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Geistliches Leben

Donnerstag, 12. November 2020

Nicht vergraben

Den Schatz des Glaubens mit anderen teilen

Bei einem Katholikentag: Gemeinsam Glauben feiern macht Freude, schenkt Kraft, kann andere Menschen überzeugen oder zumindest neugierig machen. (Foto: KNA)

Ich bin immer wieder erstaunt, wie unbefangen Jesus über Geld spricht. Etwa, wenn er das Gleichnis vom klugen Verwalter so deutet: „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon!“ (Lk 16,9). Oder wenn er, als man ihn mit römischen Münzen auf die Probe stellen will, erwidert: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört!“ (Mt 22,21). Oder auch im Gleichnis vom anvertrauten Geld. Ein Gleichnis, das das Herz jedes Finanzmanagers höher schlagen lässt!
Da geht ein Herr auf Reisen und vertraut seinen Dienern unermessliche Geldmengen an. Fünf Talente bekommt der erste: 30 000 Denare – eine Summe, für die ein Arbeiter zur Zeit der Bibel mehr als ein Leben lang arbeiten hätte müssen. Zwei Talente bzw. eines bekommen die beiden anderen Diener – ebenfalls gewaltige Summen. Jeder soll damit wirtschaften, so gut er kann, und so den Reichtum des Herrn weiter mehren. Am Ende werden die beiden belohnt, die eine 100%-Rendite erzielen. Dafür erhält der die größtmögliche Strafe, der nicht einmal bereit ist, das Geld wenigstens zinsbringend anzulegen, sondern der es vergräbt. Und um das marktwirtschaftliche Denken auf die Spitze zu treiben, bekommt schließlich der noch eine stattliche Prämie ausbezahlt, der mit dem höchsten Startkapital den größten Gewinn erzielt hat.
Beschreibt das Gleichnis nicht eine Finanzwelt und ökonomische Strukturen, von denen Papst Franziskus sagen würde: „Eine solche Wirtschaft tötet!“? Klar ist, dass dieses Gleichnis nicht wörtlich zu verstehen ist. Jesus hat weder in den Kategorien eines radikalliberalen Finanz- und Wirtschaftsmarkts gedacht, noch hat er ein Wohlstandsevangelium gepredigt. Und erst recht ist sein himmlischer Vater, für den der Herr im Gleichnis steht, keiner, der nur die belohnt, die Reichtümer anhäufen, sondern einer, der auf der Seite der Armen und Benachteiligten steht.
Die meisten Deutungen dieses Gleichnisses, die ich kenne, sind individualethisch ausgerichtet. Die Talente im Gleichnis, mit denen im Judentum Geldmengen bezeichnet wurden, werden als Talente im übertragenen Sinn verstanden – als die Begabungen, die Gott jedem geschenkt hat. Die „Moral von der Geschicht“ lautet dann: Wir sollen unsere von Gott gegebenen Gaben und Talente möglichst gewinnbringend einsetzen – für andere und damit auch für uns. Denn wenn Jesus am Jüngsten Tag wiederkommt, wird er uns danach richten, was wir aus unserem Leben gemacht haben – wie wir unsere Talente genutzt haben, um die Welt ein Stück besser zu machen.
Diese Lesart ist nicht falsch. Ich möchte aber dennoch eine andere Lesart dazulegen: eine, die im anvertrauten Geld den „Schatz des Glaubens“ sieht – gemäß dem paulinischen Wort vom „Schatz in zerbrechlichen Gefäßen“ (2 Kor 4,7). Für mich ist diese Interpretation deshalb naheliegend, weil der Herr die beiden ersten Diener bei seiner Rückkehr nicht nur als „tüchtig“ bezeichnet, sondern auch als „treu“. „Pistis“ steht an dieser Stelle im griechischen Originaltext des Matthäusevangeliums – ein Wort, das nicht nur „treu“ und „zuverlässig“ bedeutet, sondern auch „gläubig“ und „fromm“.
Im Gleichnis geht es also (auch) um unseren Glauben: Gott hat sich uns in Jesus Christus selbst anvertraut. In der Taufe hat er jedem von uns das göttliche Leben, ja sich selbst geschenkt und möchte, dass wir diesen Schatz des Glaubens in unserem Leben fruchtbar machen. Das geht nicht, wenn wir Gott im hintersten Winkel unseres Herzens einschließen oder in den Tiefen unserer Seele vergraben, so wie es der dritte Diener tut. Was ihn leitet, ist die Angst: Die Angst, den Schatz zu verlieren, wenn er ihn weitergibt. Und die Angst vor seinem Herrn, in dem er nur den strengen Richter sieht.
Gott aber will, dass wir mit dem Glauben angstfrei und verschwenderisch umgehen – so wie es die beiden ersten Diener tun. Denn darin besteht ja das Geheimnis der göttlichen Liebe: dass sie nicht weniger wird, wenn wir sie verschenken. Je mehr wir den Schatz des Glaubens mit anderen teilen, umso größer wird er. Je mehr aber wir ihn für uns behalten, umso eher verkümmert er.
Diese Lesart will ich noch um einen Gedanken erweitern: Denn sie gilt nicht nur für jede/n einzelne/n Christ/in, sondern auch für die Kirche als Ganze. Auch die Kirche darf den Glauben nicht – wie der dritte Diener – vergraben, ängstlich in allzu engen Strukturen einsperren und in der bloßen Wiederholung überkommener Glaubenssätze zu konservieren suchen. Dann kann der Glaube nicht mehr wachsen und wird unfruchtbar. Stattdessen sind wir als Kirche aufgerufen, den Glauben nicht für uns zu behalten; ihn furchtlos in die Welt hinein zu verschwenden und mit anderen zu teilen. Und ihn zu vermehren, indem wir ihn mit Blick auf die Zeichen der Zeit dynamisch weiterentwickeln. Nur so werden wir unserem Auftrag als Kirche gerecht. Nur so erhalten wir Anteil an der Freude unseres Herrn: eine Freude, die uns selbst gilt, und die durch uns auch für andere erfahrbar werden soll.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Dr. Thomas Stubenrauch
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