Im Gespräch

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Menschheit steht am Scheideweg

Organisationen und Kirchen mahnen mehr Klimaschutz an

Der Abschied von fossilen Brennstoffen und die Hinwendung zu erneuerbaren Ernergiequellen sind ein wichtiger Schritt gegen den Klimawandel. Foto: actionpress

Nach der Veröffentlichung des Sonderbericht des Weltklimarats IPCC werden Forderungen nach mehr Klimaschutz laut. Die katholische Hilfsorganisation Misereor betonte, die Weltgemeinschaft stehe an einem Scheideweg. „Entweder gelingt uns binnen weniger Jahre ein Kulturwandel hin zu einer tiefgreifenden Umkehr“, oder Millionen Menschen drohten durch den Klimawandel ihre Heimat, ihre Lebensgrundlagen oder ihr Leben zu verlieren, erklärte Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am 8. Oktober in Aachen.

Konkrete Handlungsoptionen wie das Ende fossiler Brennstoffe oder die Verringerung des Fleischkonsums lägen „längst auf dem Tisch“, so Spiegel weiter. In einer gemeinsamen Mitteilung von 19 katholischen Organisationen, die auch der Misereor-Chef unterzeichnet hat, werden die Regierungen zum Umdenken aufgerufen.

Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte und Umwelt, David R. Boyd, erklärte, die Welt erlebe bereits die Auswirkungen des Klimawandels: „Von Tropenstürmen in Amerika und Hitzewellen in Europa bis zu Dürren in Afrika und Fluten in Asien.“ Insbesondere die wohlhabenden Nationen mit hohen Emissionswerten seien nun in der Pflicht, die Vereinbarungen des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bezeichnete den Klimawandel als „Überlebensfrage der Gesellschaft“. Die Erderwärmung nehme viel zu schnell zu – mit Folgen, die etwa im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Somalia längst tödlich seien, sagte Müller den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (Dienstag). Der Minister warnte zudem vor einer steigenden Zahl an Klimaflüchtlingen.

Brot für die Welt und Germanwatch erklärten, die IPCC-Ergebnisse zeigten, dass ab einer Erwärmung über 1,5 Grad die Risiken und volkswirtschaftlichen Kosten des Klimawandels massiv steigen würden. „Die gute Nachricht ist: Die Begrenzung der Erwärmung auf dieses Limit ist bei zügigem und entschiedenem Handeln machbar“, hieß es.

Die Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland, Christiane Averbeck, mahnte zu einer deutlichen Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen. „Jedes Zehntelgrad weniger Erderhitzung zählt“, betonte sie in Berlin. Nach Worten von Greenpeace gibt es „keine Entschuldigung für ein reiches Industrieland wie Deutschland, seine CO2-Bilanz weiterhin mit alten, schmutzigen Kohlekraftwerken zu ruinieren“.

Die Hilfsorganisation Care forderte von den westlichen Regierungen mehr Anstrengungen für den Klimaschutz. „Es wäre inakzeptabel und liefe auf einen Bruch des Paris-Abkommens hinaus, wenn die Bundesregierung und das Parlament den vom IPCC-Bericht dargelegten Handlungsnotwendigkeiten keine Taten folgen ließen“, sagte Care-Klimaexperte Sven Harmeling. Ähnlich äußerte sich der Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland, Michael Schäfer: Die Bundesregierung müsse „endlich wieder naturwissenschaftliche Realitäten statt Mutlosigkeit zur Richtschnur ihrer Klimapolitik“ machen. (red)

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