Aus dem Bistum

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Mit „Coin“ geehrt

Militärseelsorger Matthias Ort erhielt Auszeichnung für seinen Litaueneinsatz

Matthias Ort (zweiter von links) im Gespräch mit Soldaten. (Foto: Privat)

Mit zahlreichen Eindrücken im Gepäck ist Militärseelsorger Matthias Ort von seinem Auslandseinsatz in Litauen zurückgekehrt. Vom 9. August bis zum 30. Oktober hatte er ein Bundeswehrkontingent in Rukla seelsorglich begleitet (wir berichteten).

Seit Februar 2017 führt Deutschland in dem baltischen Staat ein verstärktes multinationales Bataillon mit Truppenteilen aus NATO-Staaten, dem sogenannten Battlegroup. „Leitverband“ ist noch bis Mitte Februar 2020 das Panzergrenadierbataillon 391 aus Bad Salzungen. Die gesamte Truppe setzt sich aus 550 Deutschen, 250 Niederländern, 150 Norwegern, 150 Belgiern und 35 Tschechen zusammen. Eine isländische Journalistin ist ebenfalls mit von der Partie. Sie wurde für diese Aufgabe freigestellt, um ihr Heimatland, das über keine eigene Armee verfügt, zu vertreten.
Weitere Battlegroups gibt es in den restlichen baltischen Staaten und in Polen. „Sie sind der NATO-Stolperdraht. Wenn die Russen in eines der Länder einmarschieren würde, käme es zum Verteidigungsfall für die gesamte NATO“, bekräftigt Matthias Orth. „Deshalb üben die multinationalen Streitkräfte miteinander.“ Keine leichte Aufgabe. Denn nicht nur die Ausrüstung der Armeen ist ganz unterschiedlich, sondern auch die Militär- und Strategietradition. „Da kann es dann schon vorkommen, dass die Norweger zu offensiv vorgehen, während die Belgier sich eher defensiv verhalten“, verrät der Pastoralreferent.  
Stationiert ist die litauische Battlegroup in einer Kaserne der einheimischen Armee in Rukla, rund 90 Kilometer von der Hauptstadt Vilnius entfernt. Dort wird genauso für den Ernstfall geprobt wie auf dem Truppenübungsplatz Pabrade, dem größten in Europa. Er ist von Rukla in etwa zwei Autostunden zu erreichen.
Matthias Orth war Ansprechpartner für die deutschen Soldaten. „Wenn es Konflikte gab, dann vor allem unter den Bundeswehrangehörigen oder mit Vorgesetzten. Zudem litten viele unter der Trennung ihrer Familie.“ Einige Soldaten suchten das Gespräch, „mehr als ich gedacht habe“. Die Treffen fanden häufig nach Dienstschluss statt.
Jeden Samstagmorgen lud das „Team Seelsorge“, zu dem neben Matthias Orth auch ein eigens für ihn abgestellter Unterstützer, Stabsunteroffizier Marc Widenmann aus Ulm, gehörte, zum 30-minütigen spirituellen Impuls in die „Little church“ ein – mit anschließendem Frühstück. Im Schnitt nahmen daran in der kleinen Kapelle, die sich in einem der Container befindet, rund 30 Personen teil. Dort fand auch bei schlechtem Wetter der sonntagabendliche Feldgottesdienst statt. Bei guter Witterung kamen die Soldaten zur liturgischen Feier an einer aufgestellten Birke zusammen. Montagsabends hieß es „Film ab“. Dann verwandelte sich die „Little church“ in ein Kino inklusive Snacks und alkoholfreien Getränken.
Zudem nahm Matthias Orth an diversen Meetings teil, etwa an dem des „psychosozialen Netzwerks“ – eine wöchentliche multinationale Austauschplattform mit Ärzten, Sozialarbeitern und Militärgeistlichen. Dort wurde beispielsweise besprochen, mit welchen Gruppen es Schwierigkeiten gibt.
In seiner Freizeit trieb der Militärseelsorger Sport oder unternahm Ausflüge in die Stadt. „Die litauische Bevölkerung ist froh über die Militärpräsenz“, weiß Orth. Denn die NATO ermögliche Stabilität und schaffe so die Voraussetzung für Investitionen und einen wirtschaftlichen Aufschwung in dem katholischen Land.
Am Ende seines Aufenthaltes wurde Matthias Orth vom Kommandeur der Battlegroup als Zeichen seiner Wertschätzung mit der „Coin“-Medaille ausgezeichnet – eine Ehrung, die nur ganz wenigen zuteil wird.

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