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Kultur

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Düstere Vorahnungen und Todesangst

1938er-Tagebuch von Bischof Faulhaber einsehbar

Michael Kardinal von Faulhaber, 1939. (Quelle: WikimediaCommons)

In der Online-Edition der Tagebücher des Münchner Kardinals Michael von Faulhaber (1869-1952) ist nun der Jahrgang 1938 zugänglich. Der Forscherverbund aus Münchner und Münsteraner Historikern stellte die Aufzeichnungen am 9. Oktober 2020 in der Katholischen Akademie in Bayern vor. Demnach hatte der Kirchenmann bereits zu Beginn des Jahres 1938 düstere Vorahnungen. Anders als in den vorigen Jahren habe er seine Aufzeichnungen nicht mit einer geistlichen Jahreslosung begonnen, sondern mit der persönlichen Sentenz: «Vor meinen Augen liegt das Jahr schwarz wie die Nacht und grausig wie das Höllental.»

Faulhabers Notizen lassen Anzeichen von Resignation erkennen. Das NS-Regime ziele auf nichts weniger ab als auf «die Vernichtung des Christentums», schreibt er. Mit immer neuen Eingaben, aber ohne Erfolg protestiert der Kardinal gegen die rechtswidrige Liquidation katholischer Schulen und Verbände.

In seiner Haltung zur Judenverfolgung sehen die Historiker starke Ambivalenzen: Für die Rettung getaufter Juden, so genannter nichtarischer Christen, engagiert er sich stark und fördert ihre Auswanderung. Zugleich unterlässt er jegliches Engagement für deutsche Juden, die ihrer Religion treu bleiben. Über die Pogromnacht vermerkt er am 10. November lakonisch: «Heute Nacht die Synagoge in der Herzog-Rudolfstraße niedergebrannt und die Auslagen der Judengeschäfte eingeschlagen.» Nicht wenigen Nazis gilt er dennoch als «Judenkardinal».

Nur eine Nacht später versucht ein aufgehetzter Mob, das Erzbischöfliche Palais in München zu stürmen. Ausführlich hält Faulhaber die dramatischen Ereignisse auf einem Beiblatt fest. Unter Rufen «Nach Dachau» und «In Schutzhaft mit dem Hochverräter» wollen SA- und SS-Männer das Tor aufbrechen und werden erst im letzten Moment von der Polizei gestoppt. Von da an lebt der Erzbischof erneut in Angst, wie er sie zuletzt in den Wirren der Münchner Räterepublik 1918/1919 verspürte. Faulhaber lässt die Fensterläden verstärken und Eisentüren vor dem Balkon anbringen. Als Besuch empfängt er nur noch Bekannte.

Trotzdem gibt er seine Hoffnung auf eine Verständigung mit Hitler nicht auf. Er hält den «Führer» weiter für einen gottgläubigen Menschen und meint, ihn von der «schlechten» NS-Bewegung unterscheiden zu können. Mit dieser Haltung entfremdet er sich von widerständigeren Kirchenmännern wie dem Münchner Jesuiten Pater Rupert Mayer.

Die kritische Edition der Faulhaber-Tagebücher ist ein 2015 begonnenes interdisziplinäres Langzeit-Projekt von Historikern, Theologen und Informatikern. Die Federführung liegt beim Münchner Institut für Zeitgeschichte und dem Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Universität Münster. Inzwischen sind 4.760 Einträge aus 20 Jahrgängen online einsehbar.

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