Kirche und Welt

Dienstag, 07. April 2020

Weltweite Kampagne

Caritas Internationalis ruft zu staatenübergreifender Solidarität auf

Die Bahnhofsmission Berlin unterstützt vor allem Obdachlose. Foto: KNA

Die Organisation Caritas Internationalis hat eine weltweite Kampagne zum Kampf gegen das Corona-  virus gestartet. In einer Online-Pressekonferenz am 3. April in Rom rief Generalsekretär Aloysius John zu staatenübergreifender Solidarität in der Krise auf. „Wir befinden uns inmitten einer historisch beispiellosen globalen Tragödie“, sagte er. Das Caritas-Hilfsnetzwerk sei dabei, Ressourcen zu mobilisieren, um den Leidtragenden der Pandemie zu helfen.
„Die Zahl der Betroffenen hat die Millionengrenze längst überschritten.

Zehntausende sind gestorben“, so John. Zudem seien die sozialen und ökonomischen Folgen auf der ganzen Welt verheerend. Hunderttausende hätten ihre Jobs verloren; eine Krise ungeahnten Ausmaßes stehe bevor. „Wir können diese Notlage nur gemeinsam bewältigen, als gesamte Menschheit“, betonte der Generalsekretär. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, wolle der katholische Dachverband eine „effektive und effiziente“ Antwort auf die aktuellen Herausforderungen geben.

Im Fokus der Initiative stehen den Angaben zufolge vor allem strukturschwache Länder in Afrika und Nahost, wo das Virus zu einer „humanitären Katastrophe“ führen könne. Ein weiterer Schwerpunkt der Caritas-Arbeit bleibe die Armut in großen Städten. Dort gebe es besonders viele Menschen, die dem Virus fast schutzlos ausgeliefert seien. Konkrete Hilfsprojekte gegen die Pandemie seien beispielsweise Essensausgaben im Gazastreifen, Suppenküchen in Venezuela oder ein Hilfstelefon für ältere alleinstehende Menschen in Armenien.

Caritas Internationalis schließt sich zudem der Bitte des Papstes um einen weltweiten Waffenstillstand angesichts der Krise an. „Die Angst vor dem Tod muss uns dazu bringen, das Töten Unschuldiger zu stoppen“, sagte Aloysius John. Unabdingbar in diesem Zusammenhang sei auch die Aufhebung von Sanktionen gegen Länder wie Libanon, Syrien, Jemen und Iran. Nur dann könne den Notleidenden dort wirklich geholfen werden.

Caritas Internationalis ist der Dachverband von 165 nationalen Caritasverbänden. Diese sind in rund 200 Ländern in der Not- und Entwicklungshilfe sowie in Sozialdiensten tätig. Mitglied von Caritas Internationalis ist auch der Deutsche Caritasverband.
Auch die Vereinten Nationen (UNO) und zahlreiche Hilfsorganisationen haben angesichts der Corona-Krise zu mehr internationaler Zusammenarbeit aufgerufen. Vor allem die ärmsten Länder der Welt würden von den Folgen der Pandemie getroffen, heißt es in einer Entschließung der UNO-Vollversammlung vom 2. April.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnete die Corona-Pandemie als die schlimmste globale Krise seit dem Zweiten Weltkrieg; er forderte Solidarität über alle Grenzen hinweg. (kna)

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