Im Gespräch

Mittwoch, 27. Mai 2020

Haushaltsstopp beschlossen

Corona: Bistum Speyer schätzt Einnahme-Rückgang um zehn Prozent

In der vergangenen Woche verkündete das Ordinariat in Speyer Maßnahmen, um dem Kirchensteuerrückgang zu begegnen. (Foto: Landry)

Das Bistum Speyer hat eine Haushaltssperre und ein Bündel von kurz- und mittelfristigen Maßnahmen zur Ausgabenbegrenzung beschlossen.
„Wir rechnen mit einem spürbaren Rückgang der Kirchensteuer als Folge der Corona-Krise“, erklärt Generalvikar Andreas Sturm. Die Einnahmeausfälle, die sich aufgrund der demografischen Entwicklung und der Kirchenaustritte schon seit längerem abzeichnen, würden dadurch verschärft. Generalvikar Sturm und Diözesan-Ökonom Peter Schappert beziffern im Gespräch mit dem „pilger“ den Einnahmerückgang mit „circa zehn Prozent“. „Im Moment lässt sich das allerdings nur schätzen. Zehn Prozent könnten auch optimistisch sein“, betont Domkapitular Schappert.
Getroffene Maßnahmen trügen der gegenwärtigen Situation Rechnung. Falls später nachgebessert werden müsse, werde das Bistum dies tun, so Peter Schappert, der in der Leitungsebene der Diözese für Finanz- und Bauangelegenheiten zuständig ist. „Wir müssen entschlossen gegensteuern, um den Haushalt des Bistums angesichts der veränderten Gesamtsituation im Gleichgewicht zu halten“, gibt Andreas Sturm das Ziel für die Einsparungen, die bis in das Jahr 2024 reichen sollen, vor.
Ab sofort bedürfen größere Ausgaben der Zustimmung des Generalvikars. Der Betrag, ab dem Mitarbeiter der Abteilungen des Ordinariats Rücksprache halten müssen, liegt bei 10 000 Euro. Freie Stellen in der Verwaltung des Ordinariats werden in der Regel nicht mehr nachbesetzt. Baumaßnahmen an den Gebäuden des Bistums werden nur noch dann durchgeführt, wenn sie für die Sicherheit oder den Substanzerhalt der Objekte dringend notwendig sind. Im Blick seien dabei ausdrücklich bistumseigene Gebäude, so Peter Schappert. Für Bauprojekte anderer Rechtsträger, dazu zählen die Pfarreien, gelte: „Was in 2019 geplant wurde, wird so finanziert, wie geplant.“
Im Haushalt für das Jahr 2021 wird das Bistum die Sachkosten um vier Prozent nach dem „Rasenmäherprinzip“ reduzieren und die Zuweisungen an andere Rechtsträger um fünf Prozent kürzen – dazu zählen neben den Pfarreien unter anderem Bildungseinrichtungen und Institutionen außerhalb des Bistums, etwa der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD), mit dem die 27 Bistümer gemeinsame, bundesweite Aufgaben stemmen. „Wir werden hier unseren Verpflichtungen nachkommen, aber darauf drängen, dass ebenso alles auf den Prüfstand kommt“, betont Sturm. Es gelte, die Kriterien anzulegen, wie sie auch innerhalb des Bistums Anwendung finden. „Was braucht Kirche heute, um den Glauben gut verkündigen zu können, und was ist verzichtbar?“ Andererseits wolle das Bistum prüfen, „an welchen Stellen wir die Einnahmen verbessern können“, sagt der Generalvikar. Dazu zählten Verhandlungen mit den Ländern über eine andere Refinanzierung für Schulen und Kitas.
Um langfristig Kosten zu reduzieren, hat das Bistum eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Generalvikars eingesetzt. „Wir wollen kreative Ideen entwickeln, wie wir angesichts geänderter Herausforderungen und Rahmenbedingungen die christliche Botschaft auch in Zukunft glaubwürdig verkünden und bezeugen können. Dazu gehört das Setzen von Schwerpunkten“, kündigt Andreas Sturm strategische Richtungsentscheidungen für die Jahre 2022 bis 2024 an. Vorschläge dazu sollen der Diözesanversammlung im November zur Beratung vorgelegt werden. Über den erst gestarteten Visionsprozess „Segensorte“ möchte der Generalvikar außerdem eine „möglichst breite Basis“ in diese inhaltlichen Fragen mit einbinden.

Hinweis: Zum Thema veröffentlichen wir ein Interview auf www.pilger-speyer.de

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