspekt war ihm dabei auch, dass Gott seinen Sohn nicht in einem Palast zur Welt kommen ließ, sondern in ärmlicher Umgebung. Erste Krippen im heutigen Sinne als figürliche Darstellung der Geburt Jesu gab es im 16. Jahrhundert in Italien und Spanien.

Wie ist es mit Ochs und Esel?
Im Neuen Testament kommen die Tiere selbst nicht vor, nur ihr Futtertrog. Im Alten Testament finden sich die Tiere aber schon: "Der Ochse kennt seinen Besitzer / und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, / mein Volk hat keine Einsicht", so heißt es bei Jesaja (1,3). Und schon im vierten Jahrhundert gab es Darstellungen mit Ochs und Esel neben dem Jesuskind. Es gibt Deutungen, wonach die Vierbeiner die Menschen symbolisieren, die nicht an Gott glauben.

Woher kommt der Weihnachtsbaum?
Dazu gibt es verschiedene Belege und Deutungen: Erste Berichte über geschmückte Tannenbäume oder Christbäume zum Fest stammen aus dem 16. Jahrhundert. Manche Experten führen den Brauch auf die Schöpfungsgeschichte in der Bibel zurück, weil am Heiligabend (24. Dezember) der Namenstag von Adam und Eva gefeiert wird. Aus diesem Anlass gab es sogenannte Paradiesspiele. Dazu gehörten auch mit Äpfeln geschmückte Paradiesbäume, weil Adam und Eva nicht die Früchte vom Baum der Erkenntnis essen sollten. Lange blieben Weihnachtsbäume wohlhabenden Kreisen vorbehalten. Zur vorletzten Jahrhundertwende konnte sich der Tannenbaum als Symbol des Festes in Deutschland in allen Schichten durchsetzen und danach seinen Siegeszug in alle Welt antreten. Zunächst wurde der Christbaum zu einem vorwiegend evangelischen Brauch, teilweise als Gegensymbol zur eher katholischen Krippe. Seit Ende des 19. Jahrhunderts schmückt er aber auch katholische Wohnzimmer und schließlich katholische Gotteshäuser. Oft wird der immergrüne Tannenbaum so gedeutet, dass sein Grün das Leben symbolisiert und die Kerzen die Wiederkehr des Lichts.

Warum gibt es Weihnachtsgeschenke?
Der Brauch, sich gegenseitig zu beschenken, erinnert vor allem daran, dass Gott die Menschen so sehr liebt, dass er ihnen seinen eigenen Sohn schenkt. Andere Deutungen weisen auf die Gaben der Heiligen Drei Könige hin, daran sollen unsere Geschenke erinnern. Aber: Seit vielen Jahren wird häufig kritisiert, dass das religiöse Fest bei vielen Menschen kaum noch eine Rolle spiele. Stattdessen werde Weihnachten immer mehr zum kommerzialisierten Geschenkefest.

Und der Gottesdienstbesuch an Weihnachten?
In den letzten Jahren vor Corona ging etwa jeder fünfte Deutsche am Fest in die Kirche – sogar Konfessionslose und Muslime. Mit der Pandemie Corona gingen seit 2020 die Zahlen deutlich nach unten. In diesem Jahr sind die Gemeinden beider Kirchen gespannt, wie viele Menschen wieder zu den Gottesdiensten, Krippenspielen und Weihnachtskonzerten in die Gotteshäuser kommen. (Gottfried Bohl)

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