Kirche und Welt

Freitag, 20. April 2018

Wenig Katholiken bei AfD

Bei kirchennahen Christen kommt die AfD kaum an

Seit der letzten Wahl im September 2017 ist auch die AfD im Bundestag vertreten. Foto: actionpress

Nach Untersuchungen des katholischen Politikwissenschaftlers und Publizisten Andreas Püttmann zusammen mit dem Allensbach-Institut sind kirchennahe Christen weit unterdurchschnittlich bei den Wählern der AfD vertreten. „Nach der jüngsten Allensbacher Zählung der Sonntagsfrage kommt die AfD bei den kirchennahen Christen nur auf drei bis vier Prozent, bei kirchenfernen auf 16 und bei denen ohne christliche Konfession auf 23“, sagte Püttmann im Interview der „tageszeitung“ (16. April).

Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeige, dass unter kirchennahen wie unter kirchenfernen Christen „deutlich weniger“ Katholiken zu den AfD-Anhängern zählten als Protestanten, ergänzte Püttmann im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur. Allerdings sei die Zahl der Befragten relativ niedrig gewesen, so dass Abweichungen von bis zu zwei Prozentpunkten möglich seien.

Unabhängig von den exakten Zahlen lasse sich auf alle Fälle feststellen, dass die Kirchen eine „starke Bastion gegen den Rechtspopulismus“ seien, sagte der Politologe der Zeitung. Als prominente Beispiele nannte er „die Kardinäle Marx und Woelki, Bischof Dröge und Präses Rekowski, die sich klar gegen AfD, Pegida und Co. positionierten“, so Püttmann.

Auf die Frage nach Verbindungen zwischen Abtreibungsgegnern und AfD-Politikern um Beatrix von Storch antwortete Püttmann, dies treffe möglicherweise auf einige „besonders fanatische“ Aktivisten zu, aber „ich kenne etliche sehr engagierte Christen in der Lebensschutzbewegung, die die AfD abstoßend finden und niemals wählen würden“. Er warne davor, Christen, die sich „für dieses Anliegen einsetzen und vielfach auch Frauen in Notlagen helfen, pauschal als rechts zu verdächtigen“.

Kritisch bewertete der Politikwissenschaftler die Einladung des kirchenpolitischen Sprechers der AfD zu einem Podium beim Katholikentag in Münster. Eine Inklusion der AfD sei „völlig unangebracht“, es brauche ein Zeugnis der Abgrenzung, so Püttmann. (red)

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