Redaktion der pilger

Donnerstag, 28. Oktober 2021

40 Jahre Unesco-Weltkulturerbe Dom

Nord-Ost-Ansicht der Kathedrale (Fotos: Landry/Domkapitel Speyer)

Vor 40 Jahren wurde er, als zweites Bauwerk in Deutschland, Teil des Unseco-Weltkuturerbes: der Speyerer Dom. Dieses Jubiläum wird mit Aktionen, besonderen Führungen und Konzerten gefeiert.

Den Auftakt bildete der Unesco-Welterbetag am 6. Juni, den Höhe- und Schlusspunkt ein Festwochenende um den 30. Oktober – das Datum, an dem der Dom vor 40 Jahren auf die Liste des Unesco-Welterbes kam. „Diese Auszeichnung zeigt, dass der Dom allen Menschen etwas zu sagen hat – unabhängig von der eigenen religiösen und kulturellen Identität“, sagt Domdekan und Domkustos Dr. Christoph Maria Kohl. „Der Dom war bereits ein Welterbe, bevor es diesen Titel überhaupt gab. Und wir stellen fest, dass das Interesse von Besucherseite am Siegel des Unesco-Welterbes kontinuierlich zunimmt“, so der Kustos der Kathedrale. „Die Bewahrung dieses großartigen Baues ist uns eine ehrenvolle Aufgabe. Dadurch würdigen wir auch die Arbeit der früheren Generationen, welche den Dom erbaut und erhalten haben“, ergänzt Dombaumeisterin Hedwig Drabik. „Der Welterbetitel verpflichtet uns nicht nur zur Erhaltung sondern auch zur Erschließung des Doms für Besucher. Dazu machen wir kontinuierlich verschiedene Angebote vor Ort und im digitalen Raum. Der Höhepunkt der Feiern werden ein Konzert, ein Festakt und ein Pontifikalamt am letzten Wochenende im Oktober sein“, betont Friederike Walter, Leiterin des Kulturmanagements.

Warum ist der Dom Unesco-Welterbestätte?
Die Unesco verleiht den Titel Welterbe (Weltkulturerbe und Weltnaturerbe) an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität (historische Echtheit, nur für Kulturgüter) und Integrität (Unversehrtheit, für Kultur- und Naturgüter) weltbedeutend sind. Der Titel beruht auf der Welterbekonvention von 1972, die dem Schutz dieser besonderen Kultur- und Naturdenkmale dienen soll. Im Jahr 1978 wurde die Welterbeliste mit zwölf Welterbestätten eröffnet. Als zweiter Ort in Deutschland folgte 1981 der Dom zu Speyer. In der Begründung der Unesco für die Auszeichnung heißt es: „Der Speyerer Dom hat nicht nur die romanische Architektur im 11. und 12. Jahrhundert, sondern auch die Grundsätze der Restaurierung in Deutschland, in Europa und in der Welt vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart maßgeblich beeinflusst.“

Bedeutung des Welterbetitels
Geld für den Titel gibt es keines von Seiten der Unesco. Profitiert hat der Dom von seinem Status als Welterbestätte durch die erfolgreiche Bewerbung um Mittel aus dem „Investitionsprogramm nationale Unesco-Welterbestätten“ im Rahmen des Konjunkturpakets II der Bundesregierung. Mit dem Geld konnten Kaisersaal und die Aussichtsplattform im Südwestturm hergerichtet und öffentlich zugänglich gemacht werden. Inwiefern der Status als Welteberstätte Besucher nach Speyer und in den Dom lenkt, lässt sich nicht direkt nachweisen, da langjährige systematische Untersuchungen fehlen. Der herausragende Status des Doms als Kirche und Denkmal besteht bereits seit seiner Erbauung, und so lassen sich bereits für die Jahrhunderte vor der Aufnahme auf die Welterbeliste auch Belege für seine Bedeutung als Reiseziel finden, beispielsweise von Joseph von Eichendorff, der den Dom 1807 als Ruine sah. Heute freilich rückt der Welterbetitel in das Bewusstsein der öffentlichen Wahrnehmung. In einer Umfrage 2019 gaben 31 Prozent der Befragten den Welterbetitel als Grund für ihren Dombesuch an.

Aktionen zum Jubiläumsjahr
Aus Anlass des Unesco-Jubiläums nimmt der Dom zwei neue Themenführungen ins Programm. Im Führungsformat „Unesco-Welterbe Dom zu Speyer“ erleben Besucher den Dom aus einer neuen Perspektive. Um die Größe und Bedeutung des Doms noch besser zu verstehen, sind die in 20 Metern Höhe gelegene Sängerempore und der Dachstuhl Teil der Führung. Inhaltlich gibt die Führung Antworten auf verschiedene Fragen zum Thema Welterbe.

Festwochenende vom 29. bis 31. Oktober
Die Urkunde der Unesco anlässlich der Aufnahme des Speyerer Doms auf die Welterbeliste trägt als Datum den 30. Oktober. Um dieses Datum herum findet ein Festwochenende im und um den Dom herum statt. Den Auftakt bildet ein großes Konzert der Dommusik am Freitag, 29. Oktober. Geplant ist ein „Klingender Dom“, in dem alle Chorgruppen der Dommusik, die Domorgeln und weitere Instrumentalisten den gewaltigen Raum zum Schwingen und Klingen bringen. Eingebettet in dieses Konzert ist die Uraufführung einer Auftragskomposition von Enjott Schneider mit dem Titel „Mundus Novus – Die neue Welt“. Textlich verarbeitet das etwa halbstündige, dreisätzige Werk die Vision des Johannes in der Apokalypse „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde“, den Psalm 84 „Wie lieblich sind deine Wohnungen“ und das Lied „Jerusalem, du hochgebaute Stadt“. Am Samstag, 30. Oktober, folgt ein Angebot mit Führungen, einer Ausstellung zu aktuellen Restaurierungsmaßnahmen und Bauaufgaben sowie einer Rallye für Kinder. Am Abend findet ein Festakt im Dom statt, bei dem mit Grußworten der Dom gewürdigt wird. Die Festrede hält Dr. Margit Rössler, Direktorin des Unesco-Welterbezentrums in Paris. Am Sonntag, 31. Oktober, leitet Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann ein Pontifikalamt aus Anlass des Jubiläums. Im Anschluss laden abermals Führungen und Aktionen dazu ein, den Dom näher zu erkunden.

Jahrestagung der Europäischen Stiftung
Am Mittwoch, 3. November (18 Uhr), spricht Professor Dr. Bernd Schneidmüller im Rahmen der Jahrestagung der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer über den „Dom zu Speyer und seine tausend Jahre. Vom Nutzen einer Kathedrale für die Sehnsüchte der Menschen“. Schneidmüller ist Professor für Mittelalter-Geschichte an der Universität Heidelberg und Mitglied im Kuratorium der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer.Friederike Walter

Zum Auftakt der Feier des Unesco-Jubiläums am 6. Juni fanden im Dom unter anderem online Führungen und ein Konzert des Deutschen Kammerchors statt. Die beiden Veranstaltungen sind dauerhaft über den Youtube-Kanal „Dom zu Speyer“ abrufbar.

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