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Im Gespräch

Mittwoch, 17. Februar 2021

„Andere Welt ist möglich“

Interview mit Pirmin Spiegel über die Misereor-Fastenaktion

Pfarrer Pirmin Spiegel in Kaiserslautern auf dem Katholikentag des Bistums Speyer im Jahr 2019 (Bild: View/is)

Unter dem Motto „Es geht! Anders“ beginnt am 21. Februar die Fastenaktion des katholischen Entwicklungshilfswerks Misereor. Schwerpunktland ist diesmal Bolivien. Misereor muss sich schon zum zweiten Mal auf enorme Herausforderungen durch die Corona-Pandemie einstellen, wie Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur erläutert.

KNA: Herr Pfarrer Spiegel, das Motto der Misereor- Fastenaktion heißt „Es geht! Anders.“ Was bedeutet das?
Spiegel: Es geht darum, dass eine andere Welt möglich ist. Und es liegt in unserer Hand, diese zu gestalten. Wir laden ein, über eine Neuausrichtung unserer Lebensweisen nachzudenken in dieser Fastenzeit.

Worüber konkret?
Zum Beispiel darüber, ob die Art unseres Konsumierens okay ist, wenn wir dabei mehr Ressourcen verbrauchen, als die Erde hergibt. Darüber, dass Milliarden in der Welt ein menschenunwürdiges Leben haben – etwa ohne sauberes Wasser, ohne soziale Absicherung und ohne adäquaten Zugang zu Gesundheitsversorgung. Mehr als 700 Millionen hungern weltweit, die Zahl der Tier- und Pflanzenarten geht zurück. Und es gibt viele weitere Indizien dafür, dass es anders gehen muss für eine gerechtere Welt.

Aber Ihr Motto heißt ja nicht „Es muss anders gehen“, sondern: „Es geht! Anders.“...
Es geht ja auch anders. Zum Beispiel im Alltag bei uns: Wenn wir fairer einkaufen und anders mobil unterwegs sind. Auch unsere Projektpartner im Süden zeigen, dass es anders geht – eben nicht nur darum, ein paar Brotkrümel von den Tischen der Reichen an die Armen zu verteilen, sondern dafür zu sorgen, dass es für jeden einen Platz gibt am Tisch. Etwa durch eine gute Ausbildung, durch umweltfreundlichere Produktion, durch Versöhnungsarbeit, durch den Einsatz für Rechte für Minderheiten.

„Es geht! Anders.“ kann man aber in Corona-Zeiten noch ganz anders verstehen. Fast alles ist anders in der Pandemie – auch der Ablauf der Fastenaktion.
Allerdings. Schon vor einem Jahr waren wir das erste große Hilfswerk, dem der Lockdown einen Strich durch die Jahresaktion gemacht hat. Wir mussten improvisieren, vieles weglassen, anderes auf virtuelle Begegnungen umstellen – auch mit den Projektpartnern im Süden. Und das, was gut geklappt hat, haben wir weiter verfeinert für die aktuelle Aktion und neue Formate hinzugefügt. Wobei das Organisatorische ja nicht das Wichtigste ist.

Sondern?
Vor allem haben wir erlebt, dass Solidarität auch in diesen schweren Zeiten kein Fremdwort ist für sehr viele Menschen in unserem Land. Das beobachte ich insgesamt in der Gesellschaft, auch mit Blick auf unsere Fastenaktion. Da gab es unheimlich viel Kreativität, um sich zu informieren und um Spenden zu sammeln, was den Einbruch bei der Kollekte in den Gottesdiensten wettgemacht hat. Und eine zweite wichtige Erfahrung: Der Kontakt zu den Partnern im Süden ließ sich besser als gedacht auch über Videokonferenzen halten – auch wenn das die persönliche Begegnung nicht ersetzen kann.

Wenn Sie jetzt wieder zum Mitmachen aufrufen bei der Fastenaktion, gibt es aber auch Leute, die sagen: „Ein Jahr Corona mit Verzicht auf alles Mögliche reicht, jetzt kommen Sie mir nicht auch noch mit Fastenzeit.“ Was sagen Sie denen?

Zuerst nehme ich das ernst und kann es gut nachvollziehen, dass bei uns sehr viele Menschen leiden an der Situation. Zugleich erlebe ich, dass sich viele ansprechen lassen auf die Not der Menschen in den armen Ländern und darauf, dass das Corona-Virus die ohnehin schon hohe Verletzlichkeit noch schlimmer macht und dass gerade in diesen Zeiten Solidarität und Hilfe geboten sind.

Was erhoffen Sie sich von der Fastenaktion?

Zum einen, dass die Solidarität anhält und die Sensibilität dafür, dass Corona eine Herausforderung ist, die weltweit besiegt werden muss. Ebenso dafür, dass die Menschen im Süden unsere Aufmerksamkeit brauchen, ohne schwerwiegende Nöte hier bei uns hintanzustellen. Auf der politischen Ebene hoffe ich, dass es vorangeht mit dem Lieferkettengesetz, das sich stark macht für Menschenrechte und Umweltverträglichkeit. (Interview: kna)

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