Kirche und Welt

Donnerstag, 07. Dezember 2017

Solidarität mit verfolgten Christen

Weltgebetstag: Deutsche Bischöfe rücken Situation in Nigeria in den Blick

Christen aus Nigeria auf der Flucht in den Tschad. Foto: actionpress

Die Deutsche Bischofskonferenz hat zur Solidarität mit verfolgten Christen weltweit aufgerufen. Der für Weltkirche zuständige Bamberger Erzbischof Ludwig Schick betonte jetzt in Berlin, dass Religionsfreiheit ein zentrales Menschenrecht sei. Im Rahmen der Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“ stellte er eine Arbeitshilfe zur Situation in Nigeria vor. Besonders die Christen des Landes litten unter islamistischer Gewalt, vor allem im Norden. Ihr Schicksal steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des Weltgebetstags für verfolgte und bedrängte Christen, der am Gedenktag des Märtyrers Stephanus, am 26. Dezember, begangen wird.

Regelmäßig komme es in der Region zu Attentaten, Entführungen und brutaler Gewalt durch die islamistische Gruppe Boko Haram, sagte der Erzbischof. Dem Terror der Gruppe seien seit 2009 rund 20000 Menschen zum Opfer gefallen. Die Religion diene nicht selten dazu, vorhandene Konflikte aufzuladen. Eine ungerechte Verteilung von Macht und Ressourcen gehöre zu den Kernproblemen.

Die Christen seien besonders berufen, sich für Frieden und ein harmonisches Zusammenleben einzusetzen und könnten durch den interreligiösen Dialog für Entspannung sorgen, betonte Schick. Dabei hob er das beispielhafte gemeinsame Engagement der Kirche mit lokalen muslimischen Würdenträgern hervor. Schick hatte Nigeria im vergangenen April besucht.

Der Bischof der nordnigerianischen Diözese Sokoto, Matthew Kukah, führte die Gewalt und gesellschaftliche Verwerfungen in seiner Heimat sowohl auf das koloniale Erbe zurück als auch auf den Widerstand eines traditionellen Islam, sich der demokratischen Verfassung unterzuordnen. Die politischen Eliten nutzten die religiösen Auseinandersetzungen für ihre eigene Macht. Das Christentum werde als ausländische, westliche Religion diffamiert; Christen werde den Zugang zu Gebetsstätten, Bildung und politischer Teilhabe verweigert, beklagte Kukah. Diese Entwicklung habe auch zur Bildung der radikal-islamischen Boko Haram geführt. (red)

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