Aus dem Bistum

Mittwoch, 21. August 2019

Forderung: „Frauen in kirchliche Ämter!“

Dialogabend der katholischen Frauenverbände im Kloster Neustadt zu den „Osnabrücker Thesen“

Engagierte Frauen setzen sich ein für Gleichberechtigung in allen kirchlichen Ämtern. Foto: KNA

„Wir gehen weiter: Frauen in kirchliche Ämter!“ lautet das Thema eines Dialogabends am Freitag, 6. September, von 18 bis 21 Uhr, im Kloster Neustadt (Waldstraße 145). Als prominenten Gast haben die beiden katholischen Frauenverbände Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB) Professor Dr. Margit Eckholt eingeladen.

Im Mittelpunkt steht die „Osnabrücker These Nr. 3“ mit dem Wortlaut „Nicht der Zugang von Frauen zu den kirchlichen Ämtern ist begründungsfähig, sondern deren Ausschluss“. Dr. Eckholt, Mitverfasserin der Thesen bei einem ökumenischen Kongress in Osnabrück, wird zunächst Einblicke in die Debatte geben. Bei dem Treffen vor zwei Jahren hatten sich Theologinnen und Theologen mit dem Thema „Frauen in kirchliche Ämter“ aus biblischer, historischer und kirchenrechtlicher Perspektive befasst. „Die katholische Kirche hat eine Bringschuld, Frauen nicht von der öffentlichen Verkündigung des Evangeliums auszuschließen“ und „Vor Gott haben Mann und Frau die gleiche Würde“, heißt es unter anderem im Statement der Osnabrücker Kongressteilnehmer. Es stelle sich die begründete Frage, ob es hinreichende Argumente gäbe, den Kreis der möglichen Amtsträger auf Männer zu beschränken.

Als Gesprächspartnerinnen stehen bei der anschließenden Podiumsdiskussion im Rahmen des Dialogabends im Kloster Neustadt Lisa Kötter von der Initiative „Maria 2.0“, die Universitätsdozentin und Schulpfarrerin Dr. Young-Mi Lee, kfd-Diözesanleiterin Marina Hilzendegen und KDFB-Diözesanvorsitzende Monika Keggenhoff zur Verfügung.

„Die Verabschiedung des Positionspapiers ist ein Meilenstein, die Frauen sind schon jahrelang an diesem Thema dran“, betont kfd-Diözesanvorsitzende Hilzendegen. „Alles ist in stetigem Wandel, auch die Kirche sollte sich den veränderten kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen.“ Man wünsche sich Gleichberechtigung von Frauen und Männern, von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen. „Es erfordert Geduld, diesen Prozess Schritt für Schritt anzuschieben, noch intensivere Dialoge müssen sich entwickeln. Geduld ist die Stärke der Frauen, also dranbleiben und Gas geben!“, so die kfd-Dözesanvorsitzende. Weiterhin gibt Hilzendegen zu bedenken, dass Kirche durch ehrenamtliches Engagement geprägt sei: „Ohne die Frauen wäre die Kirche um einiges ärmer. Deshalb würden wir uns wünschen, dass Frauen, die sich zu Weiheämtern berufen fühlen, diese auch ausüben dürfen.“

Regina Mendel, stellvertretende KDFB-Diözesanvorsitzende, fordert ebenfalls Gleichberechtigung von Frauen in allen kirchlichen Ämtern. „Die Zeit ist vorbei, als wir nur das Diakonat wollten“, betont sie und bezieht sich damit auf die Reihe „Diakonat der Frau“, die die KDFB seit 20 Jahren gemeinsam mit der kfd durchführt. Und sie fragt: „ Womit begründet die Kirche ihre starre ablehnende Haltung vor dem Hintergrund, dass eine fundierte theologische Rechtfertigung nicht vorliegt?“ Weder habe Jesus das Zölibat verordnet noch den Frauen eine minderwertige Rolle zugewiesen. „Diese Traditionen haben Männer im Laufe der Jahre eingeführt. Wir verweigern uns, wenn wir nur zum Kuchenbacken und als Putzfrauen gefragt sind.“ Mendel ist der Überzeugung, dass es an der Zeit sei, diese „alten Zöpfe“ abzuschneiden. „Wir wollen den Männern ja nichts wegnehmen, sondern einfach nur gleichberechtigt sein.“

Natürlich weiß Mendel, dass es nicht einfach sein wird, die Machtstrukturen, die im Laufe der Zeit entstanden sind, zu durchbrechen. Sie setzt auf die Solidarität der Verbände, die sich für Frauen einsetzen. „Maria, schweige nicht“ lautet das Motto des Frauenbundes. „Wir wollen nicht aus der Kirche raus, sondern hinein“, so Mendel. (az)

Anmeldung zum Dialogabend am 6. September beim kfd-Diözesanbüro Speyer, Telefon 06232/102-328, E-Mail: kfd@bistum-speyer.de oder veranstaltungen@frauenbund-speyer.de, Eintritt 5 Euro.

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