Im Gespräch

Mittwoch, 22. Januar 2020

Bedrohung in Afrika wächst

Hilfswerk Open Doors legt „Weltverfolgungsindex 2020“ vor

(Grafik: Open Doors)

Die Bedrohung der Religionsfreiheit nimmt laut Open Doors weltweit zu. Auch in diesem Jahr legt das christliche Hilfswerk seinen „Weltverfolgungsindex“ vor. Danach sind rund 260 Millionen Christen Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt.


Das christliche Hilfswerk Open Doors ist über die zunehmende Bedrohung von Christen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara besorgt. So stehen in diesem Jahr erstmals die westafrikanischen Länder Burkina Faso und Kamerun auf dem „Weltverfolgungsindex“, den die Organisation am 15. Januar in Kelkheim im Taunus veröffentlichte. Beide Länder seien bisher eher durch ihre religiöse Toleranz bekannt gewesen, teilte Open Doors mit. Christen in Burkina Faso würden massiv angegriffen. Sie befänden sich nach eigenen Aussagen in einem „Überlebenskampf“.
Im Norden Burkina Fasos hätten bereits mehr als 200 Kirchen geschlossen werden müssen, hieß es. Tausende Christen befinden sich den Angaben zufolge nun in Lagern für Vertriebene oder suchen Zuflucht in anderen Landesteilen. Gruppen, die mit Al-Kaida im Maghreb verbunden seien, hielten ausländische Missionare als Geiseln – einige seit mehreren Jahren. Im Norden Kameruns herrsche Gewalt, dort habe Boko Haram eine Hochburg.
In Libyen habe sich nach dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi 2011 und dem daraus resultierenden Machtvakuum islamistischer Extremismus in der Sahel-Region bis nach Subsahara-Afrika ausgebreitet. In politisch labilen Staaten ohne funktionierende Rechtsstaatlichkeit erhalte die betroffene christliche Bevölkerung keinen Schutz durch ihre Regierungen. Die Religionsfreiheit nehme weltweit ab, sagte der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode.
In den 50 Ländern des „Weltverfolgungsindex“ leben rund fünf Milliarden Menschen, darunter nach Angaben der World Christian Database und Schätzungen von Open Doors etwa 640 Millionen Christen. Etwa 260 Millionen von ihnen seien Verfolgung ausgesetzt, heißt es in dem Index. Im Berichtzeitraum vom 1. November 2018 bis 31. Oktober 2019 wurden laut Open Doors fast 9.500 Kirchen und kirchliche Einrichtungen attackiert, zerstört oder geschlossen. Im Vorjahr waren es 1.850.
Die ersten 25 Plätze haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Angeführt wird die Liste von Nordkorea, Afghanistan, Somalia, Libyen und Pakistan. Burkina Faso belegt den 28. Rang, Kamerun den 48.
Volker Kauder, in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zuständig für Religionsfreiheit, erklärte, der neue „Weltverfolgungsindex“ gebe „erneut Anlass zu großer Sorge“. Insbesondere die Situation in einigen afrikanischen Staaten sei gravierend. Darüber hinaus seien auch die Entwicklungen in Asien alarmierend, etwa im Blick auf China.

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