Aus dem Bistum

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Verkaufsvertrag unterzeichnet

Kardinal-Wendel-Haus in Homburg wechselt zum 1. Januar 2013 den Eigentümer

Das Schild vor der Einrichtung hat schon bald ausgedient. In knapp zwei Wochen übernimmt die Lebenshilfe Saarpfalz das Kardinal-Wendel-Haus. Foto: Archiv

Das Bistum Speyer und die Lebenshilfe Saarpfalz haben am 4. Dezember den Vertrag zum Verkauf des Kardinal-Wendel-Hauses in Homburg unterzeichnet. Damit übernimmt die Lebenshilfe die Jugendbildungseinrichtung der Diözese zum Jahreswechsel. In einem Teil des Gebäudes werden künftig Kinder und Jugendliche mit Behinderungen wohnen, die die Förderschule für motorische Entwicklung in Homburg besuchen. Darüber hinaus dient das Haus als Freizeit-, Bildungs- und Jugendstätte. Gleichzeitig erwirbt die Lebenshilfe vom Bistum Speyer ein angrenzendes Grundstück mit einem Sportplatz und einer Waldfläche.
Über den Kaufpreis des Gebäudes inklusive Grundstück vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. „Allerdings hat sich die Übernahme der sieben unbefristet beschäftigten Mitarbeiter und eines Auszubildenden des Kardinal-Wendel-Hauses durch den neuen Eigentümer ebenso positiv auf den Kaufpreis ausgewirkt wie die Zusage der Lebenshilfe, dass verbandliche und sonstige kirchliche Gruppen die Einrichtung in den nächsten fünf Jahren zu den gleichen Konditionen belegen können wie bisher“, so Pfarrer Andreas Sturm, der Leiter der Abteilung Jugendseelsorge im Bischöflichen Ordinariat, gegenüber dem „pilger“. 
Die Kapazität des Kardinal-Wendel-Hauses reicht jedoch nicht aus, um größere Schulungen von diözesanen Jugendverbänden anzubieten oder die Diözesanversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) durchzuführen. Deshalb hoffte der Dachverband der katholischen Jugendverbände, dass der Verkaufserlös des Kardinal-Wendel-Hauses und die Rücklagen, die für Investitionen in die Einrichtung gebildet wurden, nach der Veräußerung der Immobilie für einen Anbau des St. Christophorus-Hauses in Bad Dürkheim als einzige noch verbliebene Jugendeinrichtung der Diözese Verwendung finden. Doch dies wird sich laut Andreas Sturm so wohl nicht erfüllen. Stattdessen fließen die Gelder dem Diözesanhaushalt zu. Nach Angaben des BDKJ-Diözesanpräses hätten die Verantwortlichen des Bistums diese Vorgehensweise damit begründet, dass die Diözese für sämtliche zu ihrem Eigentum gehörenden Gebäude verantwortlich sei, so dass die Mittel für anstehende Renovierungen aus diesem Etat entnommen würden.
Der BDKJ-Diözesanpräses hofft, dass es schon bald mit Bistumsvertretern zu einer Ortsbegehung in Bad Dürkheim kommen wird, um vor Ort auf die Dringlichkeit einer Erweiterung des Jugendhauses aufmerksam machen zu können. „Das St. Christophorus-Haus platzt aus allen Nähten, so dass viele Jugendgruppen eine Absage erhalten“, schildert Sturm die derzeitige Situation. Nicht zuletzt deshalb würden sie in evangelische Häuser, aber auch in Jugendherbergen abwandern. Dies habe Auswirkungen auf den Charakter der Treffen, gerade auch in weltlichen Häusern, in denen keine Kapelle vorhanden sei. 
Was die Kapelle des Kardinal-Wendel-Hauses angeht, so wurde sie per Dekret von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann profaniert. Wie sie zukünftig vom neuen Eigentümer genutzt wird, ist noch offen. Die liturgischen Geräte wie Kelche und Messgewänder sollen in der Jugendkirche Lumen in Ludwigshafen eine neue Heimat finden. Der letzte Gottesdienst in dem liturgischen Raum zelebrierte Andreas Sturm in Form einer Abschiedsfeier im Kreis der Mitarbeiter. 
Für Stefanie Schön, der Leiterin des Kardinal-Wendel-Hauses, war die Feier zugleich ein Abschied von ihrer bisherigen Wirkungsstätte. Im Januar wartet eine neue Herausforderung auf die 34-Jährige. Dann wechselt sie in die Pfarrverbandsgeschäftsstelle nach Homburg. „Die Lebenshilfe hätte mich auch behalten, aber die Verhandlungen zogen sich zu lange hin“, begründet die Mutter zweier Kinder diesen Schritt. Denn Stefanie Schön hatte vor drei Jahren lediglich einen befristeten Arbeitsvertrag für eine Elternzeitvertretung erhalten. Die junge Frau ging nun auf Nummer sicher und entschied sich für eine Weiterbeschäftigung im Kirchendienst.  
„Es war eine tolle Zeit mit tollen Begegnungen“, so die Bilanz der 34-Jährigen. Aber auch mit der Auslastung des Hauses zeigt sie sich zufrieden. „Wir hatten im Schnitt 10000 Übernachtungen pro Jahr. Vor allem am Wochenende waren wir ausgebucht.“ Der Zuschuss der Diözese Speyer habe zwischen 200000 und 250000 Euro pro Jahr betragen. (pede)

 

Die Historie des Kardinal-Wendel-Hauses

Das Kardinal-Wendel-Haus wurde 1961 in erster Linie als Schulungs- und Bildungshaus des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) der Diözese Speyer erbaut. Nach dem Tod des 1960 verstorbenen Jugendbischof und Kardinal von München-Freising Josef Wendel erhielt es seinen Namen Kardinal-Wendel-Haus.

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