Aus dem Bistum

Mittwoch, 06. März 2019

Handyspenden helfen Menschen

Kolping: Vorsitzende und Präsides informierten sich über Sammelaktion

Eine Box für die Rücknahme von gebrauchten und defekten Handys stand auch bei der Jahrestagung bereit. Foto: Bettinger/Kolpingwerk

Hochspeyer. Das Kolpingwerk Deutschland unterstützt als Kooperationspartner die Handyspendenaktion von missio Aachen und missio München und ruft zum Mitmachen auf. Vorsitzende und Präsides der Kolpingfamilien im Bistum Speyer beschäftigten sich Mitte Februar auf ihrer Jahrestagung in Hochspeyer ausführlich mit der Problematik des Rohstoffverbrauchs bei der Herstellung von Mobiltelefonen und Smartphones.

Dr. Christian Mazenik, Bildungsreferent von missio München, informierte über die wertvollen Erze und Metalle, die sogenannten seltenen Erden, die in den Handys bzw. Smartphones verbaut sind. Es sind Rohstoffe, die oft unter menschenunwürdigen Bedingungen in Afrika, vor allem im vom Krieg verheerten Kongo, abgebaut werden. Die Erlöse werden in Waffenkäufe investiert. Viele Menschen sind deshalb auf der Flucht oder versuchen zu fliehen.
Die Gewinnung seltener Erden erfolgt durch zerstörerischen und toxischen Abbau. Um Gold aus Gestein und Erde zu lösen, kommt das Natriumzyanid der Blausäure zum Einsatz, betonte Mazenik. „Wer die Umweltzerstörung durch den Goldabbau verhindern will, muss sich Gedanken darüber machen, was aus den Menschen werden soll, die davon leben.“ Mit der Handysammelaktion, die Bildungsaspekte und aktives Tun miteinander verbindet, wollen Kolpingwerk und missio auf die Menschen aufmerksam machen, die Opfer des technischen Fortschritts sind, und auf die eigene Verantwortung hinweisen. „Damit können wir die Situation der Menschen im Kongo verbessern und einen Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen leisten“, sagte Walter Rung (Hochspeyer), Vorsitzender des Arbeitskreises Eine Welt im Kolping-Diözesanverband Speyer. Wer sein Smartphone länger benutze als die von der IT-Branche kalkulierte Halbwertzeit von sechs Monaten trage ebenfalls zur Schonung der Umwelt bei, so Rung, der auch Mitglied im Bundesfachausschuss „Verantwortung für die Eine Welt“ des Kolpingwerkes Deutschland ist.

In Deutschland gibt es schätzungsweise 124 Millionen nicht mehr gebrauchte Handys. Das Kölner Start-up-Unternehmen „Mobile Box“ hat ein Handy-Rücknahmesystem entwickelt, das es ermöglicht, nicht mehr gebrauchte oder auch defekte Handys abzugeben. Geeignete Geräte für den Wiederverkauf – das sind derzeit etwa 15 Prozent – werden aufbereitet und die Rohstoffe fachgerecht recycelt. Ein Anteil des Erlöses geht zu gleichen Teilen an missio und an das Kolpingwerk Deutschland. Kolping unterstützt damit die Bewusstseinsbildung für die Bekämpfung von Fluchtursachen; missio finanziert mit seinem Anteil Hilfsprojekte, etwa Trauma-Zentren in der Erzdiözese Bukavu im Osten des Kongo.

Viele Kolpingfamilien beteiligen sich an der Handyspendenaktion und haben Annahmestellen eingerichtet. Auch beim Diözesanbüro in Kaiserslautern kann man Handys und Smartphones abgeben. (TB)

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