Im Gespräch

Mittwoch, 12. Juni 2019

Starke Frauen im mpk

Goldschmiedekunst von Elisabeth Treskow

Elisabeth Treskow entwarf 1949 die Meisterschale des Deutschen Fußballbundes, die auch der 1. FCK in Händen halten durfte. Foto: FC Kaiserslautern

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) zeigt vom 26. Juni bis 8. September Gold- und Silberschmiedearbeiten von Elisabeth Treskow (1898 bis 1992) – darunter die Meisterschaftsschale des Deutschen Fußballbundes sowie zahlreiche Entwurfszeichnungen aus dem Deutschen Kunstarchiv des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Eröffnet wird die außergewöhnliche Schau am Dienstag, 25. Juni, um 19 Uhr.

Elisabeth Treskow zählt in vielfacher Hinsicht zu den „Golden Girls“. Der Titel der neuen Ausstellungsreihe des mpk zitiert mit einem Augenzwinkern den Grundgedanken einer witzigen amerikanischen Fernsehserie der 1980er Jahre: Ältere Damen diskutieren über sämtliche Themen der Gesellschaft. „Golden Girls“ wurde zu einer Marke für einen ungebeugten Geist.

Im mpk widmet sich die Ausstellungsserie dem Schaffen von Kunsthandwerkerinnen, die Außergewöhnliches geleistet haben. Dabei werden auch historische Zusammenhänge deutlich, die insbesondere Frauen auf dem Weg ihrer Emanzipation begleiteten.

„Die Treskow“ gilt als Grande Dame der Goldschmiedekunst des vergangenen Jahrhunderts: Ihre Colliers, Armreifen, Broschen und Ringe bestechen durch ein raffiniertes Arrangement der Materialien. Die ausdrucksstarken Schmuckwerke überzeugten die feine Gesellschaft. So reichte ihr Auftraggeberkreis von den Vorständen der Firmen Krupp und RWE über den Leiter des Folkwang-Museum bis hin zu Schauspielerinnen wie Magda und Romy Schneider.

Nicht allein ihre Schmuckstücke begeistern, auch als Silberschmiedin war sie überaus erfolgreich und ist es bis heute. Einen ihrer Entwürfe kennt in Deutschland nahezu jeder: die Meisterschale des Deutschen Fußballbundes. Treskow entwarf die Trophäe 1949, zu einer Zeit, in der der Fußball noch viel stärker eine Männerangelegenheit war als heute. Der Auftrag für diesen Siegerpreis war damit eine der öffentlich wirksamsten Auszeichnungen ihrer Arbeit und prominenter Beleg einer herausragenden Karriere. Das mpk zeigt ein Exemplar.

Treskow wurde 1898 in Bochum geboren. Nachdem sie die Hagener Silberschmiede und die Kunstgewerbeschule Essen besucht hatte, begann sie 1916 in Schwäbisch Gmünd eine Gold- und Silberschmiedelehre, die sie zwei Jahre später in München mit der Gesellenprüfung abschloss. Im darauffolgenden Jahr machte sie sich in Bochum selbstständig und zog 1923 mit ihrer Werkstatt nach Essen auf die Margarethenhöhe um – der vermutlich wichtigste Schritt Treskows zu einer Laufbahn, die bis ins hohe Alter von zahlreichen Auszeichnungen gekrönt ist, denn Margarete Krupp hatte dort eine Gartenstadt gestiftet, die sich für Künstler zu einer avantgardistischen Kolonie entwickelte.

Über 50 Preziosens ind im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern über Sommer zu sehen. Ergänzt wird die Schau mit bislang unpublizierten Archivalien und Entwurfszeichnungen aus dem Nachlass Elisabeth Treskows. Zur Ausstellung „Golden Girls – No. 1“ erscheint ein Begleitheft mit einem Text von Ausstellungskuratorin Dr. Svenja Kriebel.

Das Museum, Museumsplatz 1, ist dienstags von 11 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Redaktion

Deutsche Bischofskonferenz

Anzeige

16. Oktober 2019

Papst Franziskus hört vor allem zu

Amazonas-Synode im Vatikan – Am 25. Oktober soll Ergebnis vorgestellt werden


09. Oktober 2019

Debatte um Reformen geht weiter

Mainzer Bischof Kohlgraf für Veränderungen, Kritik vom Forum Deutscher Katholiken


Anzeige

Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren