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Kirche und Welt

Mittwoch, 25. November 2020

Trost in der Trostlosigkeit

Der Corona-Winter drückt aufs Gemüt – die Jesuiten starten deshalb eine Dankbarkeitskampagne

Wofür kann ich heute dankbar sein? Wer das jeden Abend in einTagebuch schreibt, der lernt, genauer auf die kleinen Dinge zu schauen. (Foto: SJ-Bild)

Jesuitenpater Martin Stark erklärt, wie wir lernen können, auch in schlechten Zeiten dankbar zu sein – und wie die Dankbarkeit unser Leben verändert.

Was wollen Sie mit Ihrer Dankbarkeitskampagne erreichen?
In vielen Seelsorgegesprächen höre ich, dass Menschen zurzeit einsam und isoliert, ängstlich und verunsichert sind. Sie leiden darunter, dass alles lahmgelegt ist – und konzentrieren sich nur noch auf das Negative, das Schwierige, das sie momentan erleben. Dieser Stimmung wollen wir etwas entgegensetzen. Nicht um zu sagen, dass das Schwierige jetzt toll ist. Sondern um zu betonen: Selbst in dem Schwierigen kann ich etwas entdecken, wofür ich dankbar bin.

Was macht den Menschen gerade besonders zu schaffen?
Ältere können kaum noch rausgehen, sie sind angewiesen auf Telefonate und Briefe. Sie sehnen sich nach Zuwendung, Ansprache, direkten Kontakten. Jüngere Leute leiden unter den wirtschaftlichen Folgen der Krise. Sie fragen sich: Wie wird das mit meinem Arbeitsplatz?

Wie sollen die Menschen, wenn sie so bedrückt sind, dankbar sein können?
Wir wollen ihnen dabei helfen – mit einer Methode aus unser Spiritualität, dem ignatianischen Tagesrückblick. Der heilige Ignatius empfiehlt, dabei zuerst auf alles zu schauen, wofür ich dankbar sein kann, was gut gelaufen ist – und es ins Gespräch mit Gott zu bringen. Dieser Perspektivwechsel hilft, in der allgemeinen Krisenstimmung die guten Dinge in den Blick zu nehmen. Er verändert den Blick, hilft, krisenresistenter zu werden und gut durch diese schwierige Zeit zu kommen.

Aber was, wenn ich einfach nur traurig bin und den Perspektivwechsel nicht schaffe?
Ignatius würde sagen: Wir erleben eine klassische Zeit der Trostlosigkeit. Und gerade in einer solchen sollte man sich auf die Dinge konzentrieren, für die man eben doch dankbar sein kann. Es ist nicht alles nur schlecht und schwer und dunkel – auch wenn wir das meinen. Es gibt auch jetzt Dinge, an die ich mich halten kann und die mich aufrichten.

Was für Dinge könnten das sein?
Zum Beispiel, dass ich überhaupt noch da bin, dass ich lebe, dass ich mich bewegen kann – oder zumindest halbwegs bewegen kann, wenn ich krank bin. Als Christ kann ich mir auch bewusstmachen: Es gibt noch einen größeren Horizont als diese Welt – und dieser Horizont ist Gott, der uns ins Leben gerufen hat und der uns bei all dem Dunklen und Schweren, das uns bedrückt, trägt und irgendwann auch wieder empfängt. Ich kann aber auch für das dankbar sein, was ganz nahe liegt und scheinbar nebensächlich ist.

Zum Beispiel?
Zum Beispiel für das schöne Wetter. Für ein leckeres Essen. Oder für ein nettes Gespräch zwischen Tür und Angel. Wenn ich mir all diese kleinen Dinge am Abend zurück ins Gedächtnis hole, dann verändert das meinen Blick auf den Tag. Ich nehme dann wahr: Wenn ich genau hinschaue, dann gibt es auch Trost in der Trostlosigkeit. Und dieser Trost bleibt – obwohl es zugleich mehr gibt, das ich beklage und das mich vielleicht sogar hadern lässt mit Gott. Diese Dankbarkeitsübung mag banal wirken, aber wenn ich sie konsequent anwende und mir zur Gewohnheit mache, hilft sie mir sehr.

Wenn ich mit dieser Dankbarkeitsübung anfange, was ist dann wichtig?
Wichtig ist vor allem, es zu versuchen und nicht zu sagen: Es bringt sowieso nichts. Es muss nicht alles perfekt sein. Die Hauptsache ist, dranzubleiben. Jeden Abend eine Viertelstunde, das reicht.

Warum ist das Dranbleiben so wichtig?
Wenn ich dranbleibe, dann heißt das: Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Sondern ich vertraue darauf, dass Gott mir in meinem Leben die Möglichkeiten gibt, die ich brauche. Dieses Vertrauen in Gott muss ich einüben, es muss praktisch werden und sich zeigen in meinem ganz normalen Alltagsleben.

Sie verschicken an Interessierte kostenlose Dankbarkeitstagebücher. Wie können die helfen, Dankbarkeit zu lernen?
Wenn ich mir zu Beginn meines Tagesrückblicks drei Dinge aufschreibe, für die ich dankbar bin, dann mache ich sie mir noch mehr bewusst. Ich formuliere sie ja in meinen eigenen Worten. So habe ich sie auch an den Tagen danach noch schwarz auf weiß. Wenn ich dann auf meine ganze Woche zurückschaue, sehe ich, wie viele Zeiten des Trostes es in meinem Leben gibt. Das hilft.

Und wenn ich die Dinge aufgeschrieben habe, für die ich dankbar bin, was dann?
Dann bringe ich auch die Dinge ins Gespräch mit Gott, bei denen ich hadere und mich ärgere und Gott bitte, dass er sie ändern möge. Abschließen kann ich den Tagesrückblick mit dem Vaterunser oder mit einem anderen traditionellen Gebet. So kann ich deutlich machen: Ich stelle mein Leben und all das, was ich erfahren habe, in den Blick Gottes und gebe ihm meine Erfahrungen wieder zurück.

Das Gespräch führte Andreas Lesch.

Ein kostenloses Dankbarkeitspaket können Sie bestellen unter: www.jesuiten.org/trotzdem-dankbar oder telefonisch unter 089 / 38185 223.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Andreas Lesch
 

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