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Geistliches Leben

Mittwoch, 28. Oktober 2020

Hier und jetzt

Seligpreisungen: (auch) sozial und politisch

Menschen gehen bei einer Demonstration in Hamburg für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft auf die Straße. (Foto: actionpress)

Von ganz starken Gegensätzen ist der Evangelientext zu „Allerheiligen“ geprägt. Da sind einerseits hilflose Menschen, zudem in  schwierigen Situationen: „arm vor Gott“; „trauernd“; Menschen, denen nicht nur Gerechtigkeit versagt wird, sondern die auch noch „um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden“. Es scheint, als seien sie von Gott und den Menschen verlassen, keine Hilfe ist in Sicht. Und nach menschlichem Ermessen ist dieses Urteil leider auch richtig.
Der Evangelist Matthäus deutet aber sofort eine andere Möglichkeit an – und er zeigt dann eine völlig andere Wirklichkeit auf. Schon die Verse 5, 1–2 sind von einer überaus tröstlichen Haltung Jesu und von seiner Zuwendung zu den Menschen geprägt: „Als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg …  und lehrte sie.“
Wo immer wir die Evangelien aufschlagen, immer und überall ist die Fürsorge und Liebe Jesu zu den Menschen deutlich spürbar. Es ist die Spiegelung der göttlichen Liebe, die sich in Jesus verwirklicht und die er weitergibt. Wenn Jesus einzelne Menschen in physischer oder seelischer Not, oder „die vielen Menschen“ in ihrem Suchen und ihrer Hilflosigkeit sieht, wendet er sich ihnen zu. Schon in seiner Reaktion zeigt sich seine liebende Hinwendung zu den Menschen – ganz besonders zu den hilflosen, ganz nah und ganz konkret.
Diese Hilfe wird nun entfaltet, die spannungsreiche Wirklichkeit des Lebens und die alternativen Möglichkeiten menschlichen Verhaltens werden aufgezeigt, ja geradezu gepriesen. Es gibt unerhörte, überwältigende Zusagen für die, die bisher in Trauer und in Hunger nach Gerechtigkeit leben mussten. Sie werden nicht nur getröstet, ihnen „gehört das Himmelreich“. Die Seligpreisungen sind Glückwünsche zu einem reichen Leben in Fülle und in der Liebe Gottes. „Selig“ sind sie, die jetzt vor Jesus treten, die sich nun dem neuen und endgültigen Lehrer und Meister der Gemeinde anschließen. Matthäus bekräftigt das im 23. Kapitel, Vers 8: „… nur einer ist euer Meister (Christus), ihr alle aber seid Brüder“.
In den acht Seligpreisungen gibt es keine Handlungsgebote, es gibt auch keine moralische Anweisung, sondern eben Glückwünsche. „Selig“, griechisch „makários“, das meint „glücklich“ in einem umfassenden Sinn. Warum aber wird hier jemand als „selig“ gepriesen? Ganz offensichtlich beziehen sich die acht Seligpreisungen Jesu auf Grundhaltungen und auf das Handeln von Menschen.
Nach jeweils vier Preisungen zielt Jesu Rede auf das Wort „Gerechtigkeit“. Ein umfassender Begriff, der vor allem auch Liebe und Treue zur Gemeinschaft, konkret zur Jüngergemeinde Jesu, einschließt. All das steht unter der vom Menschen nicht verfügbaren, göttlichen Verheißung des „Himmelreichs“, die gleich zweimal, in Vers 8 und Vers 10 ausgesprochen wird.  Und nicht zuletzt umschließt „Gerechtigkeit“ auch all das, was wir heute unter „Solidarität“ verstehen.  
Damit haben die Seligpreisungen auch eine aktuelle, eine soziale, ja eine politische Dimension. Sie darf nicht weggewischt werden mit dem achselzuckenden Hinweis, die Bergpredigt sei Utopie, allenfalls ein nicht zu verwirklichendes Ideal. Ganz deutlich ist ja, dass der Schlüsselbegriff „Gerechtigkeit“ sich nicht auf den je einzelnen bezieht, sondern immer auf die Gemeinschaft. Das gelingende Zusammenleben ist entscheidend für alle Gemeinschaften: die Gemeindezelle Familie, die Kirchengemeinde, die Kirche. Die Kirche als Ganzes muss Gemeinschaft verwirklichen und vorleben, damit sie glaubwürdig für Gerechtigkeit eintreten kann und die Verheißung der Seligpreisungen an ihr sichtbar wird.
Die Seligpreisungen, dieses großartige Wort-Antwort-Spiel, die tiefe Spannung von bedrückender Situation und erlösender Reaktion trifft ja den Kern unseres christlichen Glaubens. Die Welt, all das, was um uns her ist und geschieht, fordert uns zur Antwort heraus. Die Welt, das ist eine Aufgabe, die ständig neu und auch in überraschenden Anforderungen auf uns zukommt. Gerade im Zusammenhang mit den Herausforderungen und Folgen der Corona-Pandemie spüren wir das ganz existentiell – als einzelne wie auch als Kirche.
Neue Herausforderungen brauchen neue Antworten – gerade auch aus dem überkommenen Glauben. Gott „ist“ nicht einfach starr und unveränderlich, er ist lebendig und beginnt immer neu mit uns. Gott „geschieht“ mit uns und für uns. Dabei gilt nicht den Reichen, den Starken und den Mächtigen die liebende Zusage Gottes, sondern den Armen, den Trauernden, den Verfolgten. Die Gewaltfreien, die Barmherzigen, die Friedensstifter werden „selig“ sein. Die Gottesherrschaft beginnt hier und jetzt durch Güte und Barmherzigkeit. Dazu braucht es unser aktives Tun und die Gnade Gottes. In unserer von Gewalt und Hass geschüttelten Welt ist das nötiger denn je. Die Seligpreisungen, ja die gesamte Bergpredigt, sind uns dabei leuchtender Orientierungspunkt.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Dr. Helmut Husenbeth
 
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