Aus dem Bistum

Mittwoch, 13. Mai 2020

Viele Grüße per Brief

Projekt „Segenspost“ will Distanz zwischen Menschen überbrücken

Das Projekt „Segenspost“ soll Menschen durch das Schreiben von Briefen miteinander verbinden. (Foto: Landry/is)

Angela Merkel hat zum Briefe schreiben ermuntert, um in Zeiten von Corona die Einsamkeit zu durchbrechen. Und sie ist nicht die Einzige. Überall lässt sich beobachten, dass diese traditionelle Form der Kommunikation in diesen Wochen eine Renaissance erlebt. Auch der Visionsprozess „Segensorte“ im Bistum Speyer ruft dazu auf, den Stift in die Hand zu nehmen, um anderen Menschen etwas mitzuteilen – nicht digital, sondern ganz analog auf einem Blatt Papier.

Das Ziel des Projektes „Segenspost“ besteht darin, die Distanz zwischen den Menschen in diesen besonderen Zeiten zu überbrücken, indem es Einzelpersonen in der Pfalz und Saarpfalz, aber auch Pfarreien mit Pfarreien verbindet. „Schon der Apostel Paulus schrieb in Krisenzeiten lange Briefe an seine Gemeinden, in denen er von Herausforderungen berichtete, auf Sorgen und Nöte einging, aber auch einen freundlichen Gruß übermittelte“, erläutert Felix Goldinger, Geschäftsführer des Visionsprozesses „Segensorte“.
Darum gehe es auch bei der „Segenspost“. „Die Menschen können beispielsweise erzählen, wie es ihnen als Einzelperson, Gemeinde oder Gruppe in diesen Corona-Zeiten ergeht und was sie an positiven Initiativen oder Angeboten von Seiten der Kirche wahrnehmen.“ So habe er schon von Pfarreien erfahren, die froh seien, nun endlich das machen zu können, was sie als ihren Auftrag ansehen. Es könne aber beispielsweise auch eine Frau, die Schutzmasken näht, beschreiben, wie erfüllend sie diese Aufgabe empfindet.
Goldinger regt zudem dazu an, in dem Buch der Bücher zu blättern, um sich von einer Bibelstelle, etwa der Lesung des kommenden Sonn- oder Feiertags, inspirieren zu lassen. Sie könne ein Aufhänger sein, einen Brief zu beginnen, aber ebenso dazu animieren, die Aussagen der Schriftstelle auf die derzeitige Situation zu übertragen, um dann die Erkenntnisse mitzuteilen.  
Wie diese Form der Rückmeldung geschieht, kann selbst gewählt werden – sei es als Brief, Postkarte oder Plakat. Die Geschäftsstelle des Visionsprozesses „Segensorte“ dient als Kontaktbörse. Sie vermittelt Einzelpersonen, verbindet aber auch Gruppen wie Kindertagesstätten, Chöre, Vereine, Büchereien oder Verbände miteinander. „Dabei achten wir darauf, dass die Schreiber gut zueinander passen“. Wie oft sie sich austauschen, bleibe ihnen überlassen. Auch Brieffreundschaften seien denkbar.
Gruppen benötigten eine Person, die die Koordination und den Austausch organisiert. Als Möglichkeiten nennt der Pastoralreferent etwa Videokonferenzen, Kettenbriefe oder Puzzleteile, die am Ende zu einer Collage zusammengefügt werden. Um das Projekt möglichst breit zu streuen, bittet Goldinger um Unterstützung, etwa in dem Ehrenamtliche, die in diesen Wochen für andere Besorgungen machen, die Infokarte über die „Segenspost“ in die Einkaufstüte legen.
Der Pastoralreferent hat noch ein weiteres Anliegen: Die Gruppen und Einzelpersonen werden gebeten, die Erfahrungen mit ihren Brieffreundschaften der Geschäftsstelle des Visionsprozesses mitzuteilen, damit sie auf der ,Segensorte‘-Homepage veröffentlicht werden können.Goldinger möchte sich nach Abschluss des Projekts auch noch einmal persönlich bei den Teilnehmern melden, um sie unter anderem danach zu fragen, was sie für Erkenntnisse aus den Briefwechseln gewonnen haben, die für die Weiterentwicklung des Bistums hilfreich sein können.

Wer an dem Projekt in Zusammenarbeit mit der Bibelbeauftragten des Bistums, Walburga Wintergerst, teilnehmen möchte, kann sich bis zum 30. Juni anmelden: Telefon 06232/ 102-286, E-Mail: segensorte@bistum-speyer.de. Die Aktion dauert bis zum 31. August. Sämtliche Materialien wie Infoflyer oder Briefpapier sowie weitere Infos gibt es auf der Homepage https://segensorte.bistum-speyer.de/segens-post

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