Kultur

Donnerstag, 14. September 2017

Bibeln, Chroniken und Luther-Schriften

Ausstellung „Gott, Schöpfer des Himmels und der Erden“ in Zweibrücken

Detail aus einer Lufft-Bibel. Foto: Cordula von Waldow

„Nein, Martin Luther hätte kein Apfelbäumchen gepflanzt. Er sah im Weltende den Aufbruch einer neuen Schöpfung – kein Verhängnis, sondern die von ihm sehnsüchtig erwartete Wende in eine erlöste Welt“. Mit diesem Fazit endete der Festvortrag, mit dem der Berliner Bischof Jobst Schöne die neue Ausstellung „Gott, Schöpfer des Himmels und der Erden“ im Landesbibliothekszentrum Bibliotheca Biponthina in Zweibrücken eröffnete. Eingebettet in das Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ nahmen mehr als 100 geladene Gäste aus Politik, Kirche und Kultur an der feierlichen Festveranstaltung teil. Standortleiterin Sigrid Hubert Reichling und der Pädagoge Gerhard Kaiser hatten sie konzipiert und auch den informativen und schön gestalteten Begleit-Katalog erstellt. Dieser erklärt an Hand der ausgestellten, wertvollen Bibeln, Chroniken und Luther-Schriften in 16 Vitrinen zugleich die Werke wie auch Luthers Weltsicht – ein lebendiges Zeugnis der Reformation.

„Der Bestand in der Bibliotheca Bipontina ist reich genug, um nicht nur zwei eigene Ausstellungen in Zweibrücken damit zu bestreiten, sondern zudem mit zahlreichen Leihgaben zu anderen Ausstellungen landesweit beizutragen“, erinnerte Anette Gerlach, Leiterin des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz an die erste Luther-Ausstellung im Jahr 2013. Dem Buchdruck ist zu verdanken, dass Martin Luther seine Thesen so schnell und umfassend verbreiten und damit der Reformation zum Durchbruch verhelfen konnte. Die „Rüstkammer des rechten Glaubens“, die Bibliothek des Pfalzgrafen Karl von Pfalz-Birkenfeld (1560 bis 1600), zugleich Basisbestand der Bibliotheca Bipontina, enthält eine Sammlung der wichtigsten reformatorischen (Kontrovers-) Literatur sowie zahlreiche Bibeln. Das bedeutendste Exponat der Ausstellung ist die weltberühmte Lufft-Bibel. Luthers farbenprächtig illustrierte Bibelübersetzung gilt als einer der schönsten Bände mit ihrer Schöpfungsdarstellung. Hans Lufft war der Pionier der neuen Medien zu seiner Zeit.

Nicht nur die Ikonographie dieses zentralen Werkes, seine Prägung durch den Reformator und die Vorbildfunktion für spätere Darstellungen werden mit zahlreichen Exponaten belegt. Wichtig ist den Veranstaltern vor allem darzustellen, in welcher Tradition das Kosmos-Verständnis des Reformators stand, das hier in Holz geschnitten wurde. (cvw)

Info: Landesbibliothekszentrum/Bibliotheca Bipontina, Bleicherstraße 3,  Zweibrücken, www.lbz.rlp.de – Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 8 bis 13 Uhr; Montag, Mittwoch, Freitag 14 bis 17 Uhr (noch bis 17. November). Neben öffentlichen Führungen Zusatztermine für Gruppen auf Anfrage.
Rahmenprogramm, jeweils um 19.30 Uhr: 21. September, Professor Dr. Matthias Luserke-Jaqui: Ein Nachtigall die waget. Luther und die Literatur; 26. Oktober, Gerhard Kaiser: Kreis und Kosmos. Zur Geschichte eines zentralen christlichen Symbols; 16. November ,Dr. Anette Gerlach: „Das man Fleiß und Kosten nicht spare, für gute Bibliotheken zu sorgen“. (Luther) – Bibliothek und Reformation.

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