Im Gespräch

Montag, 15. Juni 2020

Bistum Speyer trauert um seinen früheren Bischof

Anton Schlembach ist tot. Der frühere Bischof von Speyer verstarb am Abend des 15. Juni im Alter von 88 Jahren.

Bischof Anton Schlembach. Bild: Landry

Das Bistum Speyer trauert: Bischof em. Dr. Anton Schlembach ist am Abend des 15. Juni im Alter von 88 Jahren verstorben. Fast ein Vierteljahrhundert – von 1983 bis 2007 – leitete er die Diözese. „Er war mit Leib und Seele Bischof von Speyer. Wir danken ihm von ganzem Herzen für seinen außerordentlichen Einsatz, den er für das Bistum Speyer wie auch für die katholische Kirche insgesamt geleistet hat“, so sein Nachfolger Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Mit großer Treue habe Schlembach seinen Dienst versehen und sei mit seinem ganzen Leben zu einem überzeugten und überzeugenden Zeugen des lebendigen Gottes geworden.

Viele, die Bischof Schlembach in den letzten Wochen und Tagen begleiteten, zeigten sich beeindruckt und tief berührt, wie erwartungs- und hoffnungsvoll, voll Glauben und ohne Angst, er seinem Tod entgegen sah. „Er fühlte sich ganz und gar in den liebenden Händen Gottes geborgen“, so ein langjähriger Mitarbeiter und Begleiter des Bischofs.

In seinem letzten Beitrag, mit dem sich Bischof Schlembach in der Öffentlichkeit zu Wort meldete, beschäftigte er sich in der Bistumszeitung „der pilger“ (Ausgabe vom 10. Mai) mit den existentiellen Fragen, die die Corona-Pandemie aufwirft. Am Ende seines Beitrags schreibt er mit Blick auf Albert Camus Roman „Die Pest“: „Der Mensch ist sterblich und todverfallen. Aber er ist nicht für den Tod geschaffen, sondern für die Auferstehung. Dies entspricht auch der innersten Sehnsucht, der Veranlagung und der Urhoffnung des Menschen. Der Mensch will ewig leben, aber nicht endlos in der Zeit, sondern über Zeit und Raum hinaus. ... Jesus Christus ist der einzige, der wahre Heilbringer, der Erlöser von Absurdität und von Sinnlosigkeit, von Hoffnungslosigkeit und von Vergeblichkeit. Im auferstandenen Jesus Christus liegt die begründete Verheißung, ja, die Garantie für Erfüllung und Vollendung des Menschen und der Welt.“ – Eine Hoffnungsbotschaft als Vermächtnis.

Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit zählte der Besuch von Papst Johannes Paul II. 1987 im Kaiserdom und die Seligsprechung des pfälzischen Priesters, Sozialreformers und Ordensgründers Paul Josef Nardini. Das war 2006, kurz nach dem 50. Jahrestag von Schlembachs Priesterweihe. Für den Bischof, der den Seligsprechungsprozess auf den Weg gebracht hatte, eine „beglückende Fügung“. Doch nicht nur der Papst war in Speyer, viele  Staats- und Regierungschefs besuchten auf Einladung von Altkanzler Helmut Kohl Speyer und statteten dabei auch der größten romanischen Kirche der Welt einen Besuch ab. Mit dem Papstbesuch verbindet Bischof em. Schlembach auch die Seligsprechung Edith Steins (am 1. Mai 1987 in Köln), die viele Jahre in Speyer gelebt und gearbeitet hatte und deren Verehrung er unter anderem durch die Gründung der Edith-Stein-Gesellschaft förderte.

Schlembach wurde als ältestes von vier Kindern einer Bauernfamilie im unterfränkischen Großwenkheim geboren. Die Priesterweihe empfing er 1956 in Rom. Die Weihe in der Heiligen Stadt, sagte  er einmal, sei für ihn Ansporn gewesen, sich um „ein katholisches, um ein weltkirchliches Bewusstsein“ zu bemühen. Als Johannes Paul II. ihn 1983 zum Bischof ernannte, war er Generalvikar in Würzburg. Am 16. Oktober 1983 wurde Anton Schlembach im Speyerer Dom zum Bischof geweiht.  (pil/rn/kna)

 

Beisetzung und Requiem für verstorbenen Bischof am 24. Juni im Dom

Gläubige können die Tage zuvor in der Friedenskirche St. Bernhard in Speyer von Bischof Anton Schlembach persönlich Abschied nehmen

Das Requiem und die Beisetzung für den am Montag verstorbenen Bischof Dr. Anton Schlembach finden am Hochfest Johannes des Täufers am Mittwoch (24. Juni) um 13 Uhr im Dom zu Speyer statt. Der Verstorbene findet in der Speyerer Kathedrale in einem Bischofsgrab auf der Ebene des Pfarraltars seine letzte Ruhestätte.

Der Verstorbene wird zuvor in der Friedenskirche St. Bernhard in Speyer aufgebahrt. Am Sonntag wird dort um 15.30 Uhr die Vesper gebetet. Im Anschluss daran können die Gläubigen persönlich Abschied nehmen. Die Friedenskirche ist am Sonntag bis 20 Uhr, am Montag von 10 bis 20 Uhr und am Dienstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Am Dienstagabend wird der Verstorbene in den Dom zu Speyer überführt. Um 20 Uhr werden hier der Rosenkranz und die Komplet gebetet.

Aufgrund der aktuellen Situation ist die Teilnehmerzahl bei allen Gottesdiensten begrenzt. Daher ist eine vorherige Anmeldung beim Bischöflichen Ordinariat (Telefon 06232 / 102-414) erforderlich. Es gelten die üblichen Corona-Sicherheitsregeln wie das Einhalten von Mindestabständen, die Erfassung der Kontaktdaten und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Diese kann nach Einnahme des Sitzplatzes abgelegt werden.

Geplant ist, den Gottesdienst medial zu übertragen, so dass die Gläubigen am Requiem und der Beisetzung für Bischof Schlembach am Bildschirm zuhause live Anteil nehmen können. (is)

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