Aus dem Bistum

Mittwoch, 17. Juni 2020

„Hier treffen sich coole Leute“

Teilnehmer erleben Video-Bibelteilen als Alternative zur persönlichen Begegnung

Trotz teilweise technischer Probleme entstand zwischen den Beteiligten ein Gemeinschaftsgefühl. (Foto: Bistum Speyer)

Es ersetzt keine persönliche Begegnung, aber es ist eine Alternative“, lautet das Fazit einer Teilnehmerin am Video-Bibel-
treffen. Eine andere meint, „dass sich hier coole Leute treffen, die sonst nicht zusammenkommen würden“. Angeboten wird die etwas andere Art des Bibelteilens von Gemeindereferentin Walburga Wintergerst, Abteilung Bibel und Leben im  Bischöflichen Ordinariat, in Zeiten der Corona-Pandemie.
Etwa acht Teilnehmer erwartet Walburga Wintergerst. Zehn Minuten vor Beginn loggen sich die ersten ein. Hie und da tauchen kleine Probleme auf. Eine Frau ist zu sehen, aber nicht zu hören. Dort stürzt die Verbindung komplett ab. Mit Bedauern meldet sich die Frau via Telefon ab. Einer dritten gelingt es immerhin, im Chat schriftlich mitzuteilen, dass „es heute technisch einfach nicht funktionieren will“. Andere schaffen es auf Anhieb. Gast 67, 70, 71, 73 sind da. Ja, räumt die Leiterin ein, „es gibt oft Zugangsprobleme“. Meist kann sie helfen, aber nicht immer, vor allem wenn die Hürden an der Verbindung oder der Technik liegen.
Läuft alles gut, ist das Anmeldeformular mit Passwort-Zugang ausgefüllt, sind Kamera und Mikrofon eingeschaltet, steht der herzlichen Begrüßung durch Walburga Wintergerst nichts mehr im Wege. Mit von der Partie sind an diesem Abend Leute aus unterschiedlichen Ecken des Bistums sowie eine Frau aus Mainz.
Mit etwas Verspätung startet das Bibelteilen, das die meisten schon real und mittlerweile online erlebt haben. Eine Vorstellungsrunde erleichtert den Einstieg. Kurz erklärt die Leiterin den Ablauf, den sie auch als Präsentation auf dem Bildschirm zum Nachlesen vorbereitet hat. Alle haben den Text, den Wintergerst zugemailt hat, als Papier oder in der aufgeschlagenen Bibel vor sich. Es ist eine Stelle aus dem Johannes-Evangelium, die am Dreifaltigkeitssonntag gelesen wird.
Gerade probiert wieder jemand, sich einzuloggen. Wintergerst versucht, mit der Person in Kontakt zu treten. Doch der Mann hört sie offensichtlich nicht – prompt ist er wieder weg. Beim nächsten Mal ist er erfolgreich.
Ein Gebet soll die Gemeinschaft mit den anderen, die Nähe zu Gott erspürbar und erfahrbar machen. „Wer möchte den Bibeltext lesen?“. Per Handzeichen meldet sich ein Mann. Kaum will er beginnen, fliegt er aus der Leitung. Eine andere Frau übernimmt. Wie üblich wird der Text ein zweites Mal vorgetragen. „Welcher Satz, welches Wort spricht mich an?“. Jeder, der nun etwas sagen möchte, schaltet sein Mikrofon ein – die anderen sehen dann das grüne Symbol – und redet. Eine Frau schreibt ihre Worte in den Chat, ihr Mikrofon hat versagt. Während der Schweige- und Nachdenkphase stellen alle ihre Bildschirme groß, haben nur noch ein Schmuckbild und nicht mehr die anderen Teilnehmer vor Augen.
Gedanken werden geteilt. Ein Teilnehmer ist kaum zu verstehen. Nur Wort- und Satzfetzen kommen an. Er beginnt erneut – jetzt ist es besser. Andere sind fast wie persönlich anwesend  zu hören. Die Aufforderung zum Handeln, die jeder für sich mitnimmt, wird geteilt, bevor ein Gebet das Webinar beschließt.
Einig sind sich alle, dass sie auf jeden Fall beim nächsten Mal wieder dabei sein wollen, wenn es ihre Zeit erlaubt. Walburga Wintergerst, die die Idee der online-Variante hatte und das Konzept erstellte, beklagt wie andere die technischen Widrigkeiten. Obgleich „der persönliche Kontakt fehlt“, wie sie einräumt, „entsteht dennoch durch Zuwinken oder Lächeln ein Gemeinschaftsgefühl“. Sie betrachtet es „als ein Wunder, ein Geschenk, dass wir uns heute Abend hier treffen konnten“. Ob sie nach Ende der Pandemie diese Variante des Bibelteilens fortführt, „hängt von der Nachfrage ab“, bekräftigt Wintergerst.

Der nächste online-Bibelabend ist am Donnerstag, 2. Juli, 18.30 bis 20 Uhr. Anmeldung und Auskunft unter Telefon 06232/102-316 oder E-Mail: bibel@bistum-speyer.de.

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