Aus dem Bistum

Mittwoch, 18. September 2019

„Foodsaver“ retten Lebensmittel

Walderlebnis als weiteres Thema der Schöpfungswoche in Edenkoben

Helfer sind mehrmals im Monat, eben wie es ihre Zeit erlaubt, aktiv, um haltbare Lebensmittel zusammenzutragen.

Edenkoben. Hatte die Pfarrei Heilige Anna Edenkoben bei ihrer ersten Schöpfungswoche im vergangenen Jahr noch das Thema „Wildbienen“ in den Vordergrund gestellt, so wählte man diesmal die Schwerpunkte „Wald“ und „Lebensmittel-Rettung“. Vom 6. bis 12. September konnten sich die Mitglieder der Pfarrei aus einer Vielzahl von Angeboten ihr spezielles Interessengebiet aussuchen. Das Organisationsteam um den Gemeindereferenten Matthias Aperdannier hatte dabei besonders Familien mit Kindern im Blick, denn gerade die jüngeren Generationen wollte man auf Gedanken um den Erhalt der Schöpfung eigens ansprechen.
So gab es neben diversen Vorleserunden in Grundschulen, Kindertagesstätten und Pfarrbüchereien aus einem Buch über die Schöpfung mehrere Kinder-Wortgottesdienste in den verschiedenen Kirchengemeinden. Ein Schnupperkurs „Waldbaden“ oder eine Wanderung mit dem Inhalt „essbare Wildpflanzen“ mit Verkostung standen ebenfalls auf dem Programm.
Einen der Höhepunkte bildete der Walderlebnistag im Modenbachtal. In Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte Edesheim und dem Förderverein für Kinder und Jugend Edesheim hatte das Orgateam fünf Stationen eingerichtet, bei denen insbesondere die Kinder den Wald hautnah erleben konnten. Da galt es beispielsweise, mit verbundenen Augen ertastbare Baumrinde wiederzuerkennen. Auch lauschten die Kleinen in einer Waldhütte den Geschichtenerzählern Stefan Schwarzmüller und Isabelle Schreiner ganz gebannt der kindgerecht vorgetragenen Schöpfungsgeschichte, wobei die Vortragenden es verstanden, auch die Zuhörenden aktiv mit einzubeziehen. Stärken konnten sich Große und Kleine mit einem frischen Snack aus geretteten Lebensmitteln, die vor Ort Mütter und Väter mit ihren Sprösslingen zubereiteten.

Schwerpunkt Lebensmittelrettung
Damit ist auch der Bogen geschlagen zum zweiten Themenschwerpunkt der Schöpfungswoche: „Lebensmittel-Rettung“. Der Montagabend im Edesheimer Pfarrheim stand ganz im Zeichen Information und zwar über „Foodsaver – Foodsharing“. Deutschlandweit ist hierzu seit 2012 ein Verein tätig mit inzwischen rund 50 000 Mitmachenden. Einer von ihnen ist der „Botschafter der Foodsaver“ Stefan Nitsche aus Bad Dürkheim. Überaus engagiert berichtete der junge Grundschullehrer von den Tätigkeiten dieses Vereins: Lebensmittelretter, die über das Medium Internet Kontakt gesucht haben und nach einem „Quizz“ und kurzer Einarbeitung aktiv werden wollen, verpflichten sich, jeweils für eine bestimmte Zeit eine solche Aufgabe zu übernehmen. Die Foodsaver sammeln von Supermärkten, Bäckereien oder Restaurants Lebensmittel ein, die ansonsten weggeworfen würden. Dabei ist es dem Verein ganz wichtig, dass keine Konkurrenz zu den Tafeln aufkommt, die in jedem Fall Vorrang haben. Die so geretteten Lebensmittel kommen dann zu sogenannten Fairteilerstationen, die ebenfalls von Ehrenamtlichen betreut werden. An diesen Stationen können sich alle bedienen, unabhängig von persönlichen Einkommensverhältnissen. Zur Entnahme kommt all das, was noch einwandfrei und hygienisch unbedenklich ist. Ausgenommen sind lediglich Fleisch- oder Fischwaren sowie verarbeitete Produkte und Alkohol.

Weniger Waren landen in Mülltonnen
Sabrina Stolarcuzk, Foodsaverin aus Neustadt, die den Abend ebenfalls mitgestaltete, berichtete von den Glücksmomenten, die sie und ihre Mitstreiter immer wieder erlebten, wenn sie in die strahlenden Gesichter derjenigen schauten, denen sie mit den Lebensmitteln eine echte Freude bereiteten. Alle trügen dazu bei, dass auf diese Weise weniger Nahrungsmittel in der Mülltonne landeten. „Wir machen das total gerne; die spürbare Freude der Menschen und auch die erlebte Gemeinschaft ist uns Lohn genug“, waren sich Nitsche und Stolarcuzk einig. Am Rande erfuhr man, dass das Netz der Verteilerstationen in unserem Bereich immer enger wird. So gibt es diese Anlaufpunkte beispielsweise in Speyer, Meckenheim, Kirrweiler oder Edesheim; gerade entsteht eine neue Station im Zentrum von Gommersheim.
Nachfragen aus dem Publikum betrafen unter anderem die Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Veränderung zu dieser Gesamtproblematik. Stefan Nitsche schätzte den politischen Willen zu echter Veränderung eher skeptisch ein. „Noch immer steht in Deutschland etwa das sogenannte Containern, also das Entfernen von tatsächlich schon weggeworfenen Lebensmitteln für den eigenen Bedarf, unter Strafe. Diejenigen, die Gesetze einbringen, sind wohl persönlich noch nicht genügend betroffen von der Sache. Außerdem vergessen Sie nicht, wie sehr das große Kapital auch hier eine Rolle spielt“, so der Bad Dürkheimer.
Zum Schluss konnte sich jeder ausgiebig bedienen an den üppig mitgebrachten, geretteten Lebensmitteln, deren Anblick bei einigen schon das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ.

Interessenten am „Foodsaving“ finden im Internet mehr dazu auf www.foodsharing.de. Dort findet sich auch eine Überblickskarte, wo es gerettete Lebensmittel gibt.

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