Im Gespräch

Mittwoch, 12. Februar 2020

Bedauern über Rückzug

Bischof Wiesemann würdigt Arbeit von Kardinal Reinhard Marx

Kardinal Reinhard Marx ist einer der Wegbereiter des Synodalen Wegs, hier mit Karin Kortmann und Thomas Sternberg vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken. (Foto: KNA)

Kardinal Reinhard Marx (66) steht nicht für eine zweite Amtszeit an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz zur Verfügung. Bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe Anfang März in Mainz stehen Neuwahlen an. Die am 11. Februar bekannt gewordene Ankündigung nahmen Beobachter und Kirchenvertreter mit Überraschung und Bedauern zur Kenntnis.


Bischof Karl-Heinz Wiesemann würdigte in einer am 11. Februar veröffentlichten Stellungnahme das Wirken von Kardinal Marx und äußert gleichzeitig Verständnis für dessen Entscheidung. Sie verdiene großen Respekt. „Auch die Begründung ist für mich sehr verständlich und überzeugend“, so der Speyerer Bischof. Kardinal Marx habe die Deutsche Bischofskonferenz souverän durch schwierige Jahre des gesellschaftlichen und kirchlichen Umbruchs geführt. „Für sein außerordentliches Engagement danke ich ihm ausdrücklich. In gesellschaftspolitischen Fragen hat er den Positionen der katholischen Kirche wirkungsvoll Gesicht und Stimme verliehen.“ Dabei habe er wichtige Brücken zur europäischen Ebene, zum Papst und in die Weltkirche hinein gebaut und so entscheidend dazu beigetragen, „dass die Reformbemühungen der Kirche in Deutschland im Rahmen des Synodalen Weges in eine internationale und weltkirchliche Perspektive eingebunden sind“, betonte Wiesemann.
Mit Marx verbinde ihn eine „langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit“, erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. „Zwischen uns ist auch eine echte Freundschaft entstanden. Für beides bin ich zutiefst dankbar.“ Die Verbundenheit zwischen evangelischer und katholischer Kirche habe sich insbesondere in der Zeit der Vorbereitungen und Durchführung des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 noch vertieft.
„Mit großem Bedauern und höchstem Respekt“ habe das Zentralkomitee der deutschen Katholiken die Entscheidung von Marx aufgenommen, erklärte ZdK-Präsident Thomas Sternberg. Marx habe „Großartiges geleistet für die Rückgewinnung von Vertrauen und Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche. Er hat die Hoffnung auf ein neues Bild der Kirche in Deutschland verkörpert.“
Die Bischofskonferenz und das ZdK hatten unlängst gemeinsam den Synodalen Weg zur Zukunft des kirchlichen Lebens in Deutschland angestoßen. Dieser Dialog müsse unbedingt in aller Offenheit fortgeführt werden, so die Gruppe „Wir sind Kirche“, die Marx dafür dankte, „diesen angesichts der schleppenden Aufarbeitung sexualisierter Gewalt dringend notwendigen Reformprozess mit auf den Weg gebracht zu haben“.

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