Aus dem Bistum

Donnerstag, 15. November 2018

Noch mehr Hilfestellungen enthalten

Zweite Auflage des liturgisches Buches zur Feier des Sterbesegens erscheint

Foto: Peregrinus

Sein äußeres Erscheinungsbild ist nahezu gleich geblieben; inhaltlich sind allerdings einige wertvolle Tipps und Hilfestellungen hinzugekommen. Zwei Jahre nach der Veröffentlichung des liturgischen Buches zur Feier des Sterbesegens kommt am 21. November die zweite erweiterte Auflage auf den Markt.

Der Sterbesegen ist eine Form, wie der Übergang vom Leben zum Tod in Familien und im Kreis von Angehörigen und Freunden würdig und bewusst gestaltet werden kann. Dazu gehören das gemeinsame Beten und Zeiten der Stille ebenso wie das Lesen in der Heiligen Schrift und das Singen von Liedern. Das Bistum Speyer hat den Sterbesegen, der von einem Seelsorger, aber auch von Laien geleitet werden kann, 2016 ergänzend zu den Kranken- und Sterbesakramenten als neues Ritual eingeführt und das liturgische Buch zum Thema herausgebracht.  

Dass die Erstauflage bereits vergriffen ist, verdeutlicht das große Interesse vieler Menschen an dieser Form der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen. Aufgrund der Erfahrungen der Anwender erhielten Kerstin Fleischer, Referentin für Hospiz- und Trauerseelsorge des Bistums, und Liturgie-Referent Clemens Schirmer die ein oder andere Anregung zur Weiterentwicklung des Sterbesegens, die nun in die zweite Auflage eingeflossen ist.

So entstanden zwei Formen des Sterbesegens in „Leichter Sprache“ für Menschen mit geistiger Behinderung und für Betroffene, die an Demenz erkankt sind. „Denn sie sind nicht in der Lage, die herkömmlichen Texte aufzunehmen“, erläutert Kerstin Fleischer. Dabei rät das Buch etwa bei Menschen mit geistiger Behinderung eine Bezugsperson in den Sterbesegen einzubeziehen, die abschätzen kann, was mit dem Beteiligten möglich ist. Darüber hinaus wird das Evangelium in einfacher Sprache gelesen. „Insgesamt sieht die Gestaltung viel anschaulicher aus, etwa unter Einbeziehung von Gegenständen, die der Sterbende in seinem alltäglichen Leben benutzte“, unterstreicht Clemens Schirmer. „Das kann ein Musikinstrument oder ein Kuscheltier sein, über das die Beteiligten miteinander ins Gespräch kommen.“ Bei Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ist es wichtig, eine Mischung aus vertrauten Liedern, Gebeten und einfach formulierten Sätzen und Gedanken für die Feier zu verwenden. „Es handelt sich um eine schlichte Form, bei der eher weniger gesprochen wird, um den Sterbenden nicht zu überfordern“, bringt es Kerstin Fleischer auf den Punkt.

Neu aufgenommen in das Buch wurden auch das „Gebet zur Verabschiedung eines Verstorbenen vom letzten Lebensort“ und das „Gebet zur Verabschiedung am Sarg“. Beide Modelle sollen den Angehörigen in ihrem Trauerprozess helfen. Bei dem letzten Lebensort handelt es sich um das vertraute Umfeld, an dem die Angehörigen den Verstorbenen noch einmal sehen und berühren können. Dies sei gerade bei einer geplanten Feuerbestattung besonders wichtig, unterstreicht Kerstin Fleischer. „In diesem Moment sind wir dem Leben des Verstorbenen ganz nah und verabschieden den Tod vom Lebensort.“ Vielen Angehörigen hilft es auch, dem Verstorbenen am Sarg noch einmal zu begegnen. Ein Gebet kann etwa das Schließen des Sarges begleiten.

Manche Menschen haben eine Abneigung gegen vorgefertigte Texte, etwa Jugendliche, oder solche, die der Kirche eher fern stehen. Für solche Personen zeigt das liturgische Buch zur Feier des Sterbesegens in der zweiten Auflage Wege auf, wie der Sterbesegen mit den Beteiligten entwickelt werden kann. „Eine Möglichkeit sind Fotos auf dem Smartphone, über die gemeinsame Erlebnisse in Erinnerung gerufen werden können, die dann in ein Gebet münden“, erklärt Clemens Schirmer. Aber auch bestimmte Orte oder eine bestimmte Musik könnten mit dem Sterbesegen verbunden werden.

Eine weitere Neuerung in der Handreichung ist die Übersetzung des Sterbesegens ins Englische, Französische, Italienische, Polnische und Kroatische für Sterbende und Angehörige, die die deutsche Sprache nicht verstehen.

„Insgesamt dient das Buch als Hilfestellung, an der nicht zwanghaft festgehalten werden muss“, so Schirmer und Fleischer. „Zwar macht es Sinn, das Segensgebet zu sprechen; aber entscheidend für die Gestaltung der Feier ist das, was der Sterbende und die Angehörigen brauchen. Alles kann, aber muss nicht sein.“ (pede)

Für diejenigen, die das Sterbesegen-Buch bereits haben, bietet das Bistum einen besonderen Service an: Die Texte, die in der zweiten Auflage neu hinzugekommen sind, können auf der Webseite www.sterbesegen.bistum-speyer.de kostenlos heruntergeladen werden.

 

Einführungsveranstaltung zum Sterbesegen für Ehrenamtliche

Interessierte Ehrenamtliche, die sich allgemein über den Sterbesegen informieren möchten, können an einer Einführungsveranstaltungen teilnehmen. Die nächsten Informationsabende finden statt am Donnerstag, 24. Januar 2019 (17 bis 21 Uhr), in der Katholischen Familienbildungsstätte in Pirmasens (Unterer Sommerwaldweg 44) und am Montag, 28. Januar 2019 (17 bis 21 Uhr), im Pfarrheim der Gemeinde St. Theresia in Kaiserslautern (Konrad-Adenauer-Straße 31).
Sekretariat der Hospiz- und Trauerseelsorge,
Telefon 06232/102-288,
E-Mail: hospiz-trauerseelsorge@bistum-speyer.de

 

 

Ausbildung zum ehrenamtlichen Leiter der Feier des Sterbesegens

Die beiden Referate Hospiz- und Trauerseelsorge und Liturgie des Bischöflichen Ordinariates in Speyer bietet im kommenden Jahr eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Leiter bzw. zur ehrenamtlichen Leiterin der Feier des Sterbesegens an. In sechs Kurseinheiten will die Ausbildung zum einen wichtige Inhalte zur Situation Sterbender und den Umgang mit ihnen und ihren Angehörigen vermitteln. Zum anderen geht es um das Erlernen und Einüben dieses christlichen Rituals. Die Ausbildung beinhaltet auch eine Praxisphase, die von einem Mentor begleitet wird. Das erste Modul findet am 29. März 2019 statt.
Das Bewerbungsformular gibt es ebenfalls beim Sekretariat der Hospiz- und Trauerseelsorge.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Petra Derst
 
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