Kirche und Welt

Mittwoch, 25. September 2019

In Berlin: „Marsch für das Leben“

Rund 8 000 Menschen demonstrierten gegen Abtreibung und aktive Sterbehilfe

Rund 8 000 Menschen beteiligten sich am „Marsch für das Leben“. Sie kritisierten auch, dass ein Pränataltest auf Trisomie 21 Kassenleistung wird.

Berlin. Mehrere Tausend Menschen haben am 21. September beim 15. Berliner „Marsch für das Leben“ gegen Abtreibung und aktive Sterbehilfe demonstriert. Die Veranstalter sprachen von mehr als 8   000 Teilnehmern. Das wären etwa 2 500 mehr als im Vorjahr und ein bisheriger Rekord, wie die Veranstalter mitteilten. Die Polizei sprach auf Anfrage von einer Teilnehmerzahl im „unteren vierstelligen Bereich“.
Veranstalter war der Bundesverband Lebensrecht, ein Zusammenschluss von 13 Lebensschutzorganisationen. Nach dessen Angaben ist der jährliche Marsch die bundesweit größte Demonstration für den Schutz des Lebens. Er wurde wie in den Vorjahren von mehreren hundert Gegendemonstranten etwa durch Sprechchöre und Trillerpfeifen gestört. Auch auf weiteren Gegenveranstaltungen wurde unter anderem eine unbeschränkte Freigabe von Schwangerschaftsabbrüchen gefordert.
Unter den katholischen Teilnehmern des Marsches waren die Bischöfe Stefan Oster (Passau), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Wolfgang Ipolt (Görlitz) sowie die Weihbischöfe Florian Wörner (Augsburg) und Matthias Heinrich (Berlin). Die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche war durch ihren Bischof Hans-Jörg Voigt vertreten, die Deutsche Evangelische Allianz durch ihren Vorsitzenden Ekkehard Vetter. Evangelische Landesbischöfe waren wie in den meisten Vorjahren nicht dabei.
Beim Auftakt bezeichnete Oster es als „fürchterliche Zahl“, dass es in Deutschland jährlich mehr als 100 000 Abtreibungen gebe. Er hob das Lebensrecht jedes Menschen von der Zeugung bis zum natürlichen Tod hervor. Zugleich wandte der Passauer Bischof sich gegen eine politische Instrumentalisierung des Marsches.
So werde von linker Seite zwar zurecht betont, dass es gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nicht geben dürfe, „also Vorbehalte gegen Menschen, nur weil sie Ausländer sind oder Flüchtlinge oder Behinderte oder Menschen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung“, sagte Oster. „Die am tödlichsten bedrohte Gruppe von Menschen in unserer Gesellschaft ist heute aber das ungeborene Kind mit Behinderung“, betonte er. Rund 90 Prozent der ungeborenen Kinder mit der Diagnose Down-Syndrom würden abgetrieben. Ein Pränataltest auf Trisomie 21 als Kassenleistung werde diese Quote noch einmal erhöhen, kritisierte Oster und fragte: „Wo bleibt der Protest gegen diese furchtbare gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit?“
Oster warnte auch die politische Rechte, den Marsch zu instrumentalisieren. Wer für den Schutz des Lebens von Anfang bis zum Ende sei, müsse „konsequent auch für den Schutz der anderen Marginalisierten sein, zum Beispiel der Armen, der Menschen auf der Flucht, der Menschen, die im Mittelmeer zu ertrinken drohen“, so der Bischof unter dem Applaus der Zuhörer.
Beim Abschlussgottesdienst kritisierte Wörner eine wachsende „Gleichgültigkeit und Unbekümmertheit“ mit Blick auf die Würde des ungeborenen Kindes. Zugleich mahnte er, Schwangeren „alle denkbaren Hilfen“ bereitzustellen.

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