Aus dem Bistum

Mittwoch, 20. März 2019

Höhere Beteiligung erwartet

In fünf Pfarreien werden die Pfarrgremien ausschließlich per Briefwahl bestimmt

Am 15. März informierte Marius Wingerter in Kaiserslautern die Vertreter der Testpfarreien bei einem Vorbereitungstreffen über die Briefwahl. Foto: Bistum Speyer

Am 16. und 17. November finden im Bistum Speyer die Pfarrgremienwahlen statt, die unter dem Motto „Zusammen wachsen. Weiter denken“ stehen. In den Pfarreien und Gemeinden sind die Katholiken an diesen beiden Tagen aufgerufen, sich möglichst zahlreich zu beteiligen und an die Wahlurnen zu gehen. In fünf der insgesamt 70 Pfarreien werden allerdings keine Wahllokale öffnen. Dort bestimmen rund 41 000 Männer und Frauen die Besetzung ihrer Gremien ausschließlich per Briefwahl. Das entspricht etwa zehn Prozent aller Wahlberechtigten im Bistum.

Anfang Januar erhielten die Leitenden Pfarrer der Diözese einen Brief von Generalvikar Andreas Sturm, in dem er ihnen mitteilte, dass das Bistum beabsichtige, in bis zu fünf Pfarreien eine Allgemeine Briefwahl zu testen, „um dadurch Erfahrungen zu sammeln, wo die Schwierigkeiten und Probleme liegen, aber auch Chancen und Möglichkeiten dabei auszuloten“. Dem Bistum sei es wichtig, dass sich unter den Pilotpfarreien sowohl städtische und ländliche als auch große und kleine Pfarreien befinden. Pfarreien, die sich an dem Testlauf beteiligen möchten, waren aufgerufen, sich bis zum 15. Februar bei Marius Wingerter, Referent für pfarrliche und überpfarrliche Räte im Bistum Speyer, zu melden.

Insgesamt gingen 16 Bewerbungen ein. Fünf Interessenten wurden ausgewählt: Feilbingert-Heiliger Disibod, Herxheim-St. Laurentius, Kaiserslautern-Heilig Geist, Otterberg-Mariä Himmelfahrt und St. Ingbert-Heiliger Ingobertus.

Daniel Zamilski freut sich, dass seine Pfarrei mitmachen darf. „Unser Gebiet erstreckt sich über die gesamte Stadt St. Ingbert und eignet sich deshalb gut für so einen Test“, ist der Pfarrer überzeugt. Er erhofft sich von der Briefwahl vor allem eine höhere Wahlbeteiligung, „weil die Barriere, ins Wahllokal gehen zu müssen, wegfällt“. Gleichzeitig verspricht er sich von dem Verfahren, mehr Kirchenferne zu erreichen. Und nicht zuletzt erwartet der 36-Jährige einen geringeren Aufwand, vor allem für das Pfarrbüro, etwa durch den Wegfall der sieben Wahllokale.

Ein Großteil der Mitglieder im Verwaltungs- und Pfarreirat habe sich für die Allgemeine Briefwahl ausgesprochen. Es seien aber auch Bedenken geäußert worden, dass die persönliche Nähe verloren gehe. Um dem entgegenzutreten, soll das Pfarrbüro als Anlaufstelle für Fragen und sonstige Anliegen rund um die Briefwahl zur Verfügung stehen. „Darüber hinaus möchten wir eine Wahlkabine im Pfarrbüro einrichten, damit die Möglichkeit besteht, den Stimmzettel direkt vor Ort auszufüllen“, erläutert Zamilski.  

Rund 11 000 Katholiken können in der Pfarrei Heiliger Ingobertus ihre Stimme abgeben. „Sie alle müssen von uns bedient werden“, betont Pfarrsekretärin Anja Kutschenreuter und ist skeptisch, ob die Briefwahl wirklich eine Zeitersparnis für sie und ihre drei Kolleginnen bringt. „Wir benötigen allein 33 000 Stimmzettel für die Wahl des Gemeindeausschusses, des Pfarreirates und des Verwaltungsausschusses; dazu je 11 000 Begleitschreiben, Kuverts für die Stimmzettel sowie Briefwahlscheine, auf denen die Wähler durch ihre Unterschriften versichern, dass sie ihre Stimmzettel persönlich ausgefüllt haben“, rechnet sie vor. Danach stehe das Eintüten und die Zustellung der Wahlunterlagen an. Um eine Entlastung zu erreichen, stehen laut Kutschenreuther Überlegungen im Raum, für das Erstellen der Stimmzettel und Begleitschreiben eine Druckerei zu beauftragen. Dies hänge aber vom Preis ab. Pro Wahlberechtigtem erhalten die Testpfarreien für die Aktion vom Bistum Speyer einen Euro Unterstützung.

Bis zum 27. Oktober müssen sämtliche Wahlunterlagen zugestellt worden sein. Die Briefwahl selbst dauert vom 28. Oktober bis 17. November.Am 17. November um spätestens 12 Uhr muss der Stimmzettel das Pfarrbüro erreichen.
Marius Wingerter vom Bischöflichen Ordinariat in Speyer rechnet mit einem „immensen Aufwand für die fünf Testpfarreien, vor allem weil sie die Unterlagen selbst kuvertieren müssen. Auch die Auszählung der Stimmen benötigt viel Zeit“. Außerdem seien sie noch gefordert, zwei Entscheidungen zu treffen. Zum einen gehe es um die Frage, wie die Wahlunterlagen zugestellt werden. Zur Auswahl stünden austragen, verschicken oder ein Mix aus beidem. „In welcher Form dies geschieht, ist egal. Es muss allerdings gewährleistet sein, dass die Dokumente bei den Wahlberechtigten ankommen“, unterstreicht Wingerter. Zum anderen seien die Pfarreien aufgerufen, sich zu überlegen, wie sie die Wahlunterlagen zurückbekommen. Dies könne etwa dadurch geschehen, dass die Wahlbriefe im Pfarrbüro abgegeben werden, oder dass das Kuvert mit dem Aufdruck „bitte freimachen, wenn Marke vorhanden“ bzw. „Porto zahlt Empfänger“ versehen ist. Laut Marius Wingerter werde das Bistum die beteiligten Pfarreien noch Informationen der Deutschen Post in Bezug auf die Versendungsmöglichkeiten an die Hand geben.

Was das Pilotprojekt insgesamt betrifft, so erhofft sich Wingerter Erkenntnisse darüber, ob Aufwand und Ertrag in einem guten Verhältnis stehen, um die Wahlbeteiligung zu steigern. Er ist davon überzeugt, dass eine höhere Wahlbeteiligung etwas mit der Legitimation der Gewählten zu tun hat. Bei der Pfarrgremienwahl im Jahr 2015 gaben im Schnitt 12,24 Prozent der Stimmberechtigten ihr Votum ab. Dabei lag in Neustadt-St. Marien die Beteiligung mit 2,83 Prozent am untersten Ende. Spitzenreiter war Leimen bei Rodalben mit 38,74 Prozent.

In der Briefwahl sieht Wingerter für die Testpfarreien eine gute Gelegenheit, mit allen Katholiken in Kontakt zu treten und sich und ihre Arbeit vorzustellen. Gleichzeitig stellt er klar: In den 65 restlichen Pfarreien besteht – wie vor vier Jahren – die Möglichkeit, die Briefwahl zu beantragen. (pede)

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