Kirche und Welt

Mittwoch, 27. Mai 2020

Papier mit Sprengkraft

Bischöfe und Hilfswerke würdigen die Umweltenzyklika Laudato si’

Für die Umwelt und die Menschen: Papst Franziskus setzt sich dafür ein, dass der Lebensraum der indigenen Bevölkerung nicht zerstört wird. (Foto: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA)

Vor fünf Jahren veröffentlichte Papst Franziskus das Schreiben Laudato si’, in dem er klar macht: Der Einsatz für die Umwelt und die Option für die Armen gehören zusammen. Kirchenvertreter und Hilfswerke haben die Umweltenzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus anlässlich ihres fünften Jahrestages gewürdigt. „Wenn Wirtschaft und das öffentliche Leben nach der Corona-Krise wieder in Schwung gebracht werden, sollten Maßnahmen an erster Stelle stehen, die auf eine klima- und umweltfreundliche Zukunft ausgerichtet und sozial ausgewogen sind“, erklärte Franz-Josef Overbeck, der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz. „Die Enzyklika ist durchdrungen von dem Grundgedanken, dass Ökologie und Soziales zusammengedacht werden müssen: Die Sorge für die Menschen und der Schutz der Ökosysteme sind untrennbar miteinander verbunden“, so der Essener Bischof. Laudato si’ sei ein Appell, Leben und Wirtschaften am Prinzip der Nachhaltigkeit auszurichten. „Dazu gehört es auch, die Lebensstile anzupassen, damit der Mensch wieder im Einklang mit der Schöpfung und mit sich selbst lebt.“ „Großes Echo in Europa“ Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel bezeichnete Laudato si’ als hochaktuell. Zudem unterstreiche das Schreiben in der Corona-Krise und bei der Frage ihrer Bewältigung „seine Bedeutung und Dringlichkeit“. Spiegel lenkte den Blick auf indigene Bevölkerungen. Diese würden kaum Zugang zu Intensivstationen, keine Beatmungsgeräte und keinen Sauerstoff bekommen. Die Pandemie bedrohe insgesamt Sicherheiten und hebe Ungerechtigkeiten hervor. Bildung, Gesundheitssysteme und Rohstoffe seien Güter, die nicht exklusiv sein sollten. Solche Gedanken des Papstes wirkten in Politik und soziale Bewegungen und beeinflussten die internationale Agenda. „Der Wiederaufbau während und nach den Pandemie-Einschränkungen bieten eine Chance, um Produktionsmodelle und Konsumgewohnheiten an den Bedürfnissen der Verletzlichsten weltweit und der Schöpfung auszurichten, so wie es Papst Franziskus in Laudato si’ gefordert hat“, so Spiegel. Michael Heinz, der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, sagte dem Kölner Domradio, er habe in Deutschland und Europa festgestellt, dass die Enzyklika ein „sehr großes Echo“ hinterlassen habe. „Sie wurde interessanterweise nicht nur in der Kirche, sondern gerade auch außerhalb der Kirche sehr positiv aufgenommen.“ Die Kirchen hierzulande hätten sich stark für den Klimaschutz engagiert.

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