Aus dem Bistum

Donnerstag, 08. Februar 2018

Frauen im Widerstand

Gedenkfeier und Ausstellungen in Speyer erinnerten an die Opfer der NS-Zeit

Schüler des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums gestalteten die Gedenkfeier unter anderem instrumentalisch. Fotos: Venus

Auf viel Interesse, sowohl von Schulklassen als auch Frauengruppen und Einzelbesuchern, stieß die von der Katholischen Erwachsenenbildung in Speyer koordinierte Ausstellung über Frauen im Widerstand, die bis zum 7. Februar im Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde in der Domstadt zu sehen war.

Zusammengestellt wurde sie vom Studienkreis Deutscher Widerstand 1933  bis 1945. Eine zweite Ausstellung der Initiative Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark, ebenfalls im Gemeindesaal, erinnerte an das Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen in der Uckermark.

Die Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus am 25. Januar inmitten der Ausstellung, die ihren Schwerpunkt auf Frauen im Widerstand gelegt hatte, wurde gestaltet von Schülerinnen und Schülern des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums, des Edith-Stein-Gym­nasiums, des Hans-Purrmann-Gym­nasiums und der Edith-Stein-Real­schule. Musikalisch wurde sie umrahmt von Chorsängerinnen und -sängern sowie Instrumentalisten des Nikolaus-von-Weis-Gym­nasiums unter Leitung von Anja Bosl-Ridder und Thomas Denzinger. Etwa 200 Teilnehmer hatten sich im Jüdischen Gemeindesaal versammelt. Die Schüler erinnerten an die in der Vergangenheit unterschätzte Rolle der Frauen im Widerstand. Das von den Nationalsozialisten verbreitete Frauenbild, das ihnen nur die Mutterrolle zugestand und keine eigenständigen Aktivitäten zutraute, schütz­te sie auch, wenn sie Flugblätter oder Lebensmittel für Verfolgte im Kinderwagen, in Einkaufstaschen oder getarnt als Schwangere transportierten.

Einige Einzelschicksale stellten die Schüler vor: Maria Dudek, die sich freiwillig als polnische Zwangsarbeiterin meldete und in den Speyerer Flugzeugwerken schuftete. Sie wurde später in Manchester die Mutter des Bildhauers Robert Koenig, der vergangenen Sommer die „Odyssey“-Holzstatuen in Speyer ausgestellt hat; Emma Schultheiss und ihre Tochter Emma Matuschewski, die als Mitglieder der „Speyerer Kameradschaft“ Zwangsarbeiter unterstützten; die Speyerer Ordensschwester Petronia Steiner vom Institut St. Dominikus, die in Speyer eine Caritas-Schule aufbaute; Edith Stein. 17 weitere Frauenschicksale zeigten die Plakatwände der Ausstellung: Ärztinnen, Künstlerinnen, Ehefrauen jüdischer Männer, Hausmädchen, die Lebensmittel verteilten oder als Freundin eines Zwangsarbeiters gedemütigt wurden. (red)

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