Kultur

Mittwoch, 12. Februar 2020

Teurer Turm

Größere Sanierung der Vierungskuppel am Speyerer Dom lässt Kosten steigen

Bereits seit 2017 ist die Vierungskuppel eingerüstet. (Foto: Domkapitel Speyer)

Die Reinigung und Restaurierung der Domvorhalle ist fast abgeschlossen. Nun steht die Sanierung der Vierungskuppel des Domes an. Einzelheiten stellten Domdekan und Domkustos Dr. Christoph Kohl und Dombaumeisterin Hedwig Drabik vor.

2018 begonnen, sollten die Arbeiten an der Kuppel 2019 abgeschlossen sein. So der Plan. Doch die Schäden erwiesen sich als größer und tiefgreifender, als abzusehen war. Entsprechend teurer werden die notwendigen Arbeiten ausfallen. „Der Dom ist uns lieb und teuer, aber da mussten wir ganz schön dran schlucken“, meinte der Domkustos. Schon 2018 waren die ersten Untersuchungen an den Außenwänden und dem Laufgang der Kuppel vorgenommen worden, erste Maßnahmen konnten im Frühjahr 2019 umgesetzt werden.
Dann stand die Untersuchung des Dachstuhls an, nachdem der von Holzschutzmitteln kontaminierte Bereich aufwändig von einer Spezialfirma gereinigt worden war. „Vorher konnte aus Sicherheitsgründen niemand den Bereich betreten“, erklärte Kohl. Nachdem der Weg frei war für gründliche Untersuchungen, zeigte sich das ganze Ausmaß der Schäden an der Holzkonstruktion.
 „Der gesamte umlaufende Schwellenkranz aus Holz, der auf dem Mauerwerk des Turmes aufliegt, ist durch Einmauerungen, Feuchtigkeit und auch durch Holzschädlinge so stark beschädigt, dass die Tragfähigkeit des Daches erheblich gemindert ist“, so Dombaumeisterin Drabik. „Akute Einsturzgefahr besteht allerdings nicht. Die Holzverbindungen hat es regelrecht auseinander gezogen. Die Holzkonstruktion ist zum Teil so abgesackt, dass kaum noch Spiel zwischen Holz und Kuppelschale besteht. Bei früheren Renovierungsmaßnahmen wurden Balken gekürzt, um Beton einbringen zu können“.
Domkustos Kohl ergänzte: „Je älter, desto solider und dauerhafter. Die im 18. Jahrhundert angebrachten Ringanker im Außenbereich rund um den Turm sind in gutem Zustand.“ Das gelte auch für den Putz im Innenraum der Kuppel. Die Risse gehen laut einer Untersuchung nicht tief und seien kein Anlass zur Besorgnis. Derzeit wird der Dachstuhl von einem Vermesserbüro aufgenommen, die Unterlagen gehen dann zur Prüfung an einen Statiker. Im Lauf des Jahres finden die Zimmerer- und Steinmetzarbeiten statt.
Die Sanierungsmaßnahmen werden bis mindestens 2021 andauern und sich erheblich verteuern. Die bisherigen Arbeiten haben 400 000 Euro gekostet, schätzt Drabik. Im Haushaltsplan 2020 sind 900 000 Euro eingestellt. Ursprünglich hatte das Domkapitel mit 500 000 Euro Gesamtkosten gerechnet. Finanzielle Förderung gibt es vom Land, von der Europäischen Stiftung Kaiserdom – und vor allem vom Dombauverein mit seinen projektunabhängigen, jährlichen Zuwendungen.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  adö

Anzeige

19. Februar 2020

Premieren-Lesung

Pfarrer Carsten Leinhäuser stellt sein Buch vor


12. Februar 2020

Teurer Turm

Größere Sanierung der Vierungskuppel am Speyerer Dom lässt Kosten steigen


Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren