Kirche und Welt

Donnerstag, 08. Februar 2018

„Heute schon die Welt verändert?“

Misereor und Kirche in Indien starten gemeinsame Fastenaktion

Misereor-Chef Monsignore Pirmin Spiegel mit Oswald Garcias, Erzbischof von Bombay. Misereor fördert in seinem Erzbistum zahlreiche Projekte. Foto: KNA

Bei der Vollversammlung der Indischen Bischofskonferenz haben Misereor-Bischof Stephan Burger und Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel die Bedeutung der gemeinsamen Fastenaktion 2018 hervorgehoben. „Die Beschränkung auf die eigenen Interessen der Nationalstaaten ist schädlich und muss überwunden werden: ,Germany first‘ und ,India first‘ – das kann nicht funktionieren“, sagte Spiegel am Wochenende vor rund 200 Bischöfen im südindischen Bangalore.

Seine Besuche in zahlreichen Projekten des katholischen Hilfswerks in Indien habe ihm die Not vieler Menschen drastisch vor Augen geführt, ergänzte Burger. Umso wichtiger seien gemeinsame Anstrengungen gegen Armut, Hunger, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung: „Wir wissen, dass die Nöte vieler Menschen in Indien und in den Ländern des Südens auch zu Nöten der Länder des Nordens werden können.“

Der Vorsitzende der Indischen Bischofskonferenz, Kardinal Baselios Cleemis, hob im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur hervor, dass die Menschen in Indien längst nicht mehr passive Hilfsempfänger seien: „Misereor und die Kirche haben sie dabei unterstützt, selbst die entscheidenden Akteure zu sein, die ihre eigene Lebenssituation und die der ganzen Gesellschaft verbessern.“ Die Arbeit von Misereor „sollte nie nur eine Aktion des materiellen Gebens der deutschen Katholiken sein“, ergänzte Burger: „Sie muss immer auch den Blick des gegenseitigen Lernens und der Offenheit für die Lebensrealität aller weltweit umfassen.“

Zum 60. Geburtstag des weltweit größten katholischen Entwicklungshilfswerks haben Misereor und die Kirche in Indien erstmals eine gemeinsame Fastenaktion organisiert, die am 18. Februar in München eröffnet wird. Unter dem Motto „Heute schon die Welt verändert?“ soll es in beiden Ländern darum gehen, wie Christen – auch durch Änderungen ihres eigenen Lebensstils – für mehr Gerechtigkeit, Frieden und Umweltschutz sorgen können.

Von dieser Aktion, so Kardinal Cleemis weiter, müsse die Botschaft an die ganze Welt ausgehen, „dass wir alle gemeinsam viel erreichen können für Menschenwürde und Menschenrechte und für ein besseres Leben, wenn wir nicht nur unsere nationalen Eigeninteressen im Sinn haben“.

Burger und Spiegel erinnerten zudem an die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, der dort unter anderem gesagt hatte: „Die Ursachen von Armut und Umweltzerstörung kann ein Land nicht allein überwinden.“ (red)

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Redaktion
Keine Kommentare

Pilger-Community

Um Kommentare verfassen zu können müssen Sie in der Pilger-Community angemeldet sein.

Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich
hier kostenlos registrieren.

Die Kommentarfunktion dient dem Austausch der Pilger-Community untereinander. Alle Kommentare drücken ausschließlich die Ansichten der Autoren (Nutzer) selbst aus. Der Betreiber der Website www.pilger-speyer.de ist für den Inhalt einzelner Beiträge nicht verantwortlich. Hier finden Sie die  ausführlichen Nutzungsbedingungen und Regeln zur Kommentarfunktion.

Anzeige

15. Februar 2018

Gelähmte Ordensfrau geheilt

Kirche erkennt 70. Wunderheilung von Lourdes an


08. Februar 2018

„Heute schon die Welt verändert?“

Misereor und Kirche in Indien starten gemeinsame Fastenaktion


Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren