Aus dem Bistum

Donnerstag, 18. Januar 2018

Neue Pläne für früheres Bistumshaus St. Ludwig

Eigentümerwechsel bei ehemaligem Kirchenanwesen in Speyer: Gebäude bleiben weitgehend erhalten.

Das ehemalige Bistumshaus St. Ludwig in Speyer. Foto: Landry/Pilger-Archiv

Architekturzeichnung, die den Zielzustand nach den jetzt geplanten Baumaßnahmen zeigt. Foto: Bistum/Pilger-Archiv

Einen neuen Eigentümer gibt es beim früheren Bistumshaus St. Ludwig in der Speyerer Innenstadt: Die Immobilie, zu der auch die frühere St. Ludwigs-Kirche zählt, gehört jetzt der Project Bisping gmbh in Neuburg am Rhein. Bisping ist ein Kunstwort und steht für „Bistumshaus Speyer in neuem Gewand“. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Neuburger Bauträgerfirma Kuttler GmbH. Die Geschäftsführer Jutta und Wilhelm Kuttler stellten am 17. Januar in Speyer bei einem Pressegespräch ihre Planungen für das Bistumshaus vor. Bisping hatte seit vergangenem Frühsommer mit dem Vorbesitzer, dem Mannheimer Unternehmen Diringer und Scheidel, sowie der Stadt Speyer über den Ankauf der Immobilie verhandelt. Diringer und Scheidel hatte sich, auch wegen befürchteter Unwägbarkeiten durch archäologische Befunde in diesem Teil der Speyerer Altstadt, von dem Projekt zurückgezogen.
Vor allem altersgerechte Wohnungen wollen die Kuttlers im ehemaligen Bistumshaus ansiedeln, dazu solle ein Großteil des Gebäudes barrierefrei hergerichtet werden. Wenn es zur Wohnnutzung passt, könnte auch Gewerbe einziehen: Arztpraxen, Anwaltskanzleien, Gastronomie im Kellergewölbe und anderes seien denkbar. „Hier gibt es noch keine weiteren Pläne, das ist jetzt auch noch nicht vordringlich“, sagte Wilhelm Kuttler. Man wolle nun mit allen sprechen, mit denen Abstimmung angezeigt sei, vor allem mit der Baubehörde der Stadt Speyer. Einen briefliche Anfrage hat der neue Eigentümer von St. Ludwig auch an den Bischof von Speyer gerichtet. „Ich suche auch mit Bischof und Bistum das Gespräch.“
Zu Planung der Baumaßnahme sagte Wilhelm Kuttler, man greife hier auf ursprüngliche Pläne des Bistums Speyer zurück, die leicht ergänzt würden. Ein Baukörper an der Greifengasse wird abgerissen, das bisher u-förmige Hauptgebäude durch einen Neubau zum Karree vervollständigt. Unter dem bisherigen Parkplatz entstehe ein zusätzliches Parkdeck auf Niveauhöhe der Johannesstraße.
Kuttler machte deutlich, dass es auch mit dem Landesamt für Archäologie Übereinstimmung gebe. „Die Archäologen sollen ihre Arbeit machen, dabei werden wir sie unterstützen.“ Eine solche Untersuchung sei hochspannend. „Das macht mir keine Angst. Natürlich gibt es Unwägbarkeiten und Überraschungen. Aber wir werden Lösungen finden“, zeigte sich Kuttler überzeugt. Der Bau-Ingenieur blickt auf eine rund 20-jährige Erfahrung zurück. Zahlreiche Wohn- und Industriegebäude haben er und seine Frau gebaut und vermarktet, darunter auch Projekte in Speyer. „Altersgerechtes Bauen ist eine Spezialität von uns.“ Für das Bisping-Projekt arbeitet die Neuburger Firma mit dem Heidelberger Architekturbüro Kuhlmann zusammen.
Insgesamt geht Wilhelm Kuttler von einem Investitionsvolumen von 20 Millionen Euro aus. Der Kaufpreis für das Anwesen – über den mit Diringer und Scheidel Stillschweigen vereinbart worden sei – ist darin enthalten.
In die Bauinvestionen ist die frühere St. Ludwigs-Kirche ebenfalls eingerechnet. „Im Wirtschaftskonzept ist die Kirche aber nicht eingebettet.“ Das heißt, wenn alle Planungen aufgehen, alle 40 Eigentumswohnungen verkauft sind, dann rechnet sich die Baumaßnahme und das denkmalgeschützte Kirchengebäude könnte sogar leer stehen bleiben. „Wir wollen aber eine der bisherigen Bedeutung angemessene Nutzung“, unterstrich Kuttler. „Darüber möchte ich auch mit dem Bistum und weiteren Ideengebern sprechen.“ Auch ein Kolumbarium, wie vor dem Verkauf vorgeschlagen, sei für ihn denkbar. Kuttler ist zuversichtlich, dass eine sinnvolle Nutzung für das frühere Gotteshaus gefunden wird.
Den Zeitplan für das Projekt bezeichnet Kuttler als entspannt, bis Ende 2020 soll alles fertig sein.

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