Kirche und Welt

Mittwoch, 13. März 2019

„Es gibt Wege für Veränderung“

Misereor eröffnete in Köln seine Fastenaktion

Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel ermutigte dazu, sich aktiv für eine bessere Zukunft einzusetzen. Foto: Misereor

Das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor hat am 10. März seine diesjährige Fastenaktion in Köln eröffnet. Das Motto lautet: „Mach was draus: Sei Zukunft!“ Die bundesweite Aktion blickt auf die Lage junger Menschen in El Salvador.

Kardinal Rainer Maria Woelki machte in seiner Predigt im Kölner Dom auf die politische und kriminelle Gewalt aufmerksam, die das mittelamerikanische Land seit Jahrzehnten zerreiße. Die Misereor-Projekte setzten sich ein „für eine Zukunft jenseits des Teufelskreises aus Gewalt und Gegengewalt, aus Armut und Flucht“.

Woelki wandte sich erneut gegen die von US-Präsident Donald Trump geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko. Er verwies darauf, dass die USA fast komplett von Einwanderern und deren Nachkommen aus allen Teilen der Welt besiedelt sei – „einschließlich der Familie Trump mit ihren deutschen und schottischen Wurzeln“. Flucht sei immer eine Verzweiflungstat, die auch mit dem Tod in einer Wüste, auf einem stürmischen Meer oder an einer schrecklichen Mauer enden könne.
Der Erzbischof betonte, dass Arbeitslosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit den Alltag in El Salvador prägen. Mit Drogen handelnde Jugendbanden beherrschten die Straßen und sorgten für Angst. Die Ungerechtigkeit zu bekämpfen oder die Täter beim Namen zu nennen, könne tödlich enden. Das bekannteste Beispiel sei der vor 39 Jahren ermordete Erzbischof von San Salvador, Oscar Romero. Dessen Schicksal könnte eine Geschichte aus dem El Salvador von heute sein, so Woelki.

Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel ermutigte dazu, sich auf Grundlage des christlichen Glaubens aktiv für eine bessere Zukunft einzusetzen: „Die Beispiele aus El Salvador zeigen mir: Es gibt Wege für Veränderung, im eigenen Leben, in unserer Welt. Die Botschaft der Bibel ermutigt uns, die Gegenwart mit zu gestalten. Mitzubauen an einer solidarischen, gerechten und offenen Gesellschaft.“

Seit 1959 gestaltet Misereor in der katholischen Kirche in Deutschland die Fastenzeit und bittet die Bevölkerung mit der bundesweiten Fastenaktion jedes Jahr um Solidarität und Unterstützung für Benachteiligte in Asien und Ozeanien, Afrika und dem Nahen Osten, Lateinamerika und der Karibik. (kna)

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