Kultur

Donnerstag, 18. Januar 2018

Es begann in einer Kleinstadt in Dänemark

Vor 60 Jahren wurde das Patent auf den Legostein angemeldet – Sein Erfolg ist bis heute ungebrochen.

Häuptling Sitting Bull, die größte Lego-Statue der Welt. Foto: actionpress

Vor 60 Jahren wurde das Patent auf den Legostein angemeldet – Sein Erfolg ist bis heute ungebrochen. Spielsachen aus Holz gelten bei vielen Eltern als besonders wertvoll. Eines der beliebtesten Spielzeuge wäre allerdings wohl nie so erfolgreich geworden, wäre sein Erfinder nicht von Holz auf Kunststoff umgeschwenkt: der Legostein. Der dänische Kunsttischler Ole Kirk Christiansen schnitzte jahrelang kleine Holzbauklötze – berühmt wurden jedoch die aus Plastik. Vor 60 Jahren, am 28. Januar 1958, meldete Christiansen das Patent auf die Steine mit Steckverbindung an, die heute jedes Kind kennt.

30000 Steine verbauten Schulkinder in der größten Arche Noah aus Lego, die größte Lego-Statue einer Person zeigt den Indianerhäuptling Sitting Bull. Er thront in Legoland im dänischen Billund, der nächsten größeren Stadt von Christiansens Geburtsort Filskov. Die Liste an Weltrekorden, Rekordversuchen und Lego-Wetten ist lang.

Längst sind nicht nur Kinder unter den Lego-Fans; zahlreiche, teils auch elektronisch komplexe Modelle richten sich an Erwachsene. Auf den ersten Legoland-Freizeitpark in Dänemark folgten weltweit weitere, in denen nachgebaute Wahrzeichen und Fahrgeschäfte im Stil der Legosteine zu bewundern sind. Neben immer neuen Themenserien und Figuren gibt es inzwischen mehrere Lego-Computerspiele und -Filme. Lego ist der drittgrößte Spielehersteller der Welt – und Billund, der weltweite Hauptsitz der Firma, schmückt sich mit dem Beinamen „Heimat des Steins“.

Erfinder Christiansen, 1891 geboren, war gelernter Zimmermann und Tischlermeister. Anfang der 1930er Jahre zwang ihn die Weltwirtschaftskrise, die Angestellten seines Geschäftes zu entlassen. An deren Stelle half ihn sein zwölfjähriger Sohn Godtfred. Aus Holzabfällen bastelten Vater und Sohn kleine Möbel für Puppenhäuser, ziehbare Tiere, Jojos – und Bauklötze mit Noppen, wie sie für die späteren Legosteine typisch werden sollten. Den späteren Firmennamen Lego, abgeleitet vom dänischen „leg godt“ (dt. „spiel gut“), erfand Christiansen in dieser Zeit.

Der Wechsel von Holz zu Plastik kam nach dem Krieg. 1947 kaufte Christiansen die ersten Spritzgussmaschinen für Kunststoff, die in Dänemark je im Einsatz waren. Zwei Jahre später hatte er die entscheidende Idee: Bausteine aus Plastik. Zunächst gab es sie nur in zwei Größen und nur in Dänemark. Godtfred Christiansen entwickelte den Ansatz seines Vaters weiter – bis zum Patent auf das Röhrchen in der Mitte des Hohlraums an der Unterseite des Steins. Den folgenden Siegeszug erlebte der Erfinder nicht mehr mit: Er starb wenige Wochen nach Anmeldung des Patents, am 11. März 1958.

Waren die Plastikklötzchen auf der Nürnberger Spielzeugmesse 1955 noch durchgefallen, wurden sie in den 1960er Jahren international zu einem der beliebtesten Spielzeuge. Inzwischen gab es die Steine in verschiedenen Größen und zusätzlich Platten, so dass der Kreativität kaum Grenzen gesetzt waren. Die Kombinationsmöglichkeiten sind buchstäblich unzählig: Zwei 4x2-Steine lassen sich auf 24 verschiedene Arten verbinden. Laut einer mathematischen Studie der Universität Aarhus gibt es bei sieben 4x2-Steinen bereits über 85 Milliarden Möglichkeiten. Für acht und mehr Steine war eine exakte Berechnung nicht möglich.

Dass die Beliebtheit der schlichten Steine ungebrochen ist, liegt vielleicht daran, dass das Unternehmen zwar auf neue Trends reagierte und das Marketing perfektionierte – aber nicht nur. Das ursprüngliche Prinzip der unbegrenzten Spielmöglichkeiten gab Lego nie auf. Fantasie und Kreativität standen schließlich schon für die Erfinderfamilie im Mittelpunkt. (red)

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