Aus dem Bistum

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Raum des Friedens und Miteinanders

Pontifikalamt zum 100. Geburtstag der Kirche St. Sebastian in Rockenhausen

Vor 100 Jahren wurde die Rockenhauser St. Sebastians-Kirche geweiht. Das Modell im Kircheneingang verdeutlicht besondere Bauformen. Foto: Jung

Es war ein feierlicher Anlass, der eine große Gästeschar am 15. Oktober nach Rockenhausen lockte: Die Kirche St. Sebastian feierte ihr 100-jähriges Bestehen. Zu Ehren des Jubiläums leitete Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann ein Pontifikalamt.

Von außen ein stattlicher Anblick, präsentierte sich die Kirche, deren außergewöhnliche Architektur auf den Landstuhler Architekten Rudolf von Pérignon zurückgeht, im Inneren noch einmal im Miniformat. Ein Modell, das in wochenlanger Feinarbeit erarbeitet wurde und detailgetreu das Original wiedergibt, empfing die Besucher des Jubiläumsgottesdienstes.

Den besonderen Tag würdigte Dekan Markus Horbach in seiner Begrüßung und warf einen Blick zurück auf die Anfänge von St. Sebastian. Am 14. Oktober 1917 sei im „pilger“ zu lesen gewesen, dass der damalige Bischof von Speyer, Ludwig Sebastian, seine ersten Pontifikalhandlungen in der gerade geweihten Rockenhausener Kirche vorgenommen hat. Horbach: „Das war für die Gläubigen eine große Freude. Heute freuen wir uns, dass Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr zu uns gekommen ist.“

Dieser erinnerte an die krisengeschüttelte Zeit vor 100 Jahren. „Das 20. Jahrhundert hat in Rockenhausen schon mit einer Katastrophe begonnen, als 1900 die alte katholische Kirche abgebrannt ist. Dann tobte der Erste Weltkrieg und später der Zweite, durch beide hat das Vertrauen in Gott gelitten.“ Und doch sei mitten im Ersten Weltkrieg, einer Zeit der Zerstörung, diese Kirche entstanden. Mit ihrem wuchtigen Turm, der schon von weitem erkennbar sei, als sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes und des Friedens. „Die Kirche ist nicht nur ein Bau, sondern Stein für Stein Leben, durch Menschen, die den Glauben lebendig halten“, sagte der Bischof und drückte seine Freude darüber aus, dass der eigentliche Weihetag von St. Sebastian, der 3. Oktober, in diesem Jahr mit einem ökumenischen Gottesdienst begangen worden ist. „Kirche soll einladend sein. Ihr müsst nicht erst alles abarbeiten, um würdig zu sein, hier herein zu kommen. Kirche ist ein Raum für Versöhnung, Frieden und Miteinander und keine Burg, in der man sich verriegelt.“ Allerdings habe er momentan den Eindruck, dass der Horizont kleiner werde und sich die Ellbogenkultur durchsetze. Deshalb brauche es Menschen, die ihr Gesicht zeigen und „sich nicht an Kleinkariertem zerfressen, sondern die Vision von Versöhnung haben und sich weit hinauswagen. Gott will, dass das Leben ein Fest, eine Freude ist.“

Auf das Miteinander kam auch der evangelische Pfarrer von Rockenhausen, Hans Gaul, in seinem Grußwort zu sprechen. „Wir vertrauen darauf, gemeinsam für das Reich Gottes einzustehen“, sagte er und machte der katholischen Gemeinde in Anlehnung an Luther ein Apfelbäumchen zum Geschenk. Der Gottesdienst, an dem auch der frühere katholische Pfarrer Ludwig Müller teilnahm, wurde von dem Projektchor, der Kolpingkapelle sowie von zwei Organisten gestaltet. Im Anschluss setzte sich das Miteinander bei einem Gemeindefest rund um die Kirche fort. (friju)

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