Redaktion der pilger

Mittwoch, 24. November 2021

Die Vision für das Bistum steht

Diese Begriffe stehen für die sechs Handlungsfelder, in denen die Vision umgesetzt werden soll. (Foto: Bistum Speyer; Foto/Startseite:tankist276@adobestock.com )

Dreiteiliges Dokument wird auf der Diözesanversammlung am 27. November vorgestellt

„Berührt und bewegt von der Menschenfreundlichkeit Gottes wollen wir Segensort in der Welt sein: gastfreundlicher Ort heilsamer Unterbrechung, offener Raum des Dialoges, sicherer Seelsorge, unmittelbar erfahrbarer Nächstenliebe und der Feier der Gemeinschaft Gottes mit den Menschen. Jesus Christus ist der Maßstab unseres Handelns. Er hat die Armen und Ausgegrenzten in den Mittelpunkt gestellt. Sein Evangelium ruft uns zur Umkehr. Im Vertrauen auf den Heiligen Geist, der uns allen geschenkt ist, sind wir als synodale Kirche gemeinsam auf dem Weg. Wir sind weltweit verbunden mit allen Geschwistern im Glauben. Wir engagieren uns anwaltlich für Gerechtigkeit und Frieden, für unser gemeinsames Haus Erde und für die gleiche Würde und die gleichen Rechte aller Menschen. Uns ermutigt unser Glaube an Gott, der ,alles neu machen‘ will (Offenbarung 21,5).“

Dieser Text bildet das Herzstück der Vision der Diözese Speyer für die zukünftige Gestalt der Kirche in der Pfalz und Saarpfalz. Allerdings steht er nicht für sich allein. Daneben gibt es zwei weitere Teile, die die Vision komplettieren. Erarbeitet wurde das Dokument im Rahmen eines zweijährigen Prozesses.

Felix Goldinger, Geschäftsführer des Visionsprozesses „Segensorte“, erläutert, was es mit den beiden weiteren Teilen auf sich hat. „Der zweite Teil beschreibt mit den vier Adjektiven hoffnungsvoll, wertschätzend, verantwortungsvoll und solidarisch unser Wertefundament, also die Leitlinien für den Umgang miteinander.“ Darin komme die Menschenfreundlichkeit Gottes, von der am Beginn des Visionstextes die Rede sei, zum Ausdruck. Als Beispiele werden unter anderem genannt eine verständliche Sprache, der Umgang auf Augenhöhe sowie der Einsatz für Gleichberechtigung und gegen jede Form von Diskriminierung. Darüber hinaus wird angestrebt, offen für Kritik zu sein und aus Fehlern zu lernen.

Auch die Themen Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung finden Berücksichtigung – mit einem ambitionierten Ziel: Sie sollen „in jede Entscheidung“ im Bistum einbezogen werden. Felix Goldinger denkt dabei etwa an eine „grüne“ Dienstwagenflotte und an ökologisch verantwortliches Bauen. Nachhaltigkeit zeigt sich aber auch in einem entsprechenden Lebensstil und bei der Beschaffung von Ressourcen. Die Wertschätzung für die Menschen, die für die Kirche arbeiten, möchte die Diözese künftig stärker zum Ausdruck bringen, indem sie „auf ihre Gesundheit, ihr Wohlergehen und auf ihre Grenzen“ achtet. Die Kirche als moralische Instanz, die auf gesellschaftliche Notlagen aufmerksam macht und darauf reagiert, ist ebenfalls in der Vision enthalten.

Konkretisierung Segensorte
Der dritte Teil des Textes benennt sechs konkrete Handlungsfelder, in denen die Vision umgesetzt und Veränderungen herbeigeführt werden sollen. Ziel ist zum einen, dafür zu sorgen, dass die Kirche im Bistum Speyer zu einem Ort wird, an dem sich Menschen zuhause fühlen und mit dem sie Begriffe wie Nähe, Wärme und Geborgenheit, Beziehungen, Vertrauen und Sicherheit verbinden.

Die „Tür weit offen zu halten“, ist ein weiterer Aspekt, der bei der Vision eine wesentliche Rolle spielt. Das bedeutet, Begegnung und Gastfreundschaft zu ermöglichen durch das Einladen von Gästen und im Austausch mit Menschen außerhalb der Kirchenmauern „in unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten“. Dazu gehört auch, offen mit Kritik umzugehen.

Die Kirche des Bistums möchte sich außerdem als „Tischgemeinschaft verstehen“, bei der die Bedürfnisse von anderen berücksichtigt und unterschiedliche Ansichten respektiert werden. Eine konstruktive Auseinandersetzung im Streitgespräch nicht ausgeschlossen.  

Und sie will „Sorge tragen für Gottes Garten“, also die Schöpfung bewahren, in dem sie sich für eine intakte Umwelt einsetzt und die Lebensgrundlagen schützt. Daneben strebt die Kirche im Bistum an, zur „Werkstatt zu werden“, die Raum gibt für Kreativität, um alternative Wege zu gehen, etwa, indem sie neue Formen von Kirche ausprobiert und damit auch das mögliche Scheitern in Kauf nimmt.  

Was unabdingbar mit der Kirche verbunden ist und als sechsten und letzten Aspekt genannt wird, ist, sie „als Raum der Stille und der Gottesbegegnung erfahrbar werden zu lassen“. Stichworte sind das persönliche und gemeinschaftliche Gebet, das Gespräch mit Gott sowie Ruhe, neue Kraft und Sammlung.

Prozess über zwei Jahre
Zwei Jahre hatte es gedauert, bis die Vision unter Dach und Fach war. Der Startschuss fiel am Katholikentag im September 2019. Von März bis Oktober 2020 bestand Gelegenheit, sich zu beteiligen. In dieser Zeit hatten sich 4 352 Personen in 262 Gruppen bei analogen und digitalen Ortsterminen aktiv in den Visionsprozess eingebracht. Die Eingaben wurden gebündelt und mündeten in einen ersten Visionstext, den Felix Goldinger bei der Diözesanversammlung im November 2020 vorstellte. Nach einer Resonanzphase von Januar bis August dieses Jahres mit Rückmeldungen und Verbesserungsvorschlägen entstand die nun vorliegende Vision, die die Lenkungsgruppe des Visionsprozesses mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann gemeinsam ausarbeitete. Felix Goldinger wird sie der Diözesanversammlung am 27. November präsentieren. Sie soll künftig für sämtliches kirchliches Handeln im Bistum bindend sein. (pede)

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