Kirche und Welt

Mittwoch, 20. November 2019

Franziskus kritisiert Konsumgier

Gottesdienst und gemeinsames Mittagessen zum Welttag der Armen

Mit zahlreichen Armen und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aß Papst Franziskus zu Mittag. Foto: actionpress

Vatikan. Zum katholischen Welttag der Armen hat Papst Franziskus mediale Aufgeregtheit und Konsumgier kritisiert. Unter der Versessenheit, alles sofort haben zu wollen, werde der lästig, der zurückbleibe, etwa Alte, Ungeborene, Menschen mit Behinderung und für unnütz erachtete Arme, sagte der Papst am 17. November bei einer Messe im Petersdom. Durch die Gier einiger weniger werde die Armut vieler vergrößert.
An dem Gottesdienst nahmen viele arme Menschen und ehrenamtliche Helfer teil. Die Armen seien in Gottes Augen kostbar, „weil sie nicht die Sprache des Ich sprechen“, sagte der Papst. Es genüge nicht das Etikett „christlich“ oder „katholisch“, um zu Jesus zu gehören. Man müsse die Sprache Jesu sprechen, „die Sprache der Liebe, die Sprache des Du“. Jeder Christ solle sich fragen, ob er „zumindest einen Armen als Freund“ habe.
Weiter warnte der Papst vor Schnelllebigkeit und Medienhypes. Viele ließen sich vom „Kitzel der Neugier“ verführen und „vom Geschrei dessen, der am lautesten und wütendsten schreit“. Diese Eile komme nicht von Gott. „Wenn wir uns um das Sofort Sorgen machen, vergessen wir das, was für immer bleibt: Wir jagen den vorbeiziehenden Wolken nach und verlieren den Himmel aus dem Blick. Angezogen vom letzten Rummel, finden wir keine Zeit mehr für Gott und für den Mitmenschen, der neben uns wohnt“, so das Kirchenoberhaupt. Papst Franziskus hatte den Welttag der Armen 2016 eingeführt.
Er wird jeweils am zweiten Sonntag vor dem Advent begangen. Der diesjährige Welttag steht unter dem biblischen Motto „Der Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren“. Franziskus veröffentlichte dazu im Juni eine Botschaft.

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