Geistliches Leben

Mittwoch, 10. April 2019

Neuer Himmel und neue Erde

Jesus droht nicht, sondern mahnt, endlich umzukehren

Was Jesus zu den klagenden Frauen sagt, die an seinem Kreuzweg stehen, gehört zu den schwierigeren Passagen in der Passionserzählung (Lukas-Evangelium 23,28–31). Aufs erste Lesen (und Hören) klingt dies ja tatsächlich wie eine Drohung. So wurden sie immer auch verstanden. Doch man muss hier genauer hinhören. Was Jesus sagt, soll ja nicht eine Ankündigung sein: Solch verheerendes Unheil kann Jesus nicht wollen, gerade auf dem Kreuzweg nicht, da er ihn doch zu unserem Heil und zu unserer Erlösung geht. Doch Jesus sorgt sich auch hier noch darum, dass Menschen nicht umkehren und sich für das Reich Gottes öffnen.

So will Gott nichts anderes: „So wahr ich lebe: Ich habe kein Gefallen am Tod des Schuldigen, sondern daran, dass ein Schuldiger sich abkehrt von seinem Weg und am Leben bleibt“ (Buch Ezechiel 33,11). Ja, „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat“ (Johannes-Evangelium 3,16). Im Grunde schärft Jesus in dieser dramatischen Stelle noch einmal ein, was von Anfang an der „Angelpunkt“ seiner Verkündigung ist: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ (Markus-Evangelium 1,15).

Es kann tatsächlich ein Momentum geben, da wir nichts anderes mehr wünschen als dass die Berge auf uns stürzen und die Hügel uns unter sich begraben mögen. Aber auch diese allerletzte Reue ist aufgehoben in Jesu Leiden und Sterben. Es kann diese endgültige Vernichtung nicht geben. So sind Jesu Worte keine Drohworte, die als Strafe eine solche Vernichtung androhen, sondern allerletzte Mahnworte, umzukehren und zu glauben.

Da wendet sich Jesus an alle, die an seinem Kreuzweg stehen – hier und jetzt und zu allen Zeiten: Weint nicht über mich, klagt nicht über mein Leiden und Sterben! Wendet vielmehr euer Sinnen und Trachten, kehrt um und glaubt! Verwurzelt euch ganz in Gott, hört auf sein Wort, lebt nach ihm und tut seinen Willen! Dann gilt für alle die Verheißung des neuen Himmels und der neuen Erde: „Gott wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“ (Buch der Offenbarung 21,1.4). (kh)

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Redaktion
18. April 2019

Ostern: Wir feiern die Auferstehung Jesu mitten in unsere Welt hinein

Um die Osterbotschaft zu erfassen, müssen wir aufmerken aus dem Alltagstrott, auch aus gewohnten...


10. April 2019

Neuer Himmel und neue Erde

Jesus droht nicht, sondern mahnt, endlich umzukehren


Jesus – Tür und Hirte

Der Weg zum Heil führt über Jesus – Gedanken zum Johannes-Evangelium 10, 1–10 von Studiendirektor...


Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren