Aus dem Bistum

Freitag, 13. April 2018

Jung geblieben bis ins hohe Alter

Speyer: Dominikanerin Renata Johann feiert ihre 70-jährige Profess

Ihr Alter sieht man Schwester Renata nicht an: Im Mai feiert sie ihren 92. Geburtstag und zuvor, am 15. April, ihre 70-jährige Profess. Foto: Derst

„Ein geregeltes Leben, Beschäftigung und Zufriedenheit sind der Schlüssel für ein langes Leben.“ Davon ist Schwester Renata Johann felsenfest überzeugt. Und sie selbst ist der lebende Beweis dafür. Am 16. Mai wird die Ordensfrau vom Institut St. Dominikus in Speyer 92 Jahre alt. Bereits am 15. April steht ein weiteres Fest ins Haus: An diesem Tag feiert Schwester Renata ihr 70-jähriges Professjubiläum.

Schon in ihrer Kindheit und Jugend in Dahn hatte Schwester Renata viele Kontakte zu Ordensfrauen. „Ab meinem fünften Lebensjahr bin ich in die Handarbeitsschule gegangen, die von Mallersdorfer Schwestern geführt wurde“, erinnert sich die rüstige Dominikanerin. Schwester Renata lernte stricken, sticken, häkeln – Fertigkeiten, die sie bis heute voller Begeisterung ausübt. „Ich glaube, ich war die Eifrigste in der Handarbeitsschule“, meint die Westpfälzerin mit einem verschmitzten Lächeln auf ihren Lippen. „Die Schwestern mit ihrer freundlichen Art wurden zu meinen Vorbildern.“

Etwa im Alter von 18 Jahren unterstützte sie die Schwestern vom Institut St. Dominikus im Krankenhaus in Dahn in der Waschküche und in der Küche Es war die Zeit des Zweiten Weltkrieges. All diese Erfahrungen mit Ordensfrauen trugen entscheidend dazu bei, selbst einer Kongregation beizutreten, „denn ich wollte genauso sein wie die Mallersdorfer Schwestern und die Schwestern vom Institut St. Dominikus“.

Mit 21 Jahren war es schließlich soweit: Die junge Frau schloss sich dem Institut St. Dominikus in Speyer an. Nach dem einjährigen Noviziat legte sie ihre Profess ab. Eigentlich hätte sie ihre Leidenschaft für die Handarbeit gerne zum Beruf gemacht, aber die damalige Generalpriorin hatte für Schwester Renata eine andere Aufgabe vorgesehen: Sie sollte Krankenschwester werden. Die junge Nonne fügte sich, „denn ich war es gewohnt, zu gehorchen“.

Schwester Renata absolvierte im Marienkrankenhaus in Ludwigshafen ihre dreijährige Ausbildung. 1952 wurde sie in die ambulante Krankenpflege nach Reipoltskirchen in der Nordpfalz versetzt, wo sie in einer Schwesternstation mit drei weiteren Ordensfrauen des Instituts St. Dominikus wohnte und arbeitete. Der Abschied von der Stadt und dem Krankenhaus und der Umzug aufs Land fielen ihr zunächst schwer. Doch nach und nach gewöhnte sie sich daran, auch an die weiten Wege.

„Anfänglich war ich mit dem Fahrrad in den rund zehn Dörfern rund um Reipoltskirchen, für dich ich zuständig gewesen bin, unterwegs“, schildert sie ihre damaligen Arbeitsbedingungen. Nach einigen Jahren ging es deutlich schneller voran, dank des Mopeds „NSU Quickly“, eines der ersten Modelle der Nachkriegsgeschichte. Schließlich machte Schwester Renata den Führerschein und stieg auf das Auto um, das ihr Angehörige geschenkt hatten. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete sie bereits bei der Sozialstation in Lauterecken, unweit von Reipoltskirchen. Ihr Zuständigkeitsgebiet war in etwa das Gleiche geblieben: die Dörfer rund um Reipolts­kirchen. „Die Menschen haben mich bei Bedarf gerufen, etwa wenn ich einen Verband anlegen oder mich Pflegebedürftigen annehmen sollte.“

Neben der Krankenpflege kümmerte sich Schwester Renata auch um die Pfarrbücherei, die sich im Schwes­ternhaus befand, sie versah den Kirchendienst und vertrieb zahlreiche christliche Publikationen, darunter auch den Pilgerkalender.    

Anfang der 1990er Jahre, im Alter von 67 Jahren, verabschiedete sich die lebensfrohe Ordensfrau nach zwei Jahrzehnten von der Sozialstation, blieb aber weiterhin in Reipolts­kirchen – bis zur Auflösung der Schwesternstation im Jahr 2011. Dann, nach 59 Jahren in der Nordpfalz, führte ihr Weg in die Domstadt, ins Mutterhaus des Instituts St. Dominikus in Speyer, wo sie bis heute lebt. Dort macht sich Schwester Renata immer noch nützlich. Sie hilft in der Waschküche und fröhnt ihrem Hobby: der Handarbeit. Auch löst sie gerne Kreuzworträtsel und liest christliche Zeitschriften, etwa den „pilger“.

Die Zeit in Reipoltskirchen trägt die 91-Jährige in ihrem Herzen. Auch die Menschen des Örtchens und der Umgebung haben Schwester Renata nicht vergessen. „Ich habe brieflich und telefonisch noch gute Kontakte“, freut sich die Ordensfrau, „darunter sind viele evangelische Christen“. In guter Erinnerung zu bleiben, gebe ihr ein gutes Gefühl“, bekennt Schwester Renata. „Sie gibt mir die Gewissheit, dass ich meine Sache richtig gemacht habe.“ (pede)

 

Professjubiläen im Institut St. Dominikus

Am Sonntag, 15. April, feiern elf Schwestern aus verschiedenen Konventen des Speyerer Instituts St. Dominikus ihr 70-, 65- oder 60-jähriges Professjubiläum: 70 Jahre Ordensfrauen sind Schwester M. Renata Johann (Mutterhaus Speyer) und Schwester M. Matthia Dreyer (Kinderdorf Silz). Ihr 65-jähriges Professjubiläum feiert Schwester M. Amara Immel (Mutterhaus Speyer). 60 Jahre gehören dem Orden an Schwester M. Anacleta Feger (Kinderdorf Silz), Schwester M. Patricia Fritz (St. Marienkrankenhaus Ludwigshafen), Schwester M. Cordia Klein (St. Ingbert, Auf der Meß), Schwester M. Carola Kuhn (Mutterhaus Speyer), Schwester M. Matthäa Schmitt (St. Annastift, Ludwigshafen), Schwester M. Alinda Schöndorf (St. Marienkrankenhaus Ludwigshafen), Schwester M. Domitila Schwalbach (St. Ingbert, Auf der Meß) und Schwester M. Helma Schwartz (Mutterhaus Speyer).

Die Jubilarinnen treffen sich am Vorabend des Festtages, 14. April, im Mutterhaus in Speyer. Nach Vesper und Abendessen besteht Gelegenheit zum Austausch. Der Jubeltag am 15. April beginnt um 9 Uhr mit der Eucharistiefeier in der Mutterhauskapelle. Zelebrant ist Dompfarrer Matthias Bender (Speyer). Nach der Messe dankt Generalpriorin Schwester Gisela Bastian den Schwestern für ihr langjähriges Glaubenszeugnis und den bereitwilligen Einsatz in der Gemeinschaft des Instituts zum Wohl der Menschen. Danach haben alle Anwesenden die Möglichkeit, den Jubilarinnen persönlich zu gratulieren. (red)

 

 

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